Alfa Romeo

Alfa Brera 3.2 JTS Q4: Langer Name, viel Vergnügen
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Lust am Design und leidenschaftlicher Fahrspaß – Fans von Alfa Romeo sind anspruchsvoll, wenn ihnen ein neues Coupé präsentiert wird. Was ihnen der neue Alfa Brera bietet, klärt ein erster Fahrbericht mit dem Topmodell 3.2 V6 JTS 24V Q4.
Gestern und heute
Als Kind faszinierten mich in den 70er und 80er Jahren der Alfa GTV und der Alfasud Sprint, zwei traumhaft schöne Coupés von graziler Rasse. Mit diesen Erinnerungen im Hinterkopf, begegnete ich auf dem Genfer Automobilsalon 2002 der Styling-Studie des Brera, auf der IAA im vergangenen Jahr stand dann die Serienversion. Ein bulliger Zweitürer, der dem Betrachter statt weich fließender Hecklinien einen kraftvoll gewölbten Rücken entgegen reckt. Inzwischen ist mir klar, dass sich die Form auf dem engen Messestand nicht richtig entfalten konnte. Es gibt eben Fahrzeuge, die muss man in freier Wildbahn erleben. Der Alfa Brera ist so ein Fall.
Ansichten und Einsichten
Entsprechend groß war die Überraschung, als mir auf dem Weg zur Pressevorstellung in Dresden die ersten Kollegen im Brera begegnen. Wie ein polierter Edelstein glänzt der Italiener im Berufsverkehr der sächsischen Elbmetropole. Besonders das Heck fasziniert – spitz zulaufende Leuchtbänder, die auf das Alfa-Logo zeigen. Genau wie die nach unten gepfeilte Heckscheibe. Darunter ragen vier fette Auspuffrohre aus dem Heck. Sie machen Lust auf die 260 PS (191 kW), die der 3.2 JTS V6 mobilisiert. Doch auch der Basis-Vierzylinder 2.2 JTS ist mit 185 PS (136 PS) nicht schlecht bestückt. Beides übrigens Benzin-Direkteinspritzer. Zur Jahresmitte folgt ein 2,4-Liter-Turbodiesel mit 200 PS. Für ein erstes Tänzchen wird der V6 gewählt, der seine Kraft über einen permanenten Allradantrieb (Q4) auf den Asphalt bringt. Mindestens 39.800 Euro werden dafür fällig, der Vierzylinder ist gut sechseinhalb tausend Euro günstiger.
Sport und Eleganz
Der 1,34 Meter flache Brera reicht mir gerade einmal bis zu Brust. Fast schon ungewohnt in Zeiten, wo mannshohe Vans und SUV den Testalltag dominieren. Wie beim viertürigen Bruder 159, auf dessen verkürzter Bodengruppe der Brera basiert, ist die Front dynamisch-aggressiv gezeichnet. Dennoch wirkt sie elegant. Sechs kleine Einzelscheinwerfer linsen unter der tief hinab gezogenen Motorhaube hervor. Prägendes Element ist das Scudetto, der typische Alfa-Grill, der den Italiener so unverwechselbar macht. Typisch Alfa ist auch der Innenraum: Kreisrunde Lüftungsdüsen und drei kleine Zusatzinstrumente in der Mittelkonsole prägen die Optik. Tacho und Drehzahlmesser warten mit hängenden Zeigern auf ihren Einsatz.
Ursache und Wirkung
Neu ist dagegen der V6-Motor, dessen Leichtmetall-Motorblock von General Motors zugekauft wird. Zylinderkopf und alle weiteren Entwicklungen sind dagegen made by Alfa Romeo, beteuern die Italiener. Im Gegensatz zum alten 3,2-V6-Aggregat ist der neue Direkteinspritzer weniger giftig, dafür aber kultivierter. Maximal 322 Newtonmeter Drehmoment stehen bei 4.500 Umdrehungen bereit, zwischen 1.800 und 6.250 Umdrehungen sind es nie weniger als 90 Prozent davon. Entsprechend mühelos kommt der Zweitürer trotz üppiger 1,7 Tonnen Leergewicht in die Gänge. Kraft ist eigentlich immer vorhanden, egal in welchem der sechs Gänge man sich befindet. Die Tempo 100-Marke wird in 6,8 Sekunden vernascht, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 240 Stundenkilometern erreicht. Normverbrauch: 11,5 Liter. Wer sich vom Auspuffbrabbeln zu flotter Gangart verleiten lässt, kommt schnell auf über 16 Liter.
Komfort und Kraft
Eine weitere Schokoladenseite des Brera ist sein Fahrwerk. Ohne übertriebene Härte bringt der Allradantrieb die Motorkraft auf die Straße. Normalerweise übernimmt die Hinterachse 57 Prozent der Arbeit. Je nach Fahrzustand können es aber auch 28 bis 78 Prozent sein. Unter Aufsicht des Stabilitätsprogramms VDC bleibt der Italo-Sportler selbst auf rutschigem Untergrund gut beherrschbar. Wird die Anti-Schleuder-Technik deaktiviert, sind mit der fein dosierbaren Servolenkung herzerfrischende Drifts möglich. Bei forciertem Tempo zeigt sich allerdings schnell, dass die Sitze zwar ausreichend Beinauflage aber kaum Halt für die Schultern bieten. Dafür präsentierte sich der Testwagen solide und sauber verarbeitet. Die eingesetzten Kunststoffe und Textilien wirken durchweg hochwertig. Anscheinend mein es die Italiener mit ihrer angekündigten Qualitätsoffensive ernst.
Verstand und Alltag
Zur Sicherheit sind insgesamt sieben serienmäßigen Airbags – inklusive Knieairbag für den Fahrer – an Bord. CD-Radio, Parksensoren hinten, eine Zweizonen-Klimaautomatik und 17-Zoll-Alus gehören ebenfalls zum Lieferumfang. Beim Brera Sky View (ab 41.100 Euro) kommt ein Glas-Panoramadach hinzu, über das übrigens auch der normale Brera verfügt. Nur ist es bei ihm blickdicht versiegelt. Das verstehe, wer will. Zumal das exklusive Detail die Kopffreiheit spürbar einschränkt. Schon bei normal gewachsenen Mitteleuropäern (1,80 m) ist nicht mehr viel Luft über dem Scheitel. Wenig Platz auch im Fond. Wenn die Vordersitze nicht nach vorne rücken, tendiert die Beinfreiheit hinten gegen Null. Mit umgeklappten Rücksitzen wächst dafür der Kofferraum von 300 auf 615 Liter. Störend ist allerdings die hohe Ladekante, die jedoch unter dem Gesichtspunkt der Fahrzeugstabilität durchaus Sinn macht.
Fazit: Der Alfa Brera wurde zurecht nach einem Künstlerviertel in Mailand benannt. Der Italiener ist ein Fest für die Sinne, auch wenn er sich nicht ganz so kompromisslos sportlich fährt, wie es die 260 PS des Topmodells 3.2 JTS V6 24V Q4 vermuten lässt.
mototype.de, Holger Schilp

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