BMW-Rückblick: Tourenwagen-WM 2009
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Die Aufholjagd wird nicht belohnt: BMW verpasst WM-Titel 2009. Die BMW Länderteams haben in der FIA World Touring Car Championship (WTCC) Kampfgeist bewiesen und den WM-Kampf bis zum Saisonfinale spannend gehalten. Auf dem ‚Guia Circuit’ in Macau verfehlte das BMW Fahrerquintett, trotz eines Doppelsiegs im letzten Rennen, das Ziel noch an der Konkurrenz vorbeizuziehen.

Mit 311 Punkten belegte BMW in der Herstellerwertung Platz zwei und blieb damit drei Zähler hinter Seat. Augusto Farfus vom BMW Team Germany kam bei den Fahrern mit 113 Punkten als bester BMW Vertreter auf den dritten Rang. Am Steuer ihrer BMW 320si WTCC errangen die fünf BMW Länderteam Piloten im Saisonverlauf zehn Laufsiege, erreichten drei Pole Positions und fuhren zwölf schnellste Rennrunden.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen sagte: „Herzlichen Glückwunsch an Seat und Gabriele Tarquini zum Gewinn der Meisterschaft. Das Finale war wie erwartet dramatisch und hat den Saisonverlauf widergespiegelt. Für uns verlief insbesondere der erste Teil der Saison schwierig, ehe wir wieder den Anschluss herstellen konnten. Hier in Macau war das erste Rennen für uns bereits kurz nach dem Start entschieden, als unsere Konkurrenten an uns vorbeizogen. Damit war es Augusto Farfus nicht mehr möglich, in den Kampf um den Fahrertitel einzugreifen. Im abschließenden Lauf war trotz des Doppelerfolgs vom BMW Team Germany keine Wende in der Herstellerwertung mehr möglich.“ Der Brasilianer Farfus war mit theoretischen WM-Chancen zum Finale gereist, konnte jedoch den Abstand von 13 Punkten auf Tarquini nicht mehr verringern. Dennoch durfte der 26-Jährige mit seiner Saisonbilanz zufrieden sein: Sechs Mal stand er ganz oben auf dem Treppchen und stellte damit einen neuen Rekord auf. Zudem bescherte er BMW drei Mal die Pole Position.

Neben Farfus feierten Andy Priaulx in Deutschland und Japan sowie Alessandro Zanardi und Sergio Hernández, jeweils in Tschechien, weitere Siege für BMW. Farfus Teamkollege Jörg Müller fuhr sechs Mal auf das Podium und schrammte mit fünf zweiten Plätzen mehre Male knapp an seinem elften WM-Erfolg vorbei. Schwieriger Start, starke Aufholjagd. Die Saison begann für die BMW Länderteams nicht nach Plan. In Curitiba (BR) schaffte es kein BMW Fahrer auf das Podium. Zwar präsentierte sich das Quintett bei der zweiten Überseeveranstaltung in Puebla (MX) unerwartet stark und sicherte sich auf der neu asphaltierten Strecke die Poleposition sowie drei Podestplatzierungen. Bei der WM-Premiere in Marrakesch (MA) bestätigte sich jedoch der Trend vom Saisonauftakt, lediglich Farfus und Müller konnten punkten

Im Anschluss an die ersten WTCC-Rennen in Afrika wurde diskutiert: BMW Team Germany legte stellvertretend für alle BMW Länderteams einen Protest gegen die im zweiten Lauf in gestarteten Seat León TDI Fahrzeuge ein. Das Ziel war eine Klärung des technischen Reglements hinsichtlich des bei Turbodiesel-Motoren maximal erlaubten Ladedrucks. Seat-Pilot Tiago Monteiro wurde im Anschluss disqualifiziert. Auch zum Auftakt der Europa-Saison gab es in Pau (FR) abseits der Strecke reichlich Gesprächsstoff. Neben dem maximalen Ladedruck bei den Turbodiesel-Motoren ging es diesmal auch um die Überschreitung der maximal erlaubten Höchstdrehzahl von 8.500 U/min. Beim Herunterschalten war dies bei neun Fahrern aufgetreten, unter anderem bei Priaulx und Hernández, und wurde von den FIA Rennkommissaren überraschend als Regelverstoß gewertet. Beiden Fahrern wurden die Zeiten im zweiten Qualifying-Segment gestrichen, was Priaulx die Poleposition kostete.

