Auto, Frau und Temporausch seit 1902
Auto, Frau und Temporausch seit 1902 Bilder

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Den ersten Führerschein der Geschichte erwarb eine Frau. Zu Beginn der Automobilisierung war es dennoch meist Männern vorbehalten, ein Auto zu lenken oder auch nur in Gang zu bringen. Das hatte technische, physische und kulturelle Gründe. Und dennoch wurden einige Frauen zu Pionierinnen des Automobils und heute sieht die Beziehung der Frauen zum Auto gänzlich anders aus.

Schon das Starten mittels des Schwungrads war anstrengend und schwierig. Oft holte man sich dabei auch noch blutige Hände, und auch Verbrennungen durch heißes Motoröl waren nicht selten. Auf den meist unbefestigten Straßen war das Lenken der „pferdelosen Wagen“, wie Autos zu Beginn hießen, körperlich äußerst anstrengend, und bergauf mussten die Motorkutschen meist geschoben werden. Zudem galt Autofahren als wenig damenhaft, weshalb die Allgemeine Automobil-Zeitung 1902 schrieb:

„Man darf wohl, ohne ungalant zu werden, die Behauptung wagen, dass sich bei den wenigsten Vertreterinnen des zarten Geschlechts jene Eigenschaften finden, die eine gute Automobilistin unbedingt haben muss: Kaltblütigkeit, rasches Auffassen der Situation, blitzartiges Entschließen, Vorsicht, Niederzwingen des in jedem Automobilisten schlummernden Schnelligkeitswahnsinns.“

Der Temporausch, der dem Menschen innewohnt und dessen Beherrschung jener Redakteur den Frauen seiner Zeit nicht zutraute, war damals noch nicht ganz so ausgeprägt wie heute. Anne d’Uzès war der erste Mensch, der ein Strafmandat für zu schnelles Fahren kassierte – sie fuhr 15 km/h statt der erlaubten 12 km/h.[foto id=“476412″ size=“small“ position=“left“]

Vor 125 Jahren, im Jahr 1888, unternahm Bertha Benz im „Patent-Motorwagen Nummer 3“ ihres Mannes Carl Benz die erste Überlandfahrt der Geschichte. Sie fuhr 106 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim und drei Tage später auf einer anderen Route zurück. Es war nicht nur die erste Autofahrt einer Frau, sondern die erste Überlandfahrt mit einem Auto überhaupt. Das erregte enorme Aufmerksamkeit und trug wesentlich zum Durchbruch der Erfindung bei.

Es ist allerdings umstritten, ob Bertha Benz tatsächlich am Steuer saß oder ihrem 15jährigen Sohn Richard das Lenken überließ. Sie hatte die Fahrt initiiert, denn sie war am Erfolg der neuen Technologie als Finanzier ihres Mannes auch wirtschaftlich interessiert. Eine technische Neuerung ging auf ihre Anregung zurück: Der Einbau eines dritten Gangs, damit Steigungen bewältigt werden konnten.

Eine besondere Frau der Automobilgeschichte war auch Clärenore Stinnes. 1927 war sie der erste Mensch, der mit einem Auto – dem Adler Standard 6 – die Welt umrundete. Im Alter von 18 Jahren legte sie 1919 die Führerscheinprüfung ab. 1924 fuhr sie ihr erstes Autorennen unter einem Pseudonym. In den Jahren 1925-1927 gewann sie 17 Autorennen, darunter auch eine internationale Rallye in Russland („Allrussische Prüfungsfahrt“) auf der Strecke Leningrad-Moskau-Tiflis-Moskau, an der sie einzige Frau unter 53 Teilnehmern war.

Für ihre Weltreise hatte Clärenore Stinnes viel Geld aus der Industrie aufgetrieben, insgesamt 100 000 Reichsmark. Am 25. Mai 1927 startete sie in Frankfurt am Main zu der Expedition, die sie durch 23 Länder führte und die am 24. Juni 1929 nach 47 000 Kilometern mit der Ankunft in Berlin endete.

