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Kampf den Quälgeistern – Mit dem TÜV gegen Allergien
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Allergien haben sich in den vergangenen Jahren zu einer Massenkrankheit entwickelt. Rund 80 Millionen Menschen leiden in Europa unter Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Stoffen. In Deutschland ist jeder fünfte Bundesbürger betroffen, und die Zahl steigt ständig. Heuschnupfen, Juckreiz oder gereizte Augen gehören für viele Menschen zum Alltag. Pollen, Staubpartikel und bestimmte Stoffe sind ihre Feinde, und die sie nicht auch noch im Auto antreffen wollen.

Nicht nur Komfort für Allergiker

„Allergieauslöser“, so Professor Peter Elsner von der Universität Jena, „gehören nicht in den Innenraum eines Automobils. Deshalb müssen sich die Hersteller auch intensiv Gedanken machen, welche Materialien sie einsetzen.“ Für Allergiker lauern die Gefahren schließlich überall: im Bezugsstoff der Sitze, an Schaltern, die Nickel enthalten können oder Pollen und Staub, die in den Innenraum eindringen, Farben und Kunststoffe, die Lösungsmittel ausdünsten. Ein Innenraum ohne Allergene bedeutet nicht nur Komfort für Allergiker, er ist auch ein Beitrag zur Verkehrssicherheit. „Ein Niesen dauert zwar nur eine Sekunde, doch in dieser Zeit legt das Automobil bei Tempo 100 immerhin rund 30 Meter zurück“, beschreibt Karl Sander, beim TÜV-Rheinland Vorstand für Produkt und Umwelt die konkreten Auswirkungen einer allergischen Reaktion. Sein Unternehmen entwickelte vor neun Jahren ein Zertifizierungsverfahren für den „Allergie getesteten Innenraum“.

Prüfverfahren

Damals begann die Zusammenarbeit mit Ford, wo man sich Gedanken über einen allergiefreien Innenraum machte und nach einem Prüfverfahren suchte. Als weltweit einziger Hersteller tragen aktuell die Modelle aus dem Hause Ford das entsprechende TÜV-Prüfsiegel. Nach zwei Jahren gemeinsamer Entwicklung war der damalige Ford C-Max im Jahr 2004 die erste Baureihe mit einem amtlich bescheinigten allergiefreien Innenraum. Der neue Focus wird zurzeit beim TÜV-Rheinland den aufwendigen Tests unterzogen und dürfte, ein erfolgreiches Abschneiden vorausgesetzt, die neunte Baureihe mit dem begehrten Prüfsiegel sein. In Europa rollen inzwischen rund 4,5 Millionen Ford-Modelle mit dem Siegel „Allergie getesteter Innenraum“.

Bis die TÜV-Prüfer das Siegel erteilen, ist es allerdings ein weiter Weg. In aufwendigen Testverfahren werden mehr als 100 Materialien auf Schadstoffe analysiert. Außerdem werden alle Materialien, mit denen die Autoinsassen in Kontakt kommen können, auf ihre dermatologische Verträglichkeit untersucht. Dazu gehören unter anderem die Bezüge des Lenkrads und Schalthebels, die Sicherheitsgurte und die Schalter. Damit lassen sich Quellen einer Kontaktallergie ausschließen. Zusätzlich untersuchen die TÜV-Prüfer auch die Luftqualität und ermitteln zum Beispiel die Konzentration organischer Substanzen wie Lösungsmittel und Formaldehyd, deren Grenzwerte weit unter den in Gebäuden akzeptierten Werten liegen, weil, so TÜV-Experte Sander, „im Autoinnenraum mehr Emissionen gemessen an der Fläche vorhanden sind als in einer Wohnung.“

Bei den so getesteten Innenräumen haben auch kleinste Pollen keine Chance. Um das Siegel zu erreichen, müssen die Filter mehr als 98 Prozent der kleinsten Quälgeister einfangen. Mit dem Prüfsiegel leisteten Ford und TÜV-Rheinland echte Pionierarbeit. „Heute ist das Auto für viele Menschen ein zweites Zuhause, weil sie sehr viel Zeit auf der Straße verbringen“, erklärt Stefan Riewer, Spezialist für Fahrzeuginnenraum-Emissionen bei Ford Europa. Aber: „Während es für Möbel und Haushaltsgegenstände strenge Normen in Bezug auf gesundheitliche Verträglichkeit existieren, gab es bis zur Zertifizierung von Ford-Fahrzeugen durch den TÜV keinerlei Standards für die Automobilindustrie.“

 

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