Blendfreies Dauerfernlicht – Technisch komplex und teuer – aber wirkungsvoll
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Als Halogen-Lampen in den Siebzigern langsam zur Massenware wurden, war das vorerst der letzte große Akt in der Entwicklung von Lichtsystemen. Massenhafte Beschwerden über die Blendwirkung dieser seinerzeit leistungsstarken Scheinwerfer waren einige Zeit an der Tagesordnung, bis Halogen schlicht zum Standard wurde. Dieser Zustand hielt ungefähr 20 Jahre an, dann wiederholte sich das Spiel mit dem Aufkommen von Xenonlicht.

Aber auch das ist heute schon wieder Schnee von gestern, denn mit einer schnöden Glühbirne oder selbst einer anderen statischen Lichtquelle, sei es auch LED, geben sich die Vorreiter moderner Beleuchtungstechnologie längst nicht mehr zufrieden. Die Clepa, eine Organisation, in der sämtliche namhafte Autozulieferer organisiert sind, macht sich stark für die längst lieferbaren variablen Scheinwerfer mit sogenanntem Dauerfernlicht. Auch wenn dahinter natürlich wirtschaftliche Interessen stecken, lässt sich eine gewisse Sicherheitsrelevanz kaum wegdiskutieren.

Christoph Schiller, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt, erläutert, wie variable Lichtsysteme den Zielkonflikt zwischen leistungsstarker Ausleuchtung und der damit verbundenen Blendung des Gegenverkehrs auflösen. Mittels elektromotorisch angetriebener Walzen oder Schablonen können gezielt Bereiche wie beispielsweise Fußgänger am Seitenrand ausgeblendet werden, ohne das Fernlicht dazu komplett abzuschalten. Darüber hinaus gibt es inzwischen auch LED-Scheinwerfer mit der Funktion segmentierter Abblendung ohne mechanische Komponenten, wie Henning Weinhold von Automotive Lighting erklärt und vom technischen Fortschritt bei den Beleuchtungsanlagen mit dem Hinweis schwärmt, dass derartige Systeme ja bereits in der Golf-Klasse lieferbar seien.

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Trotzdem: Dauerfernlicht-Scheinwerfer sind technisch hochkomplex, wie Steffen Pietzonka, Leiter Marketing bei Hella, anmerkt. Schließlich ist nebst Sensorik auch ein Kamerasystem erforderlich, um auszublendende Objekte zu erkennen. Wer einen Blick in die entsprechenden Preislisten wirft, bekommt das zu spüren. So kostet die Zusatzfunktion beim Volkswagen Golf zwar vergleichsweise moderate 470 Euro Aufpreis, allerdings müssen das Licht- und Sichtpaket (175 Euro) sowie Xenonlicht mit LED-Tagfahrlicht (1.215 Euro) zwingend mitbestellt werden, was die Angelegenheit empfindlich verteuert.

Das Resultat allerdings fällt auch in Zahlen eindrucksvoll aus: Christoph Schiller von der TU Darmstadt erklärt, dass die Detektionsdistanz, also jene Entfernung, ab der der Fahrer Personen und Gegenstände nachts erkennen kann, so um 30 Meter zulegt – bei einer mit normalem Abblendlicht vergleichbaren Blendwirkung. Und die soll ja schließlich minimiert werden, um die aktive Sicherheit zu maximieren.

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