Die französische Herzogin Anne d’Uzès war 1898 der erste Mensch, der eine Führerscheinprüfung ablegte. Sie war auch die erste, die ein Strafmandat für zu schnelles Fahren kassierte. Anstatt der erlaubten 12 km/h fuhr sie im Bois de Boulogne bei Paris rasante 15 km/h. Die Messtechnik ist bis heute ein Rätsel.[foto id=“476413″ size=“small“ position=“right“]

Eine der wichtigsten Marken der Welt verdankt ihren Namen einer Frau: Der von Wilhelm Maybach konstruierte Mercedes-Simplex Rennwagen wurde im Jahr 1900 nach der Tochter des Importeurs von Daimler-Automobilen in Nizza, Emile Jellinek, mit Kosenamen Mercedes, benannt. Er war somit der erste Mercedes.

Die Auto-Mobilität von Frauen steigt ständig an. Besaßen vor zehn Jahren nur 28 Prozent ein eigenes Auto, so sind es heute schon 40 Prozent. Und bei der Erteilung von Fahrerlaubnissen haben Frauen mittlerweile die Nase vorn. Der Auto Club Europa (ACE) hat ermittelt, dass im Jahr 2011 395 720 Führerscheine auf Frauen ausgestellt wurden, 11 717 mehr als auf Männer.

Im Jahr 2011 wurden 848 739 Autos von Männern gekauft und 425 327 von Frauen. Der Anteil der Frauen an Neuwagenkäufen stieg von 30,2 Prozent im Jahr 2000 auf 33,4 Prozent in 2012. Ein künstliches Zwischenhoch brachte 2009/2010 die sogenannte Abwrackprämie.

Frauen-Anteil bei Neuwagen-Käufen im deutschen Pkw-Markt

2009 38,9 Prozent
2010 34,2 Prozent
2011 33.4 Prozent 2
012 33.4 Prozent
(Quelle: CAR-Uni Duisburg)

Die Top 5 der Automodelle 2012 mit dem höchsten Frauenanteil

Fiat 500 61,7 Prozent
Ford Ka 61,2 Prozent
Hyundai i10 61,0 Prozent
Peugeot 206 59,6 Prozent
Peugeot 107 59,2 Prozent
(Quelle: CAR-Uni Duisburg)

Laut einer Studie vom Car-Center Automotive Research schöpfen die Hersteller das Potenzial der Zielgruppe Frau nicht aus, weil das Produkt einseitig auf Männerinteressen zugeschnitten ist. Es gibt kaum Frauen in Führungspositionen; Marketing, Werbung und das gesamte Umfeld ist wenig frauenaffin: „Wer je über eine Automesse wie die Frankfurter IAA geht, [foto id=“476414″ size=“small“ position=“left“]erhält einen Eindruck davon, dass die Autowelt eine Männerwelt ist. In großen Ausstellungshallen und langen Wegen wird man wohl kaum eine Frau dazu gewinnen, wie auf einer Einkaufsmeile zu flanieren. Zehn Kilometer Autos am Stück bringen Frauen nur wenig Freude.“

Doris Kortus-Schultes, Leiterin des Kompetenzzentrum Frau und Auto in Mönchengladbach, stellt fest: Besonders junge Frauen wollen „das Auto wie eine Kommandozentrale nutzen und auf soziale Netzwerke zugreifen. Frauen wollen die Zeit nutzen, um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben.“ Technikaffinen Frauen sei es wichtig, auch unterwegs ihre Apps zu nutzen und ihrem Auto via Sprachsteuerung Befehle erteilen zu können. Auch der Ausbau von Freisprecheinrichtungen gerade in Kleinwagen sei wichtig. „Frauen wollen viel mehr Kommunikation im Auto – das ist ihnen wichtiger als dass Autos untereinander kommunizieren können“. Das Manko sei aber, dass Neuwagen nach wie vor eher auf den männlichen Geschmack abgestimmt seien.

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