Neues Reisemobil

Vorstellung VW Grand California: Die nächste Runde im Freizeit-Roulette
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Es ist alles eine Frage der Zeit. Wenn der Markt der zum Reisemobil ausgebauten Kastenwagen durch die Decke geht und ein wahrhaft prädestiniertes Basisfahrzeug von den eigenen Bändern rollt, warum sollte dann die Wertschöpfungskette nicht weiter geschmiedet und nach bewährtem Muster ein Freizeitwagen auf die Räder gestellt werden? Volkswagen Nutzfahrzeuge hat bereits in der Vergangenheit mit diesem Modell ausgezeichnete Erfahrungen und Gewinn gemacht. Erst ging der California an den Start, ein ausgebauter T3 mit Hubdach und Heckantrieb, kurze Zeit später kam der größere Lieferwagen LT als Florida auf den Markt.

Auf Basis des Crafter

Der Florida hatte all das, was den kleineren Bruder bei manchem Camper durchfallen ließ. Eine Nasszelle mit Klo und Dusche, mehr Stauraum und Stehhöhe auch ohne Klappdach. Den Erfolg des California konnte er dennoch nicht erzielen. Der kleinere Bruder brachte es in nunmehr vier Generationen auf 130 000 verkaufte Exemplare und ist damit das meistverkaufte Reisemobil der Welt. Der Florida dagegen wurde nach kurzer Bauzeit wieder eingestellt.

Der Grund dafür war nicht zuletzt das Basisfahrzeug, das in die Jahre gekommen war und dringend einer Nachfolge bedurfte. Die aber trat in Form des Crafter an, eines bei Mercedes-Benz gefertigten leichten Transporters, dem VW eine geringfügig modifizierte Frontpartie und das eigene Markenlogo aufdrückte. Die Gewinnmarge ist bei derartiger Fremdproduktion naturgemäß kleiner als bei einer Eigenfertigung, ein Reisemobil von VW auf Basis dieses Modells gab es daher in dieser Zeit nicht.

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Kaum schlagbare Preise

Seit 2016 jedoch wird der neue Crafter wieder unterm eigenen Dach gefertigt, besonders preisgünstig im polnischen VW-Werk Wrzesnia. Im September des vergangenen Jahres war es dann so weit, VW zeigte beim Caravan-Salon in Düsseldorf die Studie eines Reisemobils auf Basis des neuen Crafter, der Name war frühzeitig gesetzt, Grand California sollte der wenigstens sechs Meter lange Wagen heißen. Jetzt geht er an den Start, zu kaum schlagbaren Preisen. Für schlanke 54 990 Euro hält VW die kurze Version feil, die größere Variante mit 6,80 Meter Länge ist kaum teurer und steht für 57 100 Euro bei ausgesuchten Händlern. Einen Allradantrieb gibt es optional, allerdings zu sehr unterschiedlichen Anschaffungskosten. Während beim Grand California 600 noch moderate 4320 Euro Aufpreis für die 4Motion-Version fällig werden, verlangt VW bei der 680-Version dafür satte 6650 Euro.

Die technische Basis kann sich sehen lassen. Die teuren Extras sind bereits inkludiert, so etwa der starke Diesel und das Automatikgetriebe mit acht Übersetzungsstufen. Der Selbstzünder hat 177 PS (130 kW), die schöpft er aus vier Zylindern und zwei Litern Hubraum. 410 Newtonmeter Drehmoment liefert die Maschine, das garantiert gute Durchzugsstärke auch bei voller Beladung, 3,5 Tonnen darf der Grand California maximal wiegen, eine Auflastung auf 3,88 Tonnen gibt es als Option. Besonders für die lange Variante empfiehlt sich diese Maßnahme.

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Clevere Ausstattung im Innenraum

Innen bleibt VW dem Einrichtungsstil, der schon beim T6-California die Camper begeistern konnte, konsequent treu. Helle Farbe, glatte Flächen, gekonnt gesetzte Akzente, das Design orientiert sich am ehesten an dem einer Greifswalder Hanse-Yacht. Assoziationen in diese Richtung soll schon der Fußbodenbelag wecken, der zwar ein Laminat ist, aber zumindest bei der Strapazierfähigkeit einem hochwertigen Schiffparkett kaum nachsteht. Die Grundrisse beider Versionen folgen dagegen bekannten Strickmustern. Der 600 hat eine Doppelquerbett im Heck, der 680 nutzt die größere Innenraumlänge für zwei Einzelbetten in Längsrichtung, dazu gibt es noch einen Kleiderschrank während beim kürzeren Modell eine Kleiderstange am Fußende der Liegefläche der Garderobe eine Heimat geben soll. Weiter vorn ist die Sitzgruppe zu finden, die beiden Sitze im Fahrerbereich können gedreht und um den Tisch gruppiert werden. Der lässt sich zwar aus seiner Wandführung aushängen, aber nicht vergrößern wie es in dieser Klasse der Kastenwagen eigentlich üblich ist.

