Test: Harley-Davidson Electra Glide Classic – Wuchtige Wellness
Test: Harley-Davidson Electra Glide Classic - Wuchtige Wellness Bilder

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Frauen dürften eher selten den Lenker des 410-Kilo-Kolosses führen. Bilder

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Männer unter 1,80 Meter oder besser 1,90 Meter Größe sehen auf dem Dickschiff eher albern aus Bilder

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Ganz klar, das Ding macht was her und verlangt vom Fahrer eine angemessene Statur. Bilder

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Die E Glide ist ein Klassiker im Programm der Marke Bilder

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Die Zeiten, da Motorradfahren etwas mit individuellen Mobilitätsnotwendigkeiten zu tun hatte, sind lange vorbei. Auch etwas Rebellisches im Stile der “Born to be Wild-Attitude” geht heutigen Bikern in der Regel ab. Die zugehörigen dicken amerikanischen Zweizylinder werden inzwischen eher von gutsituierten Zahnärzten gefahren, als von wilden Rockern. Harley-Fahren ist durchaus in. Wo BMW mit der Perfektion der großen Enduros und wiederentdeckte Sportsgeist punktet, sammelt Harley-Davidson Kunden, die den American Way beim Motorradfahren bevorzugen.

Eingebauten Coolness und Extrakomfort

Der geht nicht unbedingt nur geradeaus, aber es ist von Vorteil, wenn die Straße breit ist. Vor allem wenn man im oberen Preissegment der Marke eingekauft hat und zur eingebauten Coolness [foto id=”421219″ size=”small” position=”right”]noch ein wenig Extrakomfort bucht. In diesem Fall käme unser Testmotorrad, die Harley-Davidson Electra Glide Classic in die engere Wahl. Die E Glide ist ein Klassiker im Programm der Marke und Cineasten als das amerikanische Polizeimotorrad bekannt. Ganz klar, das Ding macht was her und verlangt vom Fahrer eine angemessene Statur. Männer unter 1,80 Meter oder besser 1,90 Meter Größe sehen auf dem Dickschiff eher albern aus. Frauen dürften eher selten den Lenker des 410-Kilo-Kolosses führen. Ihnen gebührt der leicht erhöhte Thron mit Rückenlehne hinten, dafür dürfen sie auch kleiner sein, ohne fehl am Platze auf der Harley zu wirken. Womit bei diesem Bike die Geschlechterrolle eindeutig geklärt wäre.

Bike für die freie Wildbahn

Samt Fahrer und vollen Tank wiegt die Fuhre schon ohne Sozia locker über eine halbe Tonne, was sich im Stand durchaus bemerkbar macht. Rangieren und ganz enge Gasse sind ihre Sache nicht. Die E Glide braucht eine gewisse Weite, entpuppt sich einmal in Bewegung aber als erstaunlich behände so wie auch Elefanten oder Nilpferde ganz schön flott sein können, wenn man sie nicht in einen Zoo sperrt. Der Zoo für die E Glide ist eine schmale, gewundene Ortsdurchfahrt mit Ampeln an jeder Ecke, ihre Savanne die Autobahn, zur Not auch eine Bundesstraße. Dort könnte man auch den Tempomat ausprobieren, worauf wir auf Landstraßen doch lieber verzichtet haben. Der luftgekühlte Zweizylinder schüttelt aus knapp 1,7 Litern Hubraum 134 Newtonmeter Drehmoment und benötigt dazu 3.500 Umdrehungen. Die Leistung ist für Harley-Fahrer nicht so wichtig. In den technischen Daten wird sie locker verschwiegen. Es sind wohl 87 PS, die mittels Kette und Sechsganggetriebe für Vortrieb sorgen.[foto id=”421220″ size=”small” position=”left”]

Fahren wie ein Diesel

Im Grunde bewegt man eine E Glide, wie man einen Diesel fährt. Früh schalten, Drehmoment ausnutzen, mit niedrigen Touren im großen Gang rollen. Anders als beim Selbstzünder kann man aber den Sound genießen. Das gemütliche, aber durchaus kräftige Gebrabbel der zwei Töpfe ist akustisch großes Kino. Einfach schön und weitab von der nervösen Hektik japanischer Vierzylinder oder dem Gekreische manch hübscher Italienerin. Als ideales Reisetempo entpuppen sich 120 km/h. Dann zeigt der schlichte Drehzahlmesser je nach Gangwahl Werte zwischen 2.000 und 3.000 Touren an. Man könnte das serienmäßige Soundsystem nutzen oder entspannt mit der Sozia plauschen. Anschlüsse für alle elektronischen Kommunikationsgeräte sind vorhanden, selbstverständlich auch für ein Navi, das man auf großer Tour brauchen könnte. Genau dafür bietet unser zweirädriger Reisedampfer auch jede Menge Platz in zwei formschönen und voluminösen Koffern und dem noch größeren Top-Case.

Fazit[foto id=”421221″ size=”small” position=”right”]

Beim Preis wird deutlich, warum ein solches Bike eher von gut situierten Herren deutlich jenseits der 40 gekauft wird. Bei 23.785 Euro startet das Angebot und man kann es mit wenigen Extras wie einer Zweifarbenlackierung auch noch nach oben treiben. So gesehen ein teures Spielzeug für Menschen, die sich ein wenig zusätzliche Coolness abseits des Berufs leisten können und wollen. Es muss schließlich nicht immer ein Mercedes- oder Porsche Cabrio sein.

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