Concorso d'Eleganza 2017

BMW-Chef Harald Krüger zur E-Mobilität
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Der Mann ist nicht zu beneiden. Oder doch? Als Vorstandsvorsitzender der BMW AG ist Harald Krüger seit Mai 2015 Herr über die Marken BMW, Mini, Rolls Royce, BMW Motorrad und BMW i. Große Aufgaben bringen große Verantwortung mit sich. Deshalb kann der sympathisch auftretende Top-Manager beim exklusiven Gespräch am Rande des Concorso d’Eleganza 2017 die Höhen und auch die Tiefen seiner Tätigkeit klar benennen.

Geht es auch komplett ohne Verbrennungsmotoren?

Und er gewährt interessante Einblicke in die nahe Zukunft der BMW Group. Grundtenor: Elektrisch, autonom und vernetzt fährt die Zukunft, doch ganz ohne Verbrennungsmotoren wird es so schnell nicht gehen. Cernobbio am Westufer des wundervollen Comer Sees, eine halbe Autostunde oberhalb von Mailand: Einmal im Jahr strömen die Petrolheads aller Welt ins Städtchen Cernobbio, um in drei herrschaftlichen Villen all das zu feiern, was auf vier und zwei Rädern ihren Puls höher schlagen ließ, lässt und in Zukunft lassen wird. Nostalgie mit Old- und Youngtimern trifft hier auf aktuelle Traumautos und Konzeptstudien der Zukunft. Bei einer Versteigerung des weltbekannten Auktionshauses Sotheby's wechseln blecherne Schmuckstücke für Millionen von Euro die Besitzer.

Doch egal, ob unglaublich teuer, oder relativ erschwinglich: Der seit 1929 durchgeführte Concorso d'Eleganza wird dem Wohlklang seines Namens voll gerecht. Seit 2009 steht das dreitägige Event unter dem Patronat von BMW als Sponsor und Organisator. 2017 erstmals dabei: BMW-Vorstandsvorsitzender Harald Krüger, der im exklusiven Gespräch mit dem mid in der Villa d'Este durchaus substanziell in die Zukunft blickt. "Es ist eines meiner strategischen Ziele, im Top-Luxus-Segment zu wachsen. Und der BMW Concept 8 Series passt da exakt hinein," kommentiert Harald Krüger die Weltpremiere eines seriennahen neuen Luxus-Coupés von BMW.

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Balance aus Luxus und Sportlichkeit

Es hat bereits Tradition, dass die Bayern den an sich nostalgisch geprägten Event am Comer See gerne für zukunftsweisende Fahrzeuge nutzt. Jahr für Jahr lassen Concept Cars und Bikes erahnen, welche Autos oder Motorräder bald in den Showrooms der Händler stehen werden. Das Retro-Festival als Barometer für die Modellpolitik. Harald Krüger weiter zum BMW 8er: "Der 8er ist ein sehr dynamisch designtes großes Sport-Coupé. Er verkörpert die Balance aus Luxus und Sportlichkeit. Die positiven Reaktionen hier und im Internet bestätigen den offensiven Schritt ins Luxus-Segment, den wir mit ihm gehen werden." Gleiches gelte auch für den künftigen X7, der ab Ende 2018 BMWs SUV-Palette nach oben erweitern werde, sowie für weitere Modelle, die im Top-Luxus-Segment noch folgen werden - unter anderem laut Krüger ein All-Terrain-Fahrzeug von Rolls Royce.

Ab 2021 wird sich der iNext als nächster Meilenstein der Marke durch eine neue Architektur auszeichnen, die von vornherein auf die drei Antriebsformen Elektromotor, Plug-in-Hybrid und Verbrennungsmotoren ausgelegt ist. Mit dem iNext mache BMW nicht nur einen großen Sprung in Sachen Elektroantrieb, sondern auch auf den Feldern Autonomes Fahren und Konnektivität. Zuvor gehe es Schlag auf Schlag: 2018 mit dem i8 Roadster als Plug-in-Hybrid, 2019 mit dem Elektro-Mini und 2020 mit dem Elektro-X3. Wem das noch nicht genügt, der hört gerne Harald Krügers vielversprechende Worte zur diesjährigen großen deutschen Automesse: "Haben Sie Geduld bis zur IAA in Frankfurt, da wird es noch etwas mehr zu sehen geben."

