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Audi im auto.de-Gespräch: „Und alle wollen natürlich auch mobil sein“:
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Realistischer Antrieb: Prototyp A1 e-tron als Dual-Mode-Hybrid. Bilder

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Konzept ohne Ballast: Audi-Studie Bilder

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Ismaning – In der Schule hat Thomas Kamla noch gelernt, dass auf der Erde etwa fünf Milliarden Menschen leben. Heute, bilanziert der Mann, der bei Audi im Bereich Strategie Planung Technische Entwicklung tätig ist, in Ismaning bei München beim jüngsten Technologie-Workshop der Ingolstädter über Zukunftsmobilität, sei bereits die Sieben-Milliarden-Marke übersprungen. „Und 2050 werden es mehr als neun Milliarden sein, ein Großteil davon in Megacitys“, wollten all diese Menschen ein Dach über dem Kopf haben – „und natürlich auch mobil sein“.

Es ist klar, dass dieses Wachstum unser Leben verändern wird, oder?

Thomas Kamla: Auch deshalb sind wir als Automobilhersteller gefordert, Mobilität völlig neu zu denken. Denn auch in Zukunft gilt: Wir wollen die Menschen für unsere Autos begeistern und den Weg ebnen für die Kohlendioxid-neutrale Mobilität.

Wie wollen Sie dieses Ziel denn erreichen?

Thomas Kamla: Für Audi ist Kohlendioxid-neutrale Mobilität weit mehr als eine fahrende Batterie. Es geht um den gesamten Lebenslauf eines Automobils, angefangen bei Entwicklung und Produktion über den Betrieb bis hin zum Recycling.

Muss da nicht sogar noch weiter gedacht werden?

Thomas Kamla: Natürlich. Wer sich mit der Mobilität der Zukunft auseinandersetzt, muss die Identität einer Gesellschaft verstehen und die richtigen Fragen stellen.

Zum Beispiel?

Thomas Kamla: Welchen Anspruch haben Menschen künftig an Mobilität? Wie lässt sich dieser Anspruch mit den Strukturen der wachsenden Megacitys in Einklang bringen? Welche Rolle spielt dabei das Automobil? Jeder hat selbstverständlich seine eigenen Erwartungen hat. Was aber doch alle wollen, ist ein maßgeschneidertes Angebot. Ein Angebot, das für ihre Situation genau die richtige Lösung bereithält.

Worum geht es Ihnen aktuell, Stichwort „Audi future lab“?

Thomas Kamla: Nicht allein um Elektromobilität. Uns geht es um ausgewogene nachhaltige Mobilität.

Auf welchen Feldern?

Thomas Kamla: Bei den Motoren der Zukunft, Energien der Zukunft und bei den Mobilitätslösungen von morgen, Stichwort „urban future“.

Bei den aufgeladenen Benzindirekteinspritzern sind Sie im gesamten Volkswagen-Konzern doch eigentlich schon gut aufgestellt.

Thomas Kamla: Mit unseren TFSI-Aggregaten verfügen wir in der Tat bereits heute über hochentwickelte Ottomotoren, wobei unser Rightsizing Hubraum und Aufladung ins richtige Verhältnis bringt. Auch unsere TDI-Motoren, also die Turbodiesel, verbinden Emotionalität mit geringsten Verbräuchen.

Ihr neuer elektrischer Biturbo, den Sie als Prototyp vorstellen, …

Thomas Kamla: .. ist ein weiterer Schritt in Richtung effizienter Fahrspaß. Wir werden jedenfalls Verbrauch und Emissionen unserer Motoren weiter senken, und zwar in den nächsten Jahren um weitere 15 bis 20 Prozent.

Experten davon aus, dass der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen in Europa bis 2020 deutlich steigt.

Thomas Kamla: Auch hier arbeiten wir an technischen Lösungen, die die hohen Ansprüche unserer Kunden erfüllen, sogar noch übertreffen.

Sie meinen Ihre e-tron-Modelle?

Thomas Kamla: Zum Beispiel, ja. Auch unsere künftigen Serienautos werden dabei vom Motorsport profitieren. Beides werden wir in jedem Fall noch enger verzahnen. Was dabei möglich ist, zeigt der historische Sieg mit einem Hybrid-Rennwagen R18 e-tron quattro in Le Mans.

Wenn man über neue Antriebskonzepte spricht, geht es immer auch um „sauberen“ Kraftstoff.

Thomas Kamla: Auch dazu haben wir schon ein tragfähiges Konzept vorgestellt. Ab dem kommenden Jahr werden wir regenerativ erzeugten Strom nutzen, um in einer e-gas-Anlage synthetisches Methan zu gewinnen. Damit lassen sich Erdgasautos über lange Strecken Kohlendioxid-neutral betreiben. Von unserem e-gas-Projekt kann langfristig sogar die gesamte Energiewirtschaft profitieren. Doch wir machen an dieser Stelle nicht halt.[foto id=“438046″ size=“small“ position=“left“]

Das heißt?

Thomas Kamla: Dass wir mit unserer e-fuel-Strategie die Entwicklung grundlegend neuer Technologien fördern. Im nächsten Schritt zeigen wir, dass Mikroorganismen synthetischen Diesel und synthetisches Ethanol produzieren, nämlich e-diesel und e-ethanol.

Und urban future, also künftige Mobilitätslösungen?

Thomas Kamla: Hier verknüpfen wir unsere Ideen so miteinander, dass völlig neue Konzepte für die Mobilität der Zukunft entstehen. Ziel ist es hier, gerade für die Megacitys Angebote zu entwickeln, die auch künftig individuelle Mobilität gewähren. Mit unserem e-bike haben wir im Frühjahr ein Zweirad-Technikkonzept vorgestellt, ein Highend-Pedelec, das die Grenzen des technisch Möglichen aufzeigt. Was übrigens auch für unsere „urban concept“-Studie gilt, ein Konzept ohne Ballast, perfekt für urbane Ballungsräume. Und wir haben mit der Urban Future Initiative vor gut zwei Jahren ein globales Forum geschaffen, in dem verschiedenste Berufsgruppen kreative Lösungsansätze diskutieren.

Weil es auch hier kein Patentrezept gibt?

Thomas Kamla: Und weil keine Großstadt der anderen gleicht. Deshalb untersuchen fünf international renommierte Architekturbüros beim diesjährigen Award die Situation in ihrer Metropole. Sie sehen: Wir arbeiten mit Hochdruck an der Mobilität von morgen. 

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