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50 Jahre “Turnier“: Die Geschichte des Kombis bei Ford
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Der Ford Focus Turnier wird bald neu aufgelegt. Bilder

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Im Laufe der Jahre entwickelten sich die Lastesel zu Familien- und Freizeitfahrzeugen. Bilder

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In diesem Jahr feiert die Bezeichnung Bilder

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Der Kombi ist in Deutschland ein allseits beliebter Lastesel mit Familienanschluss und Freizeitwert – doch das war nicht immer so. Ursprünglich bevorzugten den sogenannten „Kombinationswagen“ Handwerker, die jede Menge Platz für ihre Utensilien brauchten, aber ihr Auto auch privat nutzen wollten. Die mittlerweile teils sogar bis zum Lifestyle-Kombi avancierten Lademeister tragen vielfältige Bezeichnungen: T-Modell, Avant, Variant oder einfach Combi. Ford nennt seine Modelle „Turnier“ – und zwar seit genau 50 Jahren. Grund genug, sich die Geschichte des Kölner Lastenautos etwas genauer anzuschauen.

Bezeichnung „Turnier“

Die Bezeichnung „Turnier“ wird im Jahr 1960 von Werbetextern entworfen. Erstmals zum Einsatz kommt der Name beim Taunus 17 M P 3, bei dem der Kunde zwischen einer oben, an der Seite oder am Wagenboden angeschlagenen Heckklappe wählen kann. Während sich die Limousine, umgangsprachlich „Badewanne“ genannt, als echter Verkaufsschlager entpuppt, verläuft der Absatz der Kombis eher schleppend. Dies liegt möglicherweise daran, dass die Allzweckautos in Deutschland zu dieser Zeit noch nicht sonderlich beliebt sind und als schnöde Nutzfahrzeuge gelten. Ford verkauft von 1960 bis 1964 gerade mal 86 010 Taunus 17 M in der Turnier-Version.

Die Neuauflage des Taunus 12 M

Im September 1962 kommt die Neuauflage des Taunus 12 M auf den Markt. Das ursprünglich für die USA entwickelte Modell wird von Ford als „kleiner Bruder“ des 17 M angepriesen. In Amerika soll es als Wettbewerber zum Käfer angeboten werden. Die Kombi-Version des Fronttrieblers verfügt über eine Zuladung von 400 Kilogramm. Die damalige Pressemitteilung schwärmt: Bei „ungewöhnlich großer“ Ladung lässt sich der Rücksitz im Boden versenken, es entsteht eine Ladefläche von 2,1 Quadratmetern bei einem Laderaumvolumen von 1,8 Kubikmetern.[foto id=“312213″ size=“small“ position=“right“]

Image-Wandel

Ein Image-Wandel vom Nutztier zum praktischen Familienwagen zeichnet sich im Jahr 1964 ab, als der neue 17 M mit der Bezeichnung P5 debütiert. Diesen preist der Hersteller als „Familien-Reisewagen“ an und verlangt mit 7 300 DM gerade mal 50 Mark mehr als für die Limousine. Kunden, die „viel im Stadtverkehr fahren müssen“, offeriert Ford das Automatikgetriebe Taunomatic. Damit kommt erstmals ein wenig Luxus in den bisher eher nutzfahrzeugorientierten Kombibau. 1966 erscheint der 15 M P6, der auch als Turnier in der Liste steht.

Handwerker oder Gewerbetreibende

Doch immer noch werden Kombis in Deutschland weniger von Privatleuten genutzt. Kunden sind überwiegend Handwerker oder Gewerbetreibende, die ein geräumiges Fahrzeug suchen und kein Geld für einen zusätzlichen Pkw neben einem Transporter ausgeben können oder wollen.

Das neue Modell Ford Escort

Im August 1968 feiert in Berlin das neue Modell Ford Escort Premiere. Der Turnier wird mit dem Slogan „noch größer als gleich große“ beworben. In die Geschichte geht der Escort jedoch eher wegen seiner sportlichen Erfolge, denn wegen seines Platzangebots ein. Der 1975 startende neue Escort muss in der Turnier-Version weiterhin mit der etwas rundlich-pummeligen Karosserie der bisherigen Baureihen auskommen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Zeit noch nicht reif ist für den Kombi.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Markteinführung des Ford Granada; Ford Sierra; Das Weltauto; Im Jahr 2011

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Markteinführung des Ford Granada

März 1972: Der Ford Granada feiert seine Markteinführung. Er wird als Limousine und Turnier sowie als Fastback-Limousine angeboten. Geschätzt wird der Granada in der Kombi-Ausführung [foto id=“312214″ size=“small“ position=“left“]vor allem von Handwerkern mit größerem Platzbedarf.

Ford Sierra

1982 überrascht Ford mit dem neuen Modell Sierra. Der im Oktober vorgestellte Wagen polarisiert mit seiner rundlichen Form. Ab Dezember ist der Turnier zu haben, der mit seinen vier Seitentüren eher als die Limousine den optischen Vorstellungen der Kundschaft entspricht. Und er passt in die Zeit, denn in den 1980-er Jahren beginnt beim deutschen Kunden ein Umdenken. Der Trend geht weg von der zwei- oder viertürigen Limousine, der Autofahrer erkennt zunehmend die praktischen Seiten eines Kombis und seinen Nutzen – nicht nur für den Einsatz im Beruf, sondern auch für sportliche Aktivitäten. Die Vielseitigkeit wird anerkannt, der Kombi-Markt wächst.

Das Weltauto

1993 startet Ford sein frontgetriebenes „Weltauto“, das Mittelklasse-Modell Mondeo. Eine aufwändige Hinterradaufhängung ermöglicht einen tiefen und breiten Laderaum – nicht nur für Handwerker sinnvoll. Mit dem Focus ergänzt Ford Ende 1998 sein Angebot in der Kompaktklasse. Der Turnier erscheint erst im März 1999 auf dem deutschen Markt. Der Nachfolger des Escort ist in den Jahren 2000 und 2001 weltweit das meistverkaufte Auto.

Im Jahr 2011

Im Jahr 2011 wird Ford den in Köln-Merkenich entwickelten neuen Focus Turnier präsentieren. Er wird ein wichtiger Bestandteil der Produktpalette sein. Denn mittlerweile hat rund die Hälfte aller verkauften Focus ein Kombiheck. Sie schreiben die Erfolgsgeschichte des Turnier, des „Kombinationskraftwagens“ von Ford, weiter.

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