Ford-Feldversuch: Elektro-Transporter haben sich bewährt
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So schön kann Tanken sein - der elektrisch betriebene Transit Connect beim Laden der Batterien mit Blick auf den Kölner Dom. Bilder

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Der Ford Transit Connect Electric im Einsatz in der Kölner City. Bilder

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Gute Erfahrungen haben Autobauer Ford und Testkunden im Kölner Stadtgebiet mit einer Versuchsflotte von Elektro-Transportern gemacht. Die Nutzfahrzeuge sind Teil des vom Bundesverkehrsministerium mit rund 7,5 Millionen geförderten Feldversuchs „colognE-mobil“.

Seit Anfang 2010 stromern je zehn Transporter vom Typ Transit BEV und dem leichten Transit Connect Electric unter anderem im Auftrag der Deutschen Post oder der städtischen Abfallwirtschaftsbetriebe durch das Kölner Stadtgebiet. Auf diese Weise sollten die Chancen der E-Mobilität im städtischen Verteiler- und Lieferverkehr ausgelotet werden. Seither haben sie insgesamt 50 000 Testkilometer zurückgelegt und 1 500 Aufladevorgänge hinter sich gebracht.

Mit Erfolg

„Klar ist: Elektromobilität funktioniert“, sagt Ford Deutschland-Chef Bernhard Mattes zum Abschluss des Projekts. Ein weiteres Ergebnis: Im großstädtischen Alltagsbetrieb wird die tatsächliche Reichweite der Fahrzeuge nur sehr selten ausgereizt. Schon nach 30 Kilometern ist im Schnitt die nächste Ladestation angesteuert worden. Offensichtlich trauen Fahrer und Flottenmanager der neuen Technik noch nicht komplett über den Weg. Zu Unrecht, wie die Statistik zeigt: Pro Tag sind die Testfahrzeuge je nach Kunde und Einsatzzweck zwischen 25 und 70 Kilometer bewegt worden, keines der Autos musste pro Tag mehr als 100 Kilometer zurücklegen. Somit ist der tatsächliche Aktionsradius der Autos, der etwa im Falle des bis zu 80 km/h schnellen Elektro-Transit 165 Kilometer beträgt, noch lange nicht ausgeschöpft. Im Alltag reicht die Batterieladung eines eingesetzten Elektro-Lieferwagen somit volle vier Tage.

Einziges Manko

Wenn an kalten Wintertagen die elektrische Heizung der Autos auf Hochbetrieb läuft, sinkt die Batterieleistung und somit die Reichweite der Stromer beträchtlich. Bei klirrender Kälte wie im vergangenen Winter schrumpft sie aufgrund der Tücken der Akku-Technik auf deutlich unter 100 Kilometer. „Daran müssen wir noch arbeiten“, räumt Ford-Chef Mattes ein.

Aber nicht nur Gewerbetreibende und Behörden, auch lärm- und stressgeplagte Großstädter könnten künftig vom innerstädtischen Einsatz von Elektro-Nutzfahrzeugen profitieren. „In Köln als viertgrößter deutscher Stadt haben wir regelrechte Lärm-Hot-Spots, gegen die wir mit konventionellen Maßnahmen wenig ausrichten können“, berichtet Oberbürgermeister Jürgen Roters. „Für uns ist dieses Innovationsprojekt daher von außerordentlicher Bedeutung.“

Überraschend leichtfüßig

Gar nicht bedeutungsschwer, sondern überraschend leichtfüßig fahren sich Fords Elektro-Tranporter, etwa der ab sofort auch in Deutschland zum Nettopreis von 43 950 Euro bestellbare Transit Connect Electric. Nur die knapp eine Sekunde dauernde Verzögerung, die das System zum Hochfahren braucht, erinnert entfernt an ein Diesel-Nutzfahrzeug der alten Schule. Ansonsten bringt der 105 kW/143 PS leistende Elektromotor den Stromer zügig vom Fleck. Eine Reichweitenanzeige anstelle des Drehzahlmessers informiert permanent über die noch zurücklegbare Distanz, die mit 130 Kilometern angegeben wird. Die 28 KWh-Batterien sind in der Bodengruppe verbaut, so dass eine Nutzlast von 3,8 Kubikmetern zu Verfügung steht und 500 Kilogramm [foto id=“366817″ size=“small“ position=“left“]barrierefrei verstaut werden können.

Eine Erfahrung, die auch schon gestandene Transporter-Fahrer gemacht haben: „Unter dem Bequemlichkeitsgesichtspunkt genial“, lautet das Fazit von Ford-Fuhrpark-Mitarbeiter Christoph Witt, der seit 33 Jahren im Auftrag der Kölner Passagiere und Fracht durch die Gegend chauffiert. „Zügiges Mitschwimmen im Verkehr ist problemlos möglich“, zeigt sich der Transporter-Pilot Witt zufrieden. Viele Passagiere, berichtet er, zeigten sich zunächst erstaunt und hätten viele Fragen. Auch das ist durchaus im Sinne der Väter des Projekts: „Die Akzeptanz ist ein Umsetzungsproblem“, meint Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen, der das Pilotprojekt begleitet hat. Sprich: Man muss die Menschen mit der Technik vertraut machen, damit sie ihre Zweifel ablegen.

Sollte diese Hürde im Kopf genommen sein, spricht wenig dagegen, dass der Postmann in naher Zukunft tatsächlich lautlos vorgefahren kommt und dreimal klingeln muss, um sich Gehör zu verschaffen. Studentische Langschläfer unter den Kunden hätten bestimmt nichts dagegen. Und Autobauer Ford, der bis zum Jahr 2020 rund zehn bis 25 Prozent des angepeilten Absatzvolumens von jährlich acht Millionen Fahrzeugen mit alternativ angetriebenen Autos bestreiten möchte, sicher auch nicht.

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