Positiv stimme Krüger die jüngste Entwicklung des i3. Neben Zuwächsen im ersten Quartal 2017 von über 50 Prozent sei es diesem Modell zu verdanken, dass sich bei BMW der Anteil elektrifizierter Autos (also einschließlich Plug-in-Hybride) deutlich verbessere. "Wir sind am Hochfahren", lautet sein Fazit vor dem Hintergrund, dass er für 2017 den Verkauf von etwa 100.000 dieser Fahrzeuge erwarte - genauso viel, wie in den zurückliegenden drei Jahren insgesamt. Trotz erfreulicher Entwicklungen betont Harald Krüger jedoch in Bezug auf Elektroautos und Plug-in-Hybride: "Das ist ein Marathon, kein Sprint." Angenehm offen und persönlich wird der BMW-Chef, wenn man ihn nach seinen eigenen Erfahrungen mit Elektroautos fragt.

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"Das ist hochemotionales Fahren"

Er fahre etwa jedes zweite Wochenende den rein elektrischen i3. Die fast lautlose Mobilität bringe Überraschungen mit sich: "Meine Frau hörte mich anfangs nicht, wenn ich heimkam." Ganz im Ernst betont Krüger, was die Elektromobilität seinen persönlichen Erfahrungen nach sei: "Das ist hochemotionales Fahren. Die Menschen unterschätzen völlig, wie schnell man mit einem Elektroauto aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen kann."Und Plug-in-Hybride machen dem Vorstandsvorsitzenden ebenfalls Spaß. Sein meistgenutztes Dienstauto sei ein 7er Plug-in-Hybrid: "Ich lebe nur rund 16 Kilometer von BMW entfernt. Deshalb kann ich praktisch jeden Tag rein elektrisch ins Büro und wieder nach Hause fahren."

Aus diesen Gründen sei der geborene Breisgauer von der Elektromobilität voll überzeugt, und zwar "zu 110 Prozent für BMW und über alle Marken hinweg." Das schließe das Motorrad-Business mit ein, wie die neue Studie "Concept Link" von BMW Motorrad am Comer See gezeigt habe - eine rein elektrisch angetriebene Mischung aus Motorrad und Roller als vollvernetzte Alternative im dichten städtischen Verkehr.

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Ganz ohne Diesel geht es nicht

Bei allem Elektro-Optimismus, den BMW und sein Vorstandsvorsitzender ausstrahlen: Der Diesel ist laut Krüger ein wichtiger Baustein, um die CO2-Ziele im Jahr 2020 zu erfüllen. Ein Euro-6-Diesel stoße rund 15 Prozent weniger CO2 aus als ein vergleichbarer Benzinmotor. Deshalb werde es 2020 weiterhin Diesel geben, und auch 2025. Krüger: "2025 wollen wir 15 bis 25 Prozent elektrifizierte Autos sehen. Das heißt: Auch dann sind 75 Prozent immer noch Verbrennungsmotoren. Deshalb werden wir weiter in den Diesel investieren." Ob das allerdings bis 2030 anhalten wird, oder sogar 2035 und darüber hinaus, könne heute niemand wissen. Ebenso bei der Brennstoffzelle: "Niemand kann sagen, wie viele dieser Autos man 2025 verkaufen kann."

Klare Antwort deshalb: Diesel und Benziner werden im Portfolio bleiben." Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Antrieb gehören zu den Feldern, auf denen BMW derzeit mit Toyota kooperiert. Und zwar laut Harald Krüger ohne perspektivische Grenzen: "Das ist eine gute Partnerschaft. Da weiß man nie, ob sich das weiterhin aufs Bestehende beschränken wird." Entscheidend sei, dass man bei einer Partnerschaft eine win-win-Basis habe. Und die ist für BMW und Toyota offenbar beim Sportwagen-Projekt deutlich spürbar, aus dem Ende 2017 der Serienstart von BMW Z5 und Toyota Supra auf einer gemeinsamen technischen Plattform erfolgen wird. Harald Krüger kommt aufgrund seiner bisherigen Eindrücke sogar leicht ins Schwärmen: "Das funktioniert von beiden Seiten her sehr gut. Das erste Auto, das ich fahren konnte, fühlte sich fantastisch an."

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