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Test Suzuki Grand Vitara X30: Der Veteran kann’s immer noch
Test Suzuki Grand Vitara X30: Der Veteran kann's immer noch Bilder

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Großzügige Platzverhältnisse im Fond Bilder

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Der Kofferraum schluckt 184–964 Liter Bilder

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Hartplastik-Oberflächen dominieren den Innenraum Bilder

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Die Bodenfreiheit liegt zwischen 160 und 190 Millimetern Bilder

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Stabile Spurlage liefert der permanente Allradantrieb Bilder

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Von Ingo Koecher —  Der permanente Allradler Suzuki Grand Vitara verbindet Offroad und Lifestyle

In diesem Jahr feiert der Suzuki Grand Vitara sein 25-jähriges Jubiläum. Als der Kompakt-SUV 1988 an den Start ging, gab es noch keinen nennenswerten Wettbewerb. Der Platzhirsch im Segment hochbeiniger Geländefahrzeuge mit Hang zum Großstadteinsatz hieß damals Range Rover. Heute hat sich das Angebot an kompakten SUV vervielfacht – von echten Wild Boys bis zu Salonlöwen, die nur so tun, als seien sie geländegängig. Und mittendrin der japanische Veteran Suzuki Grand Vitara mit permanentem Allradantrieb, [foto id=“447815″ size=“small“ position=“right“]Gelände- und Lifestyle-Anspruch. auto.de hat das Sondermodell Suzuki Grand Vitara X30 mit fünf Türen und manuellem 5-Gang-Schaltgetriebe getestet.

Rustikal zum Schrebergarten

Vortrieb liefert ein 1.9-Liter Common-Rail-Diesel mit 129 PS, 300 Newtonmetern Drehmoment und manuellem 5-Gang-Getriebe. Der permanente Allradantrieb lässt sich über vier Modi auf Vorder- und Hinterachse regeln (4H, 4H LOCK, 4L LOCK, N). In 4H wird die Kraft auf alle vier Räder verteilt. Der 4H-Lock-Modus verbindet Vorder- und Hinterachse starr miteinander. Die beiden Modi können auch während der Fahrt geändert werden. Für schweres Gelände steht der 4L-Lock-Modus zur Verfügung. Der liefert zusätzlich zur Sperre eine Untersetzung für mehr [foto id=“447816″ size=“small“ position=“left“]Antriebsdrehmoment.

Trotz Geländetauglichkeit dürften sich viele Offroad-Ausflüge auf Fahrten zur Gartenparzelle oder zum Parkplatz am Waldwanderweg beschränken. Dennoch ist es schön zu wissen, das es ginge, wenn man wollte. Dabei schmälert der Einstiegspreis den Schreck, falls die Karosse beim Abtauchen in Schlamm und Dreck doch mal einen Kratzer abbekommen sollte: die Basisversion ist schon ab 19.990 Euro zu haben. Dafür liefert Suzuki den Grand Vitara dreitürig, mit permanentem Allradantrieb und 1.6-Liter Benziner mit 106 PS.

Platz für einen toten Hirsch

Aber auch diejenigen, die ihrem Grand Vitara nur den kurzen Offroad-Tripp zur Kleingartensparte gönnen, werden den permanenten Allradantrieb lieben. Der schiebt den Japaner bei jeder Geschwindigkeit wie auf Schienen in Richtung Ziel – allerdings auf Kosten des Verbrauchs. Denn wer vier Räder antreibt, muss auch die Spritkosten für vier Räder zahlen. Am Ende unseres Tests gönnte sich der Suzuki Grand Vitara 8,1 l/100 km Diesel. Dabei geht der Mehrverbrauch von 1,4 Litern in Ordnung; die Herstellerangabe liegt bei 6,6 l/100 km. Schließlich bringt der kompakte SUV 1.604 kg Leergewicht auf die Waage. Die kompakten Maße des 3,87 m langen und 1,81 m breiten Grand Vitara sorgen für leichtes Handling in Stadt und Land.[foto id=“447817″ size=“small“ position=“right“]

Einen guten Kompromiss fanden die Japaner bei der Abstimmung des Fahrwerks. Dabei ist der Spagat vom Offroader zum hochhackigen Lifestyle-Laster nicht so einfach. Die vordergründig sportliche Auslegung ändert sich bei voller Beladung. Dann arbeitet das Fahrwerk richtig limousinig. In Sachen Zuladung stößt der Grand Vitara jedoch schnell an seine Grenzen. Der Kofferraum schluckt gerade mal 184 Liter. Das ist nur bedingt familientauglich. Bei umgelegter und hochgeklappter Rücksitzbank (teilbar im Verhältnis 50:50) entsteht eine ebene Ladefläche. Dann passen immerhin 964 Liter hinein. Das ist zwar auch unterdurchschnittlich (VW Tiguan: 470–1.510 Liter), dürfte dem Förster beim Abtransport des erlegten Sechsenders aber genügen.

