Citroen

Vorstellung Citroen C1: Der zweite Drilling

Zumindest da hatten die Japaner mit dem Aygo die Nase vorn, Peugeot zeigt seinen Spross der Familie kommende Woche. Jetzt hat Citroen seinen Vertreter vorgestellt. Das Ergebnis: ein durchaus vollwertiges Gefährt zum Grundpreis von 8390 Euro. Dafür erhält der Kunde die dreitürige Version mit dem 50 kW/68 PS starken Einliter-Benziner als Dreitürer mit. Zwei weitere Türen kosten 400 Euro Aufpreis. Die Preise für den Diesel mit 40 kW/54 PS, der Anfang kommenden Jahres kommt, beginnen bei 10 540 Euro.
Citroen C1. Foto: Auto-Reporter
Im Serienumfang der Basis "Advance" sind unter anderem vier Airbags, ABS, vier Kopfstützen, ein Heckscheibenwischer sowie ein vollwertiges Ersatzrad enthalten, ESP ist nicht vorgesehen. Eine Servolenkung mit höhenverstellbarem Lenkrad kostet 300 Euro. Der C1 soll mit sehr kompakten Abmessungen (Länge: 3,43 Meter, Breite: 1,63 Meter, Höhe: 1,47 Meter) vier Personen ausreichend Platz bieten. Diese Operation ist durchaus gelungen, auch hinten sitzt selbst ein Erwachsener relativ kommod. Fürs Gepäck bleiben dann noch bescheidene 139 Liter, aber auf einer solch kleinen Grundfläche können eben auch die Ingenieure nicht zaubern. Die Rückbank lässt sich umlegen, dann bleiben maximal 751 Liter Stauraum.
Mehr Ausstattung bietet die Variante "Style", die unter anderem über Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber vorn sowie von innen verstellbare und lackierte Außenspiegel verfügt. Die Preise beginnen bei 9240 Euro. Ein Zusatzpaket mit Klimaanlage, Drehzahlmesser und CD-Radio belastet das Konto mit weiteren 1100 Euro. Dann kostet der C1 also schon mehr als die magischen 10 000 Euro, hat aber auch mehr als nur das nötigste an Bord und bietet schon so etwas wie kleinen Luxus. Mit diversen Paketen zu bezahlbaren Preisen lässt sich der kleine Franzose weiter verschönern, es bleiben also keine Wünsche offen.
Nehmen wir Platz. Die vorderen Sitze bieten wenig Seitenhalt, sind aber ausreichend groß und bequem. Der Einstieg nach hinten ist auch beim Dreitürer relativ einfach, eine Easy-Entry-Funktion, die das Gestühl nach den Vorklappen wieder in die alte Position zurückgleiten lässt, gibt es nicht. Hier ist also "Basteln" für den Fahrer angesagt. Wenig Anlass zur Kritik gibt es bei der Materialanmutung und der Bedienbarkeit. Alles ist am rechten Fleck, nichts wirkt extrem billig. Natürlich gibt es nacktes Blech und Hartplasstik. Aber keine Spur mehr vom Klapperkistengehabe früherer Kleinwagen, hier können sich die Passagiere durchaus wohlfühlen. Eine Klimaanlage sollte der Kunde wegen der großen Fensterflächen mitordern, sonst ist im Sommer schwitzen angesagt, auch die Servolenkung ist eine empfehlenswerte Option.
Der Dreizylinder-Motor im C1 – ursprünglich aus der Palette von Toyota-Tochter Daihatsu entliehen – hat einen ganz eigenen Klang. Er schnurrt sozusagen wie ein Kätzchen. Das wirkt im ersten Moment befremdlich, ist aber nicht unangenehm. Die Geräuschkulisse bleibt auch bei hohem Tempo (das bedeutet bei diesem Kleinwagen 150km/h) im Rahmen. Große Beschleunigungsorgien darf keiner erwarten, aber zum Mitschwimmen auf der Autobahn reichen die 68 PS locker und leicht. Am Berg muss man zurückschalten, um nicht zuviel Tempo einzubüßen – ein bisschen wie früher. Daran "Schuld" ist das relativ dünne Drehmoment von 93 Newtonmetern bei 3600 U/min. Natürlich ist der C1 kein Rennwagen. Aber als Grunddaten gibt Citroen eine Beschleunigung von Null auf 100 in 13,7 Sekunden an und eine Höchstgeschwindigkeit von 157 km/h – für einen Stadtflitzer mehr als genug.
Das Fahrwerk ist durchaus komfortabel und übertraf meine Erwartungen. Der C1 ist eher weich für einen Kleinwagen und federt daher erstaunlich behände über grobe Unebenheiten. Einem flotten Durcheilen von Kurven setzen die Fahrleistungen einen Riegel vor, aber bei einer ersten Ausfahrt erwies sich der kleinste Citroen als unproblematischer Geselle. Das Fünfganggetriebe hat lange Schaltwege, optional ist ein halbautomatisches Getriebe im Angebot, dessen Aufpreis uns Citroen noch nicht verraten wollte. Es heißt wie üblich "Sensodrive", obwohl es von Toyota geliefert wird.
Zu den Kosten: Der Basispreis ist wirklich als reiner Kampfpreis anzusehen, kaum ein Kunde wird den C1 "nackt" ordern. Aber auch mit einigen Extras ist er ein gutes Angebot, zumal die Unterhaltskosten (Vollkaskoeinstufung 11 und Euro 4-Norm) gepaart mit dem geringen Verbrauch des Motors (laut Citroen 4,6 Liter Superbenzin) gering ausfallen. In Sachen Sicherheit bietet das Fahrzeug mit vier Sternen beim EuroNCAP-Crashtest eine ordentliche Einstufung, dass kein ESP lieferbar ist, bleibt ein Manko.
2500 C1 will Citroen noch in diesem Jahr bei uns verkaufen, 10 000 sollen es 2006 werden. Doch die Konkurrenz wächst in diesem Segment. Außerdem räubert das eigene Produkt C2 möglicherweise Marktanteile, denn auch er ist mit den üblichen Verkaufsmaßnahmen – sprich Rabatten – durchaus für unter 10 000 Euro beim Händler zu haben. Doch ob der Kunde am Ende mit einem C1 oder C2 vom Hof fährt, dürfte Citroen egal sein. In Sachen Kleinwagen sind die Franzosen jedenfalls mit vier Fahrzeugen (der C3 und der C3 Pluriel sind auch noch im Angebot) hervorragend aufgestellt. (ar/sb)
Weitere Fotos finden Sie bei unseren Kollegen unter: www.unitedpictures.com
Von Stephan Bähnisch
5. Juni 2005. Quelle: Auto-Reporter

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