Schummel-Affäre: Das ADAC-Image leidet
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Der ADAC kommt in der „Schummel-Affäre“ nicht zur Ruhe. Die alles beherrschende Frage: Wurde bei der Abstimmung zum „Lieblingsauto der Deutschen“ die Zahl der Teilnehmer massiv nach oben korrigiert? Das jedenfalls berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Fest steht: Das Image des 19 Millionen Mitglieder starken Vereins wird beschädigt.

Vertrauen sei das wichtigste Gut des Autoclubs, sagte der anerkannte Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer im Interview des Radiosenders WDR 5. Sollte sich der Verdacht einer möglichen Manipulation bei der Wahl zum „Gelben Engel“ bestätigen, sei das Image des ADAC stark beschädigt. Laut Dudenhöffer gebe es zwei Gesichter des Clubs: Auf der einen Seite die gelben Pannenhelfer, die für die viele Autofahrer ein Segen seien. Auf der anderen Seite der ADAC als mächtige Interessenvertretung.

„Die Strukturen des Clubs sind sehr undurchsichtig“, sagt Dudenhöfer. Ein Vorwurf, den der ADAC ganz sicher nicht gerne hören wird. Angesichts dieser Diskussion dürfte die Verleihung des „Gelben Engels“ in München fast zur Nebensache geworden sein. Vor rund 400 Gästen aus Industrie, Wirtschaft und Politik wurden Automobilhersteller und Zulieferer für herausragende Leistungen und Produkte ausgezeichnet.

Großer Gewinner war Volkswagen. Die Wolfsburger Autobauer stellten mit dem Golf nicht nur das „Lieblingsauto der Deutschen“, sondern auch das beste „Eco-Auto“ (e-up!) und das beste „Familienauto“ (Sharan). Der ADAC bezeichnete das Wahlverfahren in einer Mitteilung als „manipulationssicher“.

Beim „Stadtauto“ hatten Elektrofahrzeuge die Nase vorn – allen voran Daimler mit dem Smart fortwo ed. Die Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC von Robert Bosch überzeugte die Jury in der Kategorie „Innovation und Umwelt“. Insgesamt konnten sich 15 Marken auf den jeweils fünf ersten Plätzen der insgesamt neun Kategorien platzieren. Über alle Kategorien gerechnet, vereinte Volkswagen am meisten Punkte auf sich, gefolgt von Audi, BMW, Mercedes und Bosch.

Der vom ADAC-Präsidium vergebene Preis in der Kategorie „Persönlichkeit“ wurde bereits in der vergangenen Woche öffentlich gemacht: Er geht an Michael Schumacher für dessen Verdienste um die Verkehrssicherheit und sein soziales Engagement. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister liegt nach seinem schweren Ski-Unfall noch immer in einer Klinik in Grenoble im künstlichen Koma.

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