Neue Standortflucht: Reumütige Rückkehr
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Inzwischen weiß man: So manche Investition im Ausland, die Vorteile für Unternehmen verhieß, beschert enttäuschende Erkenntnisse. Anzunehmen, dass eine Menge schiefgegangen sein muss, ehe der Rückzug in die Heimat angetreten wird.

Schließlich interpretieren Beobachter solche Heimkehr ins vertraute Umfeld als Eingeständnis erlittener Niederlagen. Dabei verdient jeder rechtzeitige Entschluss, besser wieder die Koffer zu packen, eher Anerkennung als spöttische Kommentare. Es kann sehr klug sein, die Segel im Ausland zu streichen und an den alten Stammsitz in Deutschland zurückzukehren.

Ausgangspunkt von Entscheidungen, an ausländischen Standorten zu produzieren, war und ist die Erwartung günstigerer Fertigungskosten. Dass momentane Niedriglöhne mit Sicherheit keinen Bestand haben, scheint in der Kostenkalkulation öfter nicht ausreichend berücksichtigt zu werden – nicht die einzige Fehleinschätzung, die ursprüngliche Erwartungen womöglich schon bald durchkreuzt.

Landswährungen können an Wert gewinnen, Löhne steigen lassen und Produktionen teurer machen. Logistische und sprachliche Schwierigkeiten, der Mangel an ausreichend qualifizierten Mitarbeitern, aber auch Transportprobleme und Qualitätsmängel im Ausland gefertigter Produkte, die letztlich zu Lieferschwierigkeiten führen, lassen Jahr für Jahr Entschlüsse reifen, das Engagement im Ausland besser zu beenden.

Natürlich bringt es Vorteile, wenn Mercedes, BMW und demnächst auch Volkswagen Werke in den USA unterhalten, sich auf diese Weise vom starken Euro abkoppeln und obendrein vom zusätzlichen Sympathiegewinn beim amerikanischen Autokäufer profitieren. Die Rechnung, im Ausland zu produzieren, kann durchaus aufgehen.

Aber es gibt eben auch schlechte Erfahrungen. Sie sprechen sich rum. Die „Wirtschaftswoche“ verweist darauf, dass Produktionsverlagerungen ins Ausland „den tiefsten Stand seit 15 Jahren“ erreicht haben. Um 40 Prozent sei die Verlagerungsquote gefallen, während der Anteil der Unternehmen, die in die Heimat zurückkehrten, leicht gestiegen sei. „Mittlerweile kommt auf einen Verlagerer ein Rückkehrer“, hält das Wirtschaftsmagazin fest.

Hellseherische Fähigkeiten wären nicht vonnöten gewesen, um sich nach der politischen Wende in Europa schon bald vorstellen zu können, dass niedrige Arbeitslöhne etwa in Ländern wie Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei keinen Bestand haben werden. Dass Gleiches für die Lohnentwicklung an chinesischen Industriestandorten gilt, hat sich mittlerweile gezeigt.

Von den Schattenseiten der Globalisierung, eher gern ausgeblendet, den unerfreulichen Überraschungen und Folgen für Unternehmen, die Produktionsstandorte ins Ausland verlagerten, dürfte noch öfter die Rede sein.

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