Erste öffentliche Hochvolt-Säule

Honda sorgt für Hochspannung
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Wer die Elektromobilität in Deutschland vorantreiben möchte, muss zunächst die Infrastruktur bereitstellen. Nur so lässt sich die Autofahrer-Nation davon überzeugen, dass E-Autos keine die eigene Freiheit begrenzenden Hindernisse sind. Im Rahmen des Projektes „Smart Company“ und der eigenen Elektrifizierungs-Strategie von Honda – 2025 sollen zwei Drittel der Flotte teil- oder voll-elektrisch fahren – haben die Japaner jetzt eine Vorreiterrolle übernommen und Deutschlands erste öffentliche 940-Volt-Schnellladesäule in Betrieb genommen.

Klassisches Tankstellendesign mit modernster Technik

An der Hochvolt-Säule können bis zu vier Elektroautos gleichzeitig laden, zusätzlich lassen sich auch noch zwei E-Bikes oder Elektroscooter mit Strom versorgen. Sieht man die Ladestation von Weitem, könnte man meinen, eine ganz normale Tankstelle vor Augen zu haben. An dieser Tankstelle fließt allerdings kein Benzin oder Diesel durch den Rüssel, sondern Strom aus regenerativen Energien.

Einen Teil davon produziert die Station selbst. Das Dach besteht aus Solarzellen, die sowohl von oben einfallendes Sonnenlicht zur Stromerzeugung nutzen, als auch vom Boden reflektiertes Licht - dadurch erreicht diese Photovoltaik-Anlage einen höheren Wirkungsgrad, erzeugt also auf der vorhandenen Dachfläche mehr Strom als einfachere Anlagen. 11.000 bis 12.000 kWh Strom können so im Jahr erzeugt werden. Zudem prüfen Honda und der Anlagenbauer ClickCon derzeit, ob der hinter der Stromtankstelle gelegene Parkplatz mit einem Solar-Carport überdacht wird, um die Stromerzeugung deutlich zu erhöhen.

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Intelligentes Energie-Management

Weiterer Kooperationspartner für das Projekt ist das Schweizer Unternehmen EVTEC, das die Ladesäulen produziert. Diese sind mit allen gängigen E-Autos und Ladesystemen kompatibel. Mit dem 150-kW-DC-Ladesystem können Fahrzeuge mit 170 Volt bis 940 Volt Ladespannung "betankt" werden. Fahrzeuge, die mit weniger Leistung oder niedrigeren Ladespannungen laden, teilen sich die Stromtankstelle auf: Zwei Fahrzeuge können am Wechselstrom (AC) mit 22 kW oder 43 kW laden, zwei weitere mit 60 kW oder bis zu 90 kW am Gleichstrom (DC). Je nach den Voraussetzungen der E-Fahrzeuge wird der Strom dann entsprechend von der Ladesäule verteilt, ein intelligentes Energie-Management, mit dem auch Spitzen im Versorgungsnetz vermieden werden können. Dritter Kooperationspartner von Honda ist NewMotion.

Dieser Dienstleister kümmert sich um alles, was das Drumherum beim Aufladen betrifft - von der Fernwartung der Ladesäule bis zum Bezahlvorgang via Kunden-Karte. 100.000 Nutzer hat das Unternehmen bereits und ist damit einer der Großen in Europa in diesem Bereich. Das Laden ist ganz einfach: Kunden bekommen den von Honda festgelegten Preis am Display der Ladestation angezeigt und können mit ihrer Ladekarte die Station freischalten. Die Zahlung erfolgt ebenfalls über das Kundenkonto.

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Private Elektromobilität bedarf Teamwork

Da NewMotion auch mit zahlreichen anderen Anbietern zusammenarbeitet, können auch Kunden anderer Firmen an der Ladestation tanken. Das zeigt, dass es nicht genügt, wenn die Autoindustrie sich auch in Sachen Infrastruktur engagiert, sondern dass die Elektrifizierung der privaten Mobilität Teamwork ist. Der Bund beispielsweise hat jetzt für eine Laufzeit von vier Jahren 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Lade-Infrastruktur in Deutschland voranzutreiben. 200 Millionen Euro sollen für Schnellladesäulen ausgegeben werden. Mit Maßnahmen wie dieser sollen Projekte wie das von Hondas Europäischem Entwicklungszentrum in Offenbach, wo keinerlei Fördermittel in Anspruch genommen wurden, angestoßen und vorangetrieben werden.

Der Aufmarsch an Politik - Vertreter des hessischen Wirtschaftsministeriums, Offenbachs Oberbürgermeister und seine Amtsleiter für Umwelt und Energie Horst Schneider und Heike Hollerbach, Toshihiko Sato vom japanischen Generalkonsulat - und an Führungskräften wie beispielsweise Vorstandsmitglied Tsutomu Wakitani von Honda R&D Japan zeigt allerdings auch, wie rückständig die Autofahrer-Nation Deutschland im Bereich E-Mobilität ist. So viel Aufmerksamkeit von Seiten der Politik wäre bei der Eröffnung einer herkömmlichen Tankstelle undenkbar, ja sogar fast lächerlich.

Da aber auch Städte wie Offenbach einem Struktur- und Imagewandel unterliegen, ist das Thema Elektrifizierung gerne gesehen und wird gerne unterstützt, aus ökologischen Gesichtspunkten genauso wie als Werbemaßnahme für die eigene Innovationskraft. Das kann eine echte Chance für die Verbreitung von E-Autos sein. Honda R&D Europe jedenfalls hat mit der Eröffnung seiner intelligenten Hochvolt-Schnellladesäule seinen Beitrag dazu geleistet.

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