Mercedes-Benz

Wenn Wasser- mit Sauerstoff reagiert: Das Tagebuch einer Brennstoffzellen-Erfahrung

Wenn Wasser- mit Sauerstoff reagiert: Das Tagebuch einer Brennstoffzellen-Erfahrung Bilder

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Aus dem fahrenden Auto heraus werden auch beim World Drive die Fahraufnahmen gemacht. Bilder

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Verbrauchs- und Aufladungsanzeige in einer F-Cell-B-Klasse. Bilder

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Brennstoffzellen-B-Klasse neben Warnschild vor über die Straße laufenden Tieren. Bilder

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Tanklastzug beim Zwischenstopp in Lavers Hill. Bilder

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Mobile Wasserstoff-Tankstelle beim Zwischenstopp in Kingston. Bilder

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In einem Surfer-Laden auf der Strecke von Melbourne nach Portland nahe der Great Ocean Road. Bilder

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Der Wasserstoff wird hiermit direkt zu den mobilen Betankungsstationen transportiert. Bilder

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F-Cell-B-Klasse vor alten Fahrzeugen im nachgebauten Pionierort Old Tailem Town. Bilder

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Die australische Gesamtetappe führte von Sydney im Osten bis Perth im Westen. Bilder

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Brennstoffzellen-B-Klasse unter einem Riesenhummer in Kingston, Australien. Bilder

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Melbourne/Adelaide – 125 Tage dauert der World Drive, bei dem drei F-Cell-B-Klassen samt Begleitfahrzeugen zum Mercedes-Jubiläum „125 Jahre Automobil/125 Jahre Innovation“ bis Anfang Juni einmal die Erde umrunden. Der Tross macht zur Autoschau in Shangai gerade in China Station. Vorher war er in Australien unterwegs gewesen, wo wir auf den zusammen über 1000 Kilometer langen Teiletappen von Melbourne über Portland nach Adelaide mitgefahren sind. Lesen Sie nachfolgend das Tagebuch einer australischen Brennstoffzellen-Erfahrung.

Erster Tag (Mittwoch)

Singapore-Airlines-Flug SQ 325. Die Boeing 777 der Fluggesellschaft des kleinen Stadt- und Inselstaates südlich von Malaysia hebt nach 22 Uhr etwas verspätet vom Flughafen Frankfurt ab. „Was ist das für ein Auto“, fragt ein Passagier, nachdem er unseren Prospekt über die Brennstoffzellen-B-Klasse von Mercedes gesehen hat, „das Sie da testen wollen?“ Ein Auto, erklären wir, quasi mit eigenem Kraftwerk an Bord. Das über einen Elektroantrieb mit Brennstoffzelle verfügt, die aus der chemischen Reaktion von Wasser- und Sauerstoff Strom erzeugt – eben direkt im Wagen. [foto id=“354702″ size=“small“ position=“left“]Wobei es zumindest lokal zu keinerlei Schadausstoß kommt, fügen wir hinzu. Wasser ist die einzige Emission während der Fahrt. „Und das gibt es schon?“

Zweiter Tag (Donnerstag)

Es gibt! Wir haben das Auto sogar bereits zweimal gefahren. Und wollen nun sehen, wie es sich unter extremeren Bedingungen verhält. Aber wir sind erst auf dem Weg dorthin. Landung auf dem Flughafen Changi in Singapur gegen 16 Uhr Ortszeit nach rund zwölf Stunden Flug und mehr als 10 000 Kilometern. Fünf Stunden Aufenthalt in Singapur. Schön, wenn es in der Lounge der Europa/Asien-Australien-Drehscheibe jetzt so etwas wie Schlafsessel geben würde. Fehlanzeige! Die Maschine nach Melbourne geht erst abends um 21 Uhr. Nochmal 6000 Kilometer. Nochmal sieben Stunden. Wow! Erstaunlich, wie flüsterleise der Singapore-Airlines-Riesenvogel A380 tatsächlich ist.

Dritter Tag (Freitag)

Früher Morgen. Ankunft in Melbourne. Es ist sonnig, aber kühl. Ein frischer Wind weht. Auf der Südhalbkugel hat der Herbst gerade erst begonnen. Die nächste Zeitverschiebung. Plus acht Stunden. Schlafen! Schlafen! Schlafen! Abends Briefing. Matthias Brock erinnert an die erste Überlandfahrt von Bertha Benz 1888, als ihr das Leichtbenzin ausging und sie Treibstoff, der damals als Reinigungsmittel verkauft wurde, noch in einer Apotheke nachfüllen musste. „Wir“, so der [foto id=“354703″ size=“small“ position=“right“]Mercedes-Sprecher, „haben unsere eigene ‚Apotheke‘, zwei komplette Betankungsteams, dabei.“ Arwed Niestroj, der Mann, der diese Tour leitet, schärft uns ein: „Wir sind hier in Australien! Fahren Sie links!“

Vierter Tag (Samstag)

