Lexus

Fahrbericht Lexus LS 600h: Championsleague

In Tokio gehört er zum Straßenbild, der Lexus LS 600h, allerdings normalerweise in Schwarz und mit dem langen Radstand. Auch in den USA sieht man ihn häufig, dann mit den größtmöglichen verchromten Rädern. In Deutschland ist der große Hybrid von Toyotas Edelmarke Lexus eher ein Exot. Dem Hersteller wird das weniger gefallen, aber seine Käufer hierzulande dürfte genau reizen, dass sich der größte und stärkste Hybrid so selten im Straßenbild zeigt. Exklusivität zeigt sich eben auch im Besonderen.

Exklusivität

Exklusiv will es sein, das Lexus-Flaggschiff. Das drückt sich mehr noch als in der Länge von 5,06 Metern im Blechkleid aus. Nun üben sich auch deutsche große Premium-Limousinen beim Design wieder in Zurückhaltung. Aber der Lexus

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Copyright: auto.de

600h übertrifft sie in dieser Hinsicht alle. Schlichtheit und Eleganz der Linien, die hohe Schulter, die großen Räder und die kleinen Fensterflächen zeigen, dass der Käufer dieses Lexus jemand ist, der den lauten Auftritt nicht nötig hat.

Messlatte für Fahrgeräusche

Apropos laut. Der Lexus ist auch als 600h immer noch die Messlatte für Fahrgeräusche. Niemand gleitet leiser – bis der Mensch am Steuer wissen will, was sein Auto sonst noch so kann, außer mit Bescheidenheit zu glänzen. Dann tobt nicht nur der Fünf-Liter-Achtzylinder ununterbrochen durch die CVT-Automatik die Drehzahl-Tonleiter hoch bis rund 6400 Umdrehungen pro Minute (U/min). Dann wird das komplette System aktiv, zu dem eben bei einem Hybridantrieb neben dem Verbrennungs- auch noch ein Elektromotor gehört. Beim LS 600h leistet der 165 kW / 224 PS, was zusammen mit den 290 kW / 394 PS zu einer Systemleistung von 327 kW / 445 PS und zu einem sehr eindrucksvollen Drehmoment führt.

Fahreigenschaften

Der permanente, elektronisch geregelte Allradantrieb bringt das auf die Straße und die rund 2,4 Tonnen schwere Limousine in Schwung. Von 0 auf 100 km/h vergehen nur 6,3 Sekunden. Abgeregelt wird der mächtige Vortrieb bei 250 km/h. Beim Beschleunigen und beim Fahren mit Höchstgeschwindigkeit erwartet natürlich niemand, dass der Hybrid-Antrieb mit seinem Start-Stopp-System seine Stärken beim Verbrauch ausspielt. Die zeigt er vor allem innerorts mit

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einem Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm) von 11,2 Litern Super, was für diese Leistung einen ungewöhnlich guten Wert darstellt.

Verbrauchswerte

Wir maßen auf unserer Testtour auf Autobahnen und Bundesstraßen und nur einem kleinen Anteil an Innenstadtverkehr einen Durchschnittsverbrauch von zwölf Litern – auch kein schlechter Wert für diese Fahrzeugklasse mit diesem Leistungsangebot. Aber angesichts der Tankgröße wird rasch klar, dass Touren von 500 Kilometern ohne Nachtanken zum Risiko werden. Eine weitere Beschränkung des Einsatzes ergibt sich aus der maximal zulässigen Zuladung. Die liegt bei rund 400 Kilogramm und damit erstaunlich niedrig.

Luxus pur

Dass bei 400 Kilogramm Schluss sein soll, mag man gar nicht glauben, wenn man im LS 600h sitzt. Luxus pur umgibt einen hier in diesem opulenten Innenraum, in dem edle

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Materialien und Hightech um die Aufmerksamkeit von Fahrer und Passagieren buhlen. Gut gefiel uns der Bildschirm im Blickfeld des Fahrers, der alles darstellt, was der Bordcomputer hergibt, einschließlich einem analog wirkenden digitalen Tachometer. Die mächtige Mittelkonsole glänzt mit Chrom- und Alu-Zierrat sowie mit großen Dekorflächen in glänzendem Holz. Der große Bildschirm für Festplatten-Navigation, Infotainmentanlage und der Steuerung der hervorragend und fast zugfrei arbeitenden Vier-Zonen-Klimaanlage beindrucken ebenso wie das Holzlenkrad und die Vielzahl der Knöpfe, denen man vor dem Start besser ein wenig Aufmerksamkeit widmet.

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Sitzkomfort

In den großen Sitzen versinken Fahrer und Beifahrer, was nicht nur Sitzkomfort, sondern auch ausreichenden Seitenhalt bedeutet. Schließt man die Tür, fahren Sitz und Lenkrad in die zuletzt eingestellte Position. Sie haben sich beim

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Aussteigen so weit von der eingestellten Position entfernt, dass Aus- und Einsteigen deutlich erleichtert werden. Der Antrieb beginnt seine Arbeit lautlos nach dem Druck auf den Startknopf, während der Schlüssel in der Hosentasche bleiben kann.

Ausstattung

Außer dem Keyless-Schlüsselsystem hat der LS 600h nach ein fast komplettes Angebot an Fahrerassistenz-, Fahrwerks- und Sicherheits-Systemen an Bord. Hier eine Auswahl: adaptive Luftfederung mit Wankstabilisierung, elektrische Servolenkung, integriertes Fahrdynamik-Management, Pre-Crash-Safety-System mit Objekterkennung mit Infrarotkamera, Gesichtsfeldmonitor, Spurhalte-Assistent, aktive Kopfstützen und Fernlichtassistent. Es gibt nicht mehr viel, was im Lexus LS 600h nicht gibt.

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Fazit

Sein Basispreis liegt bei 108 400 Euro. Das ist zwar viel Geld, aber in dieser Fahrzeugklasse dennoch ein Kampfpreis für den Einstieg in die Championsleague. Wer das Geld in die Hand nimmt und das Lenkrad nicht selbst führen, sondern hinten sitzen will, dem sei angeraten, den 600er mit dem langen Radstand für knapp 123 000 Euro zu erwerben. Mit den Maßen eines ausgewachsenen Mitteleuropäers wird es ihm dann hinten auf dem Chefsitz nicht zu eng.

Datenblatt: Lexus LS600h Ambience Line
  
Länge x Breite x Höhe (in m): 5,03 x 1,86 x 1,48
   
Motor: V8-Benziner
4969 ccm
kombinierte Saugrohr- und
  Direkteinspritzung
Leistung: 290 kW / 394 PS bei 6400 U/min
Maximales Drehmoment: 520 Nm bei 4000 U/min
Elektromotor-Leistung: 165 kW / 224 PS
Drehmoment: 650 Nm
Systemleistung: 327 kW / 445 PS
Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm): 9,3 Liter Super
CO2-Emission: 219 g/km (Euro 5)
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,3 Sekunden
   
Leergewicht / Zuladung: 2290 bis 2420 kg / ca. 400 kg
Kofferrauminhalt: 480 Liter
Wendekreis: 12,2 m
Räder / Reifen: 8 J x 19/ 245/45 R 19
   
Basispreis: 124 650 Euro
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