Clever ist die weitere Ausstattung zusammengestellt. Im Waschraum schaltet ein Bewegungsmelder das Licht an, ein Klappwaschbecken sorgt für die Verbesserung der Platzverhältnisse, wer noch mehr Bewegungsfreiheit wünscht, dürfte sich über den Anschluss für eine Außendusche freuen, auch der gehört zum Standard. Die Kassettentoilette ist in komfortabler Höhe eingebaut. Auf zwei Flammen kann der Camper auf der gegenüberliegenden Küchenzeile seine Mahlzeiten zubereiten, die Vorräte kommen im 70-Liter-Kühlschrank unter. Mit einer klappbaren Arbeitsplatte lässt sich die Küchenfläche nach vorne verlängern, dann aber wird es mit dem Einstieg knapp. Außen unter der Schiebetür wartet eine elektrische Trittstufe auf ihren Einsatz, sie fährt beim Öffnen automatisch aus und gehört ebenso zur Serienausstattung wie die Außenbeleuchtung und das Insektenschutzgitter der Tür. 110 Liter Frischwasservorrat sind für die Versorgung von Waschraum und der Edelstahlspüle der Pantry an Bord, 90 Liter passen in den Abwassertank.

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Ein attraktives Angebot mit solider Grundausstattung

Wirklich kurz ist die Liste der Optionen jedoch nicht, die Campingmöbel, die beim kleinen California serienmäßig sind, müssen beim großen Bruder extra bezahlt werden. Sie sind während der Fahrt in bewährter Weise Platz sparend in der Hecktür verstaut. Optional wird außerdem ein Hochbett angeboten, das mit 150 Kilogramm belastbar ist und zumindest Kindern und Jugendlichen im Hochdach eine treffliche Übernachtungsmöglichkeit bietet. Andernfalls kann der Platz dort als Stauraum genutzt werden. Markise, Solarpanel, Umformer für 230-Volt-Versorgung von Elektrogeräten sind zu haben, kosten aber ordentliche Aufpreise. Eine Klimaanlage statt der hinteren Dachluke oder eine TV-Sat-Einrichtung mit sich automatisch ausrichtender Schüssel finden sich ebenfalls in der aufpreispflichtigen Wunschliste. Teuer aber begehrenswert ist die Zweifarb-Lackierung des Grand California. Wie auch seine kleinere T6-Ausführung kann eine hübsche, kontrastierende Farbgebung gewählt werden, von schicken Braun-Beige-Tönen bis zur klassischen Rot-Weiß-Lackierung.

Das jüngste Reisemobil von Volkswagen Nutzfahrzeuge ist ein überaus attraktives Angebot. Zum Sonderpreis gibt es eine solide Grundausstattung und vor allem saubere Dieseltechnik. Wieso eigentlich hat das so lange gedauert? Vermutlich wird der Grand California wie sein kleineres Pendant ein Riesenerfolg, sein äußerst günstiger Preis ist bei anderen Anbietern schon für einen gleichwertig ausgestatteten Citroen Jumper oder Fiat Ducato zu zahlen. Und günstiger als der teurere Sprinter von Mercedes erscheint das VW-Mobil obendrein. Bei den Assistenten-Ausstattung kann er mühelos mithalten, wenngleich unter Reisemobil-Fans auch heute immer noch mehrheitlich gilt: Weniger ist mehr.

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Keine nennenswerten Variationsmöglichkeiten

Mit dem großen California geht das Rennen in der wachstumsträchtigsten Reisemobiklasse in eine neue Runde. Kleine Marken und Manufakturen, die mit wesentlich geringeren Stückzahlen rechnen müssen, haben kaum eine Chance, der VW-Großoffensive etwas entgegenzusetzen. Hier kann nur Individualisierung und solide Handwerksarbeit retten und die Angebote attraktiv gestalten. Denn beim Grand California gibt es bei der Innenraumgestaltung außer dem vielfarbigen aber aufpreispflichtigen Ambientelicht keine nennenswerten Variationsmöglichkeiten.

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