Dennoch sammelten die BMW Fahrer viele Punkte. Insbesondere Farfus konnte sich mit zweiten Plätzen in beiden Rennen in Richtung Spitze der Fahrerwertung orientieren. In Valencia (ES) brach schließlich der Bann: Farfus überquerte zum ersten Mal in dieser Saison als Sieger die Ziellinie. Den Rennen in Brünn (CZ) drückte erneut das BMW Team Italy-Spain seinen Stempel auf, Zanardi und Hernández feierten je einen Triumph. Im 100. Rennen der Tourenwagen-WM seit 2005 sah Farfus in Porto (PT) zum zweiten Mal als Gewinner die Zielflagge und triumphierte auch im zweiten Lauf von Brands Hatch (GB). Beim BMW Heimspiel in Oschersleben (DE) trug sich auch Priaulx in die Siegerliste ein, während Farfus in Rennen zwei den vierten Saisonsieg einfuhr.

Imola (IT) erwies sich als das erwartet schwierige Pflaster, aber beim zweiten Auftritt der WTCC in Japan waren die BMW Länderteams wieder das Maß aller Dinge. Priaulx und Müller sowie Farfus und erneut Priaulx sorgten in Okayama (JP) für die Doppelsiege fünf und sechs. Der Rückstand auf Seat in der Herstellerwertung war vor dem WM-Finale von 29 Punkten nach den Rennen in Marrakesch auf drei Zähler geschmolzen. Zwar sorgten Farfus und Müller in Macau für den siebten Doppelerfolg der Saison. Da jedoch auch die Konkurrenz von Seat Podestplätze und Punkte sammelte, konnten die BMW Länderteam Piloten das Blatt in der Weltmeisterschaft nicht mehr wenden. Obwohl der Titelgewinn 2009 verfehlt wurde, konnte der BMW 320si WTCC einmal mehr an vielen Rennwochenenden beeindrucken.

Nach dem Triumph von Priaulx und dem Gewinn der Herstellerweltmeisterschaft mit dem BMW 320i im Jahr 2005 war auch das Nachfolgemodell auf Anhieb erfolgreich. Am 2. April 2006 debütierte der BMW 320si WTCC in der Tourenwagen-WM und überzeugte sofort: Priaulx sicherte sich in Monza nicht nur die Poleposition, sondern fuhr im ersten Rennen zum Sieg. Am Ende des Jahres standen BMW und Priaulx erneut ganz oben und verteidigten 2007 beide Titel erfolgreich. 2008 gingen die BMW Länderteams erstmals leer aus. Auf die Stärke der Seat León TDI reagierten die Ingenieure von BMW Motorsport mit zahlreichen Detailverbesserungen am BMW 320si WTCC im Rahmen des engen Super2000-Reglements.

Die optisch auffälligste Modifikation war das .Facelift., das zuvor bereits in der Serienvariante des BMW 3er eingeführt worden war. In Marrakesch traten die BMW Länderteams erstmals mit diesen Designanpassungen an. An Zanardis Fahrzeug kam zudem eine weitere Neuerung zum Einsatz: Er startete 2009 zum ersten Mal mit einem sequenziellem Sechsgang-Getriebe, musste dafür allerdings reglementsbedingt ein Handicap von 30 Kilogramm in Kauf nehmen. Ab den Rennen in Valencia fuhr der BMW 320si WTCC wieder regelmäßig auf der Siegerstraße. Lediglich drei Punkte fehlten BMW am Ende in der Herstellerwertung, um mit diesem Fahrzeug den fünften WM-Titel zu erringen. Mit den zehn Triumphen aus der in Macau zu Ende gegangenen Saison 2009 bringt es der Renntourenwagen auf 36 WM-Siege und hat sich damit als erfolgreicher Vertreter der sportlichen BMW 3er Reihe auf Rennstrecken weltweit erwiesen.

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