Unfall-Test: Auch Stuntman chancenlos

Unfall-Test: Auch Stuntman chancenlos Bilder

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Simulierter Auffahrunfall der UDV mit einem echten Fahrer. Bilder

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Vollbremsung bei Tempo 102. Sekundenlang sieht es so aus, als komme der rote BMW noch zum Stehen, dann rumst es gewaltig. „Ich war chancenlos“, sagt der Unfallfahrer, Stuntman Dirk Gion.

Im Namen der Unfallforschung hat der Extremsportler und Filmstuntman auf einem stillgelegten Flugfeld in Griesheim bei Darmstadt nachgewiesen, dass bei einem Fahrabstand von 15 Metern bei Tempo 100 ein Unfall unvermeidbar ist, wenn der [foto id=“302534″ size=“small“ position=“right“]Vordermann plötzlich stark bremst. „Obwohl ich wusste, dass es gleich passiert und ich somit eine extrem geringe Reaktionszeit von rund eine halben Sekunde hatte, konnte ich den Unfall nicht vermeiden“, so Gion.

Der spektakuläre Versuch der Unfallforschung der Versicherer (UDV) soll beweisen, dass selbst Könner bei einem zu geringen Sicherheitsabstand nicht mehr schnell genug reagieren können. „Der Test spielt lediglich nach, was tagtäglich auf unseren Autobahnen und Landstraßen passiert“, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der UDV. Auf Autobahnen gehen 29 Prozent aller Todesopfer auf das Konto von Auffahrunfällen. Bundesweit passieren jährlich 43.000 Unfälle mit Verletzten und Getöteten, bei denen „ungenügender Sicherheitsabstand“ Unfallursache war. Grund ist ein fataler Effekt: Autofahrer schätzen in der Regel sowohl die Entfernung zu weit und die Geschwindigkeit zu niedrig ein.

Betroffen sind vom typischen Autounfall zu 80 Prozent Männer. Besonders ausgeprägt sei die Selbstüberschätzung bei gut situierten Männern mittleren Alters, die als Vielfahrer stark motorisiert unterwegs sind. „Sie glauben [foto id=“302535″ size=“small“ position=“left“][foto id=“302536″ size=“small“ position=“left“]mit ihrer Fahrerfahrung das erhöhte Risiko zu kompensieren“, erläutert Fabian Regh von der Technischen Universität Darmstadt, die den Crashtest betreut hat. Dass selbst hochkonzentrierte Profis nicht kompensieren können, hat Stuntman Gion nun bewiesen, der schon seit 17 Jahren Kopf und Kragen riskiert. „Als ich hinter dem Versuchsfahrzeug herfuhr, kam mir der Abstand, den man im Alltag durchaus schon mal wählt, unglaublich eng vor.“ Daher will der Stuntman künftig „bis zu seinem Lebensende“ den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand halten.

Als erste Hilfe für die richtige Distanz zum Vordermann gelten die Leitpfosten, die auf der Landstraße 25 und der Autobahn 50 Meter auseinander stehen. Sicher ist es, wenn der „halbe Tachowert“ als Abstand gewählt wird. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ist demnach ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern einzuhalten. Autofahrer können sich auch an der „Zwei-Sekunden-Regel“ orientieren: abwarten, bis der mit gleicher Geschwindigkeit fahrende Vordermann eine Markierung (Leitpfosten, Verkehrsschild) passiert, dann „einundzwanzig, zweiundzwanzig“ zählen und so den zeitlichen Abstand messen. Wer die Markierung schneller als in zwei Sekunden erreicht, ist zu dicht dran. Noch besser ist jedoch ein intelligenter Tempomat, der mit einer automatischen Notbremse kombiniert sein sollte. Die Forscher fordern eine Einbaupflicht für diese Lebensretter. Bis dahin sollten „vernünftige Könner“ wenigstens ein Abstandswarnsystem nachrüsten.

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