Kaufberatung: Elektrofahrräder voll im Trend
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Nicht zuletzt angesichts exorbitanter Spritpreise werden Fahrräder mit Unterstützung durch einen Elektromotor immer interessanter. Kurzstrecken-Pendler bauen immer mehr auf die Zweiräder. Aber auch Zeitgenossen, die sich für längere Radtouren nicht fit genug fühlen, greifen gern zu den Stromern. Laut dem Magazin „Auto & Reise“ des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) fanden die Strombikes 2010 mit fast 200 000 Einheiten einen reißenden Absatz. Tendenz steigend.

Mittlerweile springen fast alle größeren Hersteller auf den Zug auf. Dabei ist das kein billiges Vergnügen, denn für ein qualitativ hochwertiges Bike muss der Radler fast 2 000 Euro in die Hand nehmen, und nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Die Qualität hat in den vergangenen Jahren merklich angezogen, doch befindet sich immer noch eine Menge „Neu-Schrott“ auf dem Markt.

Zunächst sollte sich der Interessent Gedanken über den Einsatzzweck machen. Denn die Stromer kommen mittlerweile in den verschiedensten Konzepten auf den Markt. Die Spanne reicht vom sportlichen Mountainbike über Transporträder und Klappbikes bis zum bequemen Stadtrad. Denn wer mit einem City-Lastenrad über einen Alpenpass holpert, dürfte wenig Spaß an der Tour haben.

Die zweite Entscheidung gilt dem Aufbau des Rads. Generell unterscheidet man dabei drei verschiedene Konzepte. Da wäre zum einen das E-Rad, auch „Pedelec“ genannt, das ein Hybridfahrzeug darstellt. Denn die Motorunterstützung wird nur freigesetzt, wenn der Fahrer auch in die Pedale tritt. Die Steuerelektronik erfasst das Tretverhalten des Radlers und regelt die Unterstützungskraft. Bei 25 km/h schaltet der Motor ab, deshalb bedarf es für das maximal 250 Watt starke Pedelec auch keines Führerscheins oder Mindestalters und keines Versicherungskennzeichens. Auch eine Helmvorschrift gibt es hier nicht.

Schneller geht es mit den Fahrrad-Varianten, deren energetische Unterstützung nicht abschaltet; doch hierfür werden Versicherungskennzeichen und Mofaführerschein fällig. Die dritte Alternative ist das „E-Mofa“ oder „E-Bike“, das auch ohne Tretunterstützung elektrisch fährt und maximal 500 Watt stark ist. Dafür wiederum braucht man ebenfalls Versicherungskennzeichen und einen Mofaführerschein.

Entscheidet der Käufer nun noch, wo der Motor sitzen soll, dann kann es auf die Suche nach dem richtigen Gefährt gehen. Zur Wahl stehen Frontantrieb, Heckmotor und Nabenmotor. Beim Antrieb an der Vorderradnabe können sowohl Naben- als auch Kettenschaltung zum Einsatz kommen, zusammen mit dem Treten durch den Fahrer ergibt sich so quasi ein Allradantrieb. Das mittig platzierte Gewicht beim Tretlagermotor kommt dem Fahrverhalten zugute, alle Arten von Schaltung können realisiert werden, eine Rücktrittbremse kann dieses Konzept aber nicht aufweisen. Da das Tretlager beim Bergabrollen still steht, ist auch eine Energierückgewinnung durch Rekuperation nicht möglich. Der Motor an der Hinterradnabe lässt sich grundsätzlich nur mit Kettenschaltung paaren, auch eine Rücktrittbremse ist nicht möglich. Von Nachrüstsätzen für konventionelle Fahrräder raten Fachleute ab, denn das könnte den Rahmen des Rads überfordern.

Geladen werden die Stromer mittels eines Ladegeräts an der Steckdose, je nach Ausführung kann dafür das Entnehmen der Batterie nötig sein. Nickel-Cadmium-Akkus sind mittlerweile verboten und auf dem Markt nicht mehr erhältlich. Meist werden Nickel-Metallhydrid-Akkus oder Lithium-Ionen-Stromspeicher verbaut. Bei letzteren sollte der angehende E-Radler am Ladegerät nicht sparen, da diese recht empfindlich gegen falsches Laden sind. Eine verkürzte Lebensdauer wäre die Folge. Was ärgerlich wäre, denn die Bauteile kosten je nach Typ bis zu 800 Euro. Die Positionierung der drei bis sechs Kilo schweren Stromspeicher spielt darüber hinaus auch eine gewichtige Rolle für das Fahrverhalten. Generell gilt: je mittiger, also näher am Tretlager, desto besser. Im Rahmen integrierte Batterien sind häufig umständlich zu entnehmen und werden besser am Rad direkt an der Steckdose geladen. Den Ausbau sollte man sich vor dem Kauf unbedingt zeigen lassen, zumindest dann, wenn man den Energielieferanten im heimischen Wohnzimmer aufladen will. Und nachdem die Teile teuer und bei Langfingern begehrt sind, müssen sie am Bike gut gegen Diebstahl gesichert werden.

Über die Reichweite entscheiden vielerlei Faktoren. Neben der Qualität und Kapazität des Stromspeichers spielen eingestellte Unterstützungsstufe, Fahrweise und natürlich das Gesamtgewicht des Gefährts inklusive Fahrer und Gepäck eine Rolle. Ohne große Anstiege sind bei vielen Modellen 80 bis 100 Kilometer drin. Bei ständigem Auf und Ab schrumpft die Reichweite entsprechend. Ein Leerfahren des Akkus sollte man vermeiden, da die Räder entsprechend schwer und damit ohne Unterstützung mühevoll zu bewegen sind. Zudem muss der Pedalist dann auch noch gegen den Widerstand des Motors antreten.

Bei der Wahl des Modells sollte der Käufer neben guter Verarbeitung dringend auf hochwertige Verkabelung und ausreichenden Nässeschutz an den Steckverbindung achten. Von Vorteil ist, wenn der Fachhändler sich auf E-Räder spezialisiert hat, schließlich kommen auf den Kunden Wartung und möglicherweise Reparaturen zu. Und kompetente Beratung ist für Radler, die sich im Metier nur wenig auskennen, das Non-Plus-Ultra. Viele gute Händler überlassen dem potenziellen Kunden gern ein Vorführfahrzeug für einige Stunden. Beherzigt man diese Ratschläge, so ist man vor unliebsamen Überraschungen gefeit und einer ersten Tour steht nichts mehr im Wege.

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