Smartphone braucht es nicht …

Aufs Grobe ausgerichtet ist auch der großzügig bemessene Innenraum des Japaners. Hartplastik dominiert. Die Flächen sind zwar nach einem Offroadeinsatz mit einem feuchten Tuch schnell gereinigt, doch ihnen fehlt der Lifestyle-Charakter. Dieses Manko kompensiert Suzuki mit einem Dreispeichen-Multifunktionslenkrad sowie mit Einlagen an Schaltknauf und Türen. Außer Frage steht indes die Funktionalität. Die Bedienung erfolgt intuitiv über wenige Knöpfe und Taster. Das Cockpit ist mit drei analogen Rundinstrumenten für Drehzahl (links), Geschwindigkeit (mittig) sowie Kraftstoff und Temperatur (rechts) gestaltet. Nur das Display des Bordcomputers [foto id=“447818″ size=“small“ position=“left“](Uhr, Außentemperatur, Durchschnittsverbrauch, Momentanverbrauch, Reichweite) weicht vom schlichten Eindruck etwas ab. Insgesamt wirkt der Innenraum jedoch wie aus einem Stück. Hier wurde nichts nachgerüstet, nur um den Anschluss an die Smartphone-Generation nicht zu verpassen. Der Suzuki Grand Vitara ist authentisch.

So zeigt er sich auch von außen. Hier bleiben jedoch die Parallelen zum englischen Urvater des SUV-Segments, dem Range Rover, nicht verborgen. In der Zeichnung der Motorhaube oder der runden Nebelleuchten in der Frontschürze sind sie unübersehbar. Wer hier wen adaptierte, sei dahingestellt. Ungeschlagen bleibt der Suzuki Grand Vitara mit permanentem Allradantrieb auf jeden Fall im Preis.

Fazit

Nach 25 Jahren ist der Suzuki Grand Vitara fast ein Veteran im SUV-Geschäft. Mit der dritten Generation liefert der japanische Kleinwagenspezialist ein Auto im vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer keinen Wert darauf legt, sich auf einem belederten Armaturenbrett zu räkeln, ist mit dem Suzuki Grand Vitara gut bedient. Denn dem Fahrspaß sind die harten Flächen nicht abträglich.

 Datenblatt & Bewertung  Suzuki Grand Vitara X30
   
Länge/Breite/Höhe (m) 4,30/1,81/1,68
Radstand (m) 2,64
Motor Vierzylinder Diesel
   
Leistung  
Hubraum (cm³) 1.870
Leistung (kW/PS) 95/129
max. Drehmoment (Nm bei U/min) 300 bei 1.750–2.500
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 170
Beschleunigung 0-100 km/h (s) 13,2
   
Verbrauch  
Test-Verbrauch (l/100 km) 8,1
Test-CO2-Ausstoß¹ (g/km) 247,7
Verbrauch laut Hersteller (l/100 km) 6,6
CO2-Ausstoß laut Hersteller (g/km) 174
Schadstoffklasse Euro 5
Energieeffizienzklasse k. A.
   
Ausstattung (Basismodell) acht Airbags, Antiblockiersystem ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm ESP, Isofix, Klima, Servolenkung, elektrische Fensterheber vorn, höhenverstellbarer Fahrersitz, Rücksitzbank teilbar (50:50), Bordcomputer (Uhr, Außentemperatur, Durchschnittsverbrauch, Momentanverbrauch, Reichweite), CD/MP3/Radio, elektrische Außenspiegel, Alufelgen 16 Zoll, Funk-Zentralverriegelung
   
Gewicht und Zuladung  
Leergewicht (kg) 1.729
zulässiges Gesamtgewicht (kg) 2.170
Kofferraumvolumen (l) 184–964
   
Preis (Euro)  
Basismodell ab 19.900
Testwagen ab 29.900
   
Bewertung  
Exterieur-Design 2,1
Interieur-Design 2,3
Multimedia 2,2
Navigation 2,1
Fahrbetrieb 2,2
Verbrauch 2,6
   
Kosten pro Jahr² (Euro)  
Kraftstoffkosten³ 1.919,70
Steuern 180,50
Wertverlust 4.485,00
Gesamtkosten pro Jahr 6.585,20
   
Testnote 2,3
   
   
¹ Basierend auf Berechnungen des bayerischen Landesamts für Umwelt 
² Die Kosten pro Jahr setzen sich aus Kraftstoffkosten, Kfz-Steuer und errechnetem Wertverlust (15 Prozent p.a.) zusammen 
³ Kraftstoffkosten bei 1,58 Euro/Liter Diesel und einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern 
 
+ Sitzkomfort
+ Verarbeitung
Kleiner Kofferraum
Viel Hartplastik

 

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