Umfrage zur Modellvielfalt – Überforderte Autokäufer
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Sie heißen Mini-SUV, Crossover, Sportkombi, Micromini, Utility, Kompakt-Van, Business-Limousine oder Grandtourer und die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen.

Es ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Tatsache, dass Autobauer sich in den vergangenen Jahren bemüht haben, in jede kleine Nische ein Modell zu quetschen. Das ist irritierend, finden die Deutschen laut einer aktuellen Umfrage. Aber erfolgreich, kontert eine Analyse. Wie lange noch? Auch darauf hat ein Experte eine Antwort.

Mehr als 300 Modellreihen drängen sich auf dem hart umkämpften europäischen Markt, das haben die Unternehmensberater von PriceWaterhouseCoopers (PwC) nachgezählt, simple Varianten wie Kombi, Coupé oder Cabrio ausgenommen. Autokäufer finden das eher verwirrend als hilfreich, geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Emnid für PwC durchgeführt hat: Demnach sind 54 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die große Auswahl die Kaufentscheidung schwerer macht.

Trotzdem hat sich die Diversifizierungsstrategie mit vielen verschiedenen Modellen zumindest  für die deutschen  Autohersteller offenbar bisher ausgezahlt. Vor fünf Jahren rollten 68 Modellreihen aus ihren europäischen Werken, aktuell sind es fast 100 und 2019 werden es mehr als 120 sein, haben die Unternehmensberater analysiert. Gleichzeitig konnten sie nach der PwC-Untersuchung ihren Marktanteil in Europa zwischen 2007 und 2012 um sechs auf 36,5 Prozentpunkte ausbauen.

Die Strategie der deutschen Autobauer, sich durch zusätzliche Modellreihen immer neue Segmente zu erschließen und Markanteile zu erobern, ist also lange aufgegangen. „Wir werden allerdings einen Punkt erreichen, an dem sich kleine und kleinste Nischen nur noch mit extremer Kostendisziplin füllen lassen“, so PwC-Partner Felix Kuhnert. „Je geringer der Aufwand für Neuentwicklungen ist und je mehr Gleichteile verwendet werden, desto besser.“

Interessanter Aspekt

Ein Viertel der Umfrageteilnehmer, die in den kommenden zwölf Monaten ein Auto kaufen wollen, nimmt die Ausweitung des Angebots nicht einmal wahr. „Viele Autokäufer haben offensichtlich einen ‚Tunnelblick‘, sie wissen genau, was sie benötigen und sich leisten können“, analysiert Kuhnert das Ergebnis. Umso wichtiger sei es aus Sicht der Hersteller, nicht nur ein Nischenmodell auf dem Markt zu haben, das passt, sondern durch effizientes Marketing darauf aufmerksam zu machen.

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