Auto-Übernahme. Yoshihiro Kimura, mit dem wir fahren, ist mit diesem F-Cell-Mercedes ebenfalls längst vertraut. „Das“, sagt der Kollege aus Japan, „ist schon alltagstauglich, selbst wenn Mercedes die Technologie erst 2015 in Serie gehen lassen will.“ Ein Mixverbrauch im direkten Dieselvergleich von nur wenig über drei Litern könne sich sehen lassen, knapp unter 400 Kilometer Reichweite auch. Great Ocean Road. Es geht direkt am Meer entlang. Tankstopp in Lavers Hill. Die zusätzlich 40, insgesamt 80 Kilometer, die wir erst zurück zu einem historischen Leuchtturm, dann wieder entgegengesetzt fahren, um auf die Strecke zu kommen, machen uns später arg zu schaffen. Man kann (noch) nicht einfach so an eine Tankstelle fahren, sagen: „Einmal Wasserstoff, bitte!“ Es ist dunkel. Die letzten Kilometer schleichen wir fast nur mit Tempo 70. Das Radio, Zusatzaggregate, fast alles ist aus. Mit einer minimalen Restmenge, die vielleicht noch für eine Viertelstunde gereicht hätte, kommen wir in Portland an. Dank Umweg zum Cape Otway haben wir jedenfalls Koalas gesehen, immerhin.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das Tagebuch einer Brennstoffzellen-Erfahrung – Teil II

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Fünfter Tag (Sonntag)

Der Morgen wieder grau in grau. Und kühl. Zu Hause Sommer im Frühling schon mit über 20 Grad. Ein kleines Wallaby wagt sich im Nationalpark Lower Glenelg aus dem Wald – wie tags zuvor in der [foto id=“354705″ size=“small“ position=“left“]Dämmerung schon zwei Kängurus. Zwei Emus stolzieren am Rand einer Schonung. Ein Wombat tummelt sich später nahe der Küste sogar noch im Gras, als wir ihn passieren; der schnurrende Elektroantrieb ist schließlich kaum zu hören. In Mount Gambier stellen Oldtimer-Besitzer auf einer Wiese ihre Schmuckstücke zur Schau. „Look at that, what kind of car is this?“ Ein bis zu Tempo 170 schnelles Auto, erklären wir, 136 PS, 290 Newtonmeter, Powermeter statt Drehzahlmesser, stufenloses Getriebe, nur ein Vorwärtsgang, Bremsenergie-Rückgewinnung, Lithium-Ionen-Batterie und eben Brennstoffzelle. Tankstopp mittags in Kingston auf dem Princess Highway zu Füßen eines Riesenhummers. Abends in Adelaide. „Und“, will Tourleiter Niestroj wissen, „wie war’s?“ Mit mehr Rest-Wasserstoff im Tank diesmal viel entspannter … Der nachgebaute Pionierort Old Tailem Town am Murray River hat zum Glück aber auch keinen Umweg notwendig gemacht; er liegt direkt an der Hauptstraße.

Sechster Tag (Montag)

Rückflug am späten Vormittag. Siebeneinhalb Stunden erst von Adelaide nach Singapur. Sechs Stunden Aufenthalt bis kurz vor Mitternacht. Danach noch fast 13 Stunden Weiterflug. So langsam wirkt die australische Brennstoffzellen-Erfahrung nach.

Siebter Tag (Dienstag)

Frankfurt, 6.30 Uhr. Der Boeing-Jumbo 747 des Singapore-Airlines-Fluges SQ26 setzt auf Rhein-Main zur Landung an. Komplette zwei Tage nur im Flieger unterwegs gewesen und in der Lounge verbracht. Unterm Strich, Auto und Flieger zusammen, rund 33 000 Kilometer zurückgelegt. Das [foto id=“354706″ size=“small“ position=“left“]Gefühl? Ganz schön ausgebrannt.

Mit dem F-Cell-World-Drive …

… will Mercedes nach eigenen Angaben die technische Reife seiner auch für größere Modelle, etwa C-Klasse, vorgesehenen Brennstoffzellen-Technologie untermauern und beweisen, dass die entsprechenden Fahrzeuge bereits alltagstauglich sind. Außerdem soll der Forderung zum notwendigen Aufbau einer flächendeckenden Tankstellen-Infrastruktur für Autos mit einem solchen Antrieb Nachdruck verleihen werden. Die Ende Januar in Stuttgart gestartete und Anfang Juni in Stuttgart auch wieder endende Welttour führt über vier Kontinente (Europa, Amerika, Australien, Asien) und durch 14 Länder (Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, den USA, Kanada, Australien, China, Kasachstan, Russland, Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark). Jede der drei beteiligten F-Cell-B-Klassen legt bis zum Schluss rund 30 000 Kilometer zurück. Zwei Betankungsteams sind die ganze Zeit dabei. Die Linde AG transportiert den Wasserstoff direkt zu den mobilen Nachfüllstationen.

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