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Schatz, wirf’ den Grill an, die Porsches kommen

Schatz, wirf’ den Grill an, die Porsches kommen Bilder

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„Win on sunday, sell on monday“ – nach diesem erfolgversprechenden Motto wird in den USA der extrem teure Motorsport refinanziert. „Denn die Automarke, die bei den amerikanischen Rennserien sonntags nach den Rennen bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Treppchen landet, wird schnell zum Publikumsliebling. Gleich am Montag nach dem Rennwochenende rollen hunderte oder sogar tausende zusätzlicher Serienfahrzeuge direkt aus den Showräumen der Autohändler“, erläutert Porsche-Motorsport-Sprecher Oliver Hilger.

Aber jede Rennserie hat ihre Ausnahmen, und so wie bei der Formel 1 in Monte Carlo am Freitag nicht trainiert werden darf, damit keine Motorengeräusche den katholischen Fürsten bei seinen Freitags-Gebeten stören, so werden in Lime Rock Park im US-Bundesstaat Connecticut am Sonntag keine Rennen der American Le Mans Serie (ALMS) gefahren, damit in der idyllisch auf einem Hügel, direkt neben der 2,478 Kilometer kurzen Rennstrecke gelegenen kleinen Kirche sonntags ungestört der Gottesdienst abgehalten werden kann. Traditionell finden die Rennen hier deswegen am Sonnabend statt, und so lautet das Motto dann eben „win on saturday, sell on monday“.

Und das funktioniert wirklich wunderbar, wie die zahlreichen Porschehändler im größeren Umkreis des Lime-Rock-Racetracks, auch runter [foto id=“368435″ size=“small“ position=“right“]bis ins zweieinhalb Autostunden entfernte New York City, noch vom vergangenen Jahr schwärmen. Denn da siegte das Porsche-Dream-Team Jörg Bergmeister und Patrick Long auf ihrem 911 GT3 RSR in der GT-Klasse und bescherte den Porscheverkäufern in den Folgetagen volle Kassen, leere Schaufenster und sogar kleinere Lieferschwierigkeiten, was in Nordamerika eher ungewöhnlich ist, da die Autohändler mit mehrere Fußballfelder großen Parkplätze immer auf die größten Anstürme vorbereitet sind. Wartezeiten auf Automobile werden in den USA keinesfalls akzeptiert. Der Amerikaner kauft, was da ist – vorzugsweise vollausgestattet und hochmotorisiert.

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An diesem Rennwochenende, beim dritten Lauf der 2011er American Le Mans Serie, sind nicht nur die Autohändler, sondern auch die zahlreichen Zuschauer in großer Vorfreude, denn der bei Lakeville, zwischen den Interstate-Highways 84, 87 und 90 gelegene Rundkurs ist so ganz anders, als die anderen Rennstrecken in den USA. Ähnlich herrlich idyllisch in die sehr grüne Landschaft eingebettet, vergleichbar mit der 100 Kilometer südlich vom britischen London gelegenen Rennstrecke von Goodwood, lädt die Lime-Rock-Piste ganze Familien und bierseelige Herrengesellschaften zum dreitägigen Campen, Chillen, Grillen und Genießen à la Nürburgring-24-Stunden-Rennen ein.

Die Tagesgäste aus der Umgebung picknicken mit ihren mitgebrachten Campingstühlen, [foto id=“368437″ size=“small“ position=“right“]Kühlboxen und Barbecue-Kugelgrills auf den umliegenden Grashügeln, von wo der Panorama-Blick auf die ersten drei Kurven einfach nur als paradiesisch zu bezeichnen ist. Das bestätigt auch John W. Kubiac, Immobilienmakler aus New Jersey: „Wir kommen jedes Jahr zum Lime Rock Park. Die Stimmung ist einfach sensationell. Außerdem mögen wir den Ernest-Hemmingway-Spruch, der gleich nach der ersten Kurve, Big Bend genannt, auf einem gigantischen Plakat prangt sinngemäß: ‚Autorennen, Stierkampf und Bergsteigen sind die einzig wahren Sportarten. Alles andere ist nur Spielerei’“.

John reiste mit seinen fünf Kumpels in drei Vintage-Porsche 911 an. Das Schmuckstück des bunten Trios (mittelblau, quietschgelb und flaschengrün), erzählt John breit grinsend, ist sein 1973er RS in äußerlich tadellosen, ja im positivsten Sinne fast schon museumsreifen Zustand. Bei der Frage, wie es denn mit der Originalität und „matching numbers“, also ob Chassis, Motor und Getriebe noch unausgetauscht wären, ausschaut, wird John schmallippiger und gibt zu, dass die Technik nicht ganz so vintage sei, wie die Außensicht verspreche. Als er das Fahrzeug vor sieben Jahren bei einer Oldtimer-Auktion telefonisch ersteigerte, hat man ihn wohl übers Ohr gehauen, gesteht der Porsche-Fan kleinlaut, denn die Restauration war deutlich umfangreicher, als im Auktionskatalog beschrieben.

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Sensationelle Optik mit viel Spachtel und noch mehr Farbe, der Rest spielt zwischen Kalifornien und Florida, anders als in Europa, kaum eine Rolle. Mit „aber gut sieht er doch aus, oder“, will John schnell das Thema wechseln. Kritische Fragen zu seinem Porsche 550 Spyder von 1955 mag auch Stanley aus Boston in Massachusetts nicht. Auch hier das gleiche Spiel wie bei John – außen hui, aber unter der Haube pfui.

