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Hyundai Grandeur 3.3 V6 GLS: Bescheidenheit ist eine Zier
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Die Liste umfasst allerdings auch nur zwei Punkte – Schiebedach und Sonderlackierungen -, sonst ist alles bereits in der Serienausstattung enthalten, selbst die Klimaautomatik und das Navigationsgerät mit großem Bildschirm in der Mittelkonsole.
Ebenso zurückhaltend wie die Hyundai-Kaufleute bei dem Preis erweisen sich auch die Hyundai-Designer. Der Grandeur ist zwar die größte Limousine des koreanischen Herstellers und dessen erster Ausflug in die Klasse der luxuriösen Fahrzeuge. Doch er gibt sich bescheiden und zurückhaltend. Gefällig und elegant kommt der Große daher, mit markantem Kühler in Marken-Optik, sanft ansteigender Seitenlinie und einer sanften Dachrundung à la Coupé. Um die Hinterräder bläst die Karosserie ein bisschen die Backen auf. Das Heck erinnert mit den deutlich abgesetzten Schultern an aktuelle Volvo und zeigt im Abschwung des Kofferraumdeckels sogar einen Hauch Maybach.
Was in ihm steckt zeigen noch am deutlichsten die beiden ovalen Aufpuffendrohre, die auch einem dicken Achtzylinder zur Ehre gereichen würden. Unter der Motorhaube arbeitet allerdings nur ein hoch drehender Sechszylinder V-Motor mit 3,3 Litern Hubraum und 171 kW (235 PS) bei 6000 Umdrehungen pro Minute (U/min). Dessen maximales Drehmoment von 304 Nm liegt bei 3500 U/min an. Das führt zu recht imposanten Fahrleistungen: Er schafft es mit seiner serienmäßigen Fünf-Gang-Automatik in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 240 km/h.
Den Verbrauch gibt Hyundai mit 10,2 Litern im Durchschnitt an. Wir lagen bei unseren Touren mit hohem Autobahnanteil im Schnitt allerdings bei14 Litern. Damit lässt sich die leer 1,8 Tonnen schwere Limousine von fast 4,90 Meter Länge allerdings auch flott bewegen, was vielleicht nicht die typische Fortbewegungsart der Zielgruppe des Grandeur sein mag.Als Zielgruppe Nummer eins hatten die Koreaner offenbar die Amerikaner vor Augen. Vieles im GLS erinnert an US-Limousinen. Es fällt nur einige Klassen besser aus. Der Innenraum mit Leder überall, Wurzelholz rundum und guter Verarbeitung übertrifft den US-Standard bei weitem. Die Armaturen sind sachlich gehalten und gut ablesbar. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die knallgelbe Beleuchtung der Rundinstrumente bei Nacht.
Das wird den Grandeur aber nicht hindern, auch bei seinen Zielgruppen in Europa Freunde zu finden.Der Blick auf den amerikanischen Autofahrer wird auch beim Fahren deutlich. Solange man dem Grandeur nicht gerade die Sporen gibt, bleibt bis zur maximalen Highway-Geschwindigkeit von 70 Meilen pro Stunde und sogar bis zur deutschen Autobahn-Richtgeschwindigkeit sanftes Gleiten und komfortables Federn angesagt. Bei höheren Geschwindigkeiten singt der Wind sein lautes Lied, und die Lenkung wird nervös. Das ist keineswegs bedenklich, solange man nicht gleichzeitig versucht, am Rand des Bildschirms die winzigen Knöpfchen für das Radio zu bedienen oder gar das "Augenpulver" zu entziffern, mit dem die Funktion dieser Knöpfchen erklärt wird.Sonst lässt sich der Grandeur nicht lumpen.
Seine Sicherheitsausstattung ist komplett bis hin zu Seitenairbags für die Fondpassagiere, die sich auch sonst nicht beklagen können. Die Frontpassagiere fühlen sich sicher nicht beengt, doch hinten geht es ungewöhnlich großzügig zu, großzügiger, als man es bei einem Radstand von knapp 2,80 Metern sonst erwartet. Auch für lang geratene Langnasen bleibt reichlich Platz. Auch sein Kofferraum erfüllt mit 523 Litern Inhalt durchaus den Anspruch an eine große Reiselimousine. Soviel Raum, eine so angenehme Umgebung und dieses entspannte Gleiten erwartet man nicht, wenn man dem Grandeur erstmals begegnet. Seine wahre Größe zeigt sich erst nach dem Öffnen der hinteren Türen. (ar/Sm)

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