Viel mehr als sein verbastelter 550 beeindruckt das für viele andere Camper schattenspendende Wohnmobil von Stanley und seiner Familie, das direkt an der Rennstrecke, nur durch einen fünf Meter breiten Rasenstreifen und die Leitplanke getrennt, thront. 17,5 Meter lang ist das schwarze Luxus-Camping-Monster zum Preis von umgerechnet 1,2 Millionen Euro – und hinten unten im fahrenden Familien-Wohnzimmer ist die Garage für den silberfarbenen Spyder.

Zwischen Stanleys Motorhome und dem Fahrerlager der GT-Piloten liegt neben zahlreichen Fastfood-Ständen eine für die USA untypische Gourmet-Oase. „Vanessa’s Hospitality Service“ heißt das Catering-Zelt mit den zwei Höckern. Hier gibt es nahezu rund um die Uhr immer wieder frisch zubereitete Leckereien, vom Frühstücks-Ei in sieben verschiedenen Varianten über die wohl besten Knoblauch-Shrimps westlich der Côte d’Azur bis hin zu einem Dessert-Buffet, das einem schon aus der Ferne eine wässrige Schnute beschert.

Die Patronin, Vanessa, kommt aus Deutschland, direkt aus dem elterlichen Hotel- und Cateringbetrieb nahe des Nürburgrings. Motorsport-Legende und Zakspeed-Gründer Erich Zakowski entdeckte schon vor Jahrzehnten das Talent von Vanessa und überredete sie, mit ihm um die Welt zu reisen und sein Formel-1-Team zu bekochen. Aber auch zahlreiche andere Renn-Teams wollten immer nur bei Vanessa futtern, und so machte sie sich selbstständig und fährt mit ihrer Crew quer durch die USA zu allen wichtigen Rennsportveranstaltungen. Nur einmal im Jahr verlässt Vanessa Amerika, wenn es im französischen Le Mans heißt „Gentlemen, start your engines!“

Zwischen dem Warm-up und dem Rennen kommt uns in der 33 Grad heißen Boxengasse Wolf Henzler vom Falken-Team entgegen. Der 36-jährige Nürtinger hat einen spacig-aussehenden, feuerfesten Pullover an. Mit einigen Metern vernähten Kühlschläuchen, durch die während des Rennens eisgekühltes Wasser durchgepumpt wird, um den Körper vor Überhitzung zu schützen. Wir begleiten ihn zur Autogrammstunde ins Fahrerlager. Dort wartet schon sein Teamkollege nebst zwei sexy aufgestrapsten Ladies um nun hunderte von Autogrammwünschen zu erfüllen. Mal auf mitgebrachten Plakaten, ins Programmheft, auf T-Shirts, Helme oder Basecaps. Ab und zu verlangen weibliche Fans auch den Namenszug der Fahrer auf ihren Dekolletés – erlaubt ist, was gefällt.

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So sieht das auch der bereits oben erwähnte Jörg Bergmeister (37) aus Langenfeld. Der gebürtige Leverkusener überragt mit seiner für Rennfahrer ungewöhnlichen Körpergröße von 1,94 Meter all’ seine Kollegen, die im Schnitt rund 20 Zentimeter kleiner sind. Bergmeister fährt mit seinem kalifornischen Teamkollegen Patrick Long für das Flying Lizard Motorsport Team von Selfmade-Millionär Seth Neiman. Mit Venture Capital (Risiko-Kapital) machte er sein Vermögen, dass er nun in den Rennsport investiert. Der 57-jährige aus dem US-Bundesstaat Ohio ist für Porsche der weltweit wichtigste Kunde. Jeder 911 GT3 RSR kostet ihn 450 000 Euro, insgesamt liegt das Jahresbudget bei 4,5 Millionen Euro. Damit kann man schon einiges bewegen und so sind die fliegenden Eidechsen das mit Abstand am besten ausgerüsteste und professionellste GT-Team.

Beim abendlichen Grillen – „BBQing“ sagt der US-Amerikaner dazu – der saftigen Jumbo-Steaks kommt Seth ins Schwärmen über seine schnellen Jungs in den Autos und in der Box. Er erzählt von Gott und der Automobilwelt, beantwortet brav und professionell alle Fragen. Nein, nicht alle Fragen, denn die ja wohl mehr als berechtigte Frage nach der Herkunft und Entstehung des Team-Namens und warum das Logo eher eine Giftschlange, als eine Eidechse darstellt, wird nur mit einem wissenden Lächeln beantwortet. „Nicht einmal meiner Mutter habe ich das verraten. Das bleibt mein großes Geheimnis…“ Na gut, dann eben nicht… Übrigens Bergmeister und Long kamen in Lime Rock Park auf Platz zwei. Und das reicht bei den Porsche-begeisterten Amis von der Ostküste, um am Montag mal eben beim Porsche-Händler vorbei zu schauen… Daten Porsche 911 GT3 RSR – technische Daten: Einsitziger GT-Rennsportwagen, Hecktriebler mit 45/65-Sperrdifferenzial, Motor: Sechszylinder Boxer, 3996 ccm, 335 kW / 455 PS bei 7800 U/min, 430 Nm, Maximaldrehzahl 9400 U/min, Trockensumpfschmierung, Sechs-Gang-Getriebe mit sequenzieller Klauenschaltung, Gewicht: 1220 Kilogramm, Fahrleistungen je nach Abstimmung von Rennen zu Rennen unterschiedlich, Preis: 450 000 Euro.

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