Das Auto von morgen: Denken, lenken, sparen
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Im Moment haben die Importeure bei den alternativen Antrieben die Nase vorn. Bilder

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Eine Brücke zwischen den Motoren-Zeitaltern will Opel mit seinem Ampera schlagen, der Ende des Jahres auf den deutschen Markt kommt. Zur Verlängerung der Reichweite verfügt der Stromer über einen Verbrennungsmotor, der als Generator dient. Bilder

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Dem Elektroauto gehört die Zukunft. Auch deutsche Automobilzulieferer wie Bosch sind längst in die Produktion von Elektromotoren und Komponenten eingestiegen. Bilder

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Die Automobilentwicklung steht vor großen Herausforderungen. Der Pkw von morgen muss quasi zur „eierlegenden Wollmilchsau“ auf vier Rädern werden. Denn trotz aller bisherigen Effizienz- und Umweltanstrengungen müssen Fahrzeuge in Zukunft noch werden. Das tut allein schon deswegen Not, weil der Flottenausstoß laut den aktuellen EU-Grenzwerten bis zum nächsten Jahr auf durchschnittlich 130 Gramm pro Kilometer sinken muss. Aber auch für die meisten Neuwagenkäufer sind die Verbrauchswerte angesichts stetig steigender Spritpreise inzwischen mindestens so wichtig wie PS-Angaben und Steuereinstufung. Die Elektromobilität ist auf diesem Weg nur eine von vielen verschiedenen Maßnahmen, wie der Automobilzulieferer Bosch jetzt im Rahmen seines 60. Motorenkolloquiums erläutert hat.

Ohne Verbrennungsmotor unter der Haube werden auch in absehbarer Zukunft nur wenige Autos über die Straßen rollen. Zwar hat sich die Bundesregierung das Ziel von einer Million Elektroautos auf die Fahnen geschrieben. Fast alle bei der Konferenz im Boxberg anwesenden Experten halten dieses Ziel jedoch für illusorisch: Im Jahr 2020 werden Verbrenner demnach noch in 95 Prozent aller Neufahrzeuge zu finden sein, wenn auch immer häufiger in Kombination mit einem Elektrotriebwerk. Hauptaufgabe wird es daher sein, den Verbrauch von Otto- und Dieselmotor weiter zu reduzieren. Bosch sieht hier ein Einsparpotenzial von bis zu 30 Prozent.

Möglich machen soll dies die zunehmende Verbreitung von Selbstzündern mit moderner Common-Rail-Einspritztechnik, Benzindirekteinspritzern sowie immer kleineren, aber dank Turboaufladung mindestens genauso leistungsstarken Motoren. Eine weitere effektive Spritspar-„Sofortmaßnahme“ ist das Start-Stopp-System: Von der Technik will allein der Stuttgarter Zulieferer rund 2,6 Millionen Stück im laufenden Jahr absetzen, doppelt so viele sind wie noch 2010. Durch das Abschalten des Motors beispielsweise an der Ampel kann die Start-Stopp-Technik allein für eine Verbrauchsersparnis von mindestens fünf Prozent bringen.

Der Elektromobilität gehört zweifelsohne die Zukunft

Bei Verwendung von Strom aus „sauberer“ Quelle erlaubt sie künftig völlig emissionsfreies Fahren. Wann diese Zukunft beginnt, ist aber noch fraglich. „Viel spricht dafür, dass der Übergang zur Elektromobilität deutlich mehr als ein Jahrzehnt brauchen wird“, mahnt Dr. Bernd Bohr, Vorsitzender des Unternehmensbereiches Kraftfahrzeugtechnik.[foto id=“362390″ size=“small“ position=“left“]

Eine Ansicht, die auch ein Hersteller wie Opel teilt. Der. Entwicklungsschwerpunkt der Rüsselsheimer liegt daher nicht auf rein batterieelektrisch angetrieben Autos. Als Brücke zwischen Verbrennungs- und Elektromotor haben sie bewusst einen Sonderweg gewählt. Als Übergangslösung bringen die Rüsselsheimer mit dem Ampera als erster Hersteller Ende des Jahres ein alternativ angetriebenes Auto auf den deutschen Markt, dessen Reichweite nicht auf 150 Kilometern limitiert ist. Möglich macht das der Einsatz des 1,4-Liter-Benzinmotor, der bei Bedarf als Generator dient und dem der dem 111 kW/150 PS leistenden Elektromotor unter die Arme greift. Die Gesamtreichweite des Autos soll daher bei über 550 Kilometern ohne Lade- oder Tankstopp liegen. Statt reinen Elektroautos werden zunächst auch Plug-in-Hybride Käufer finden wie Volvos V60, der Diesel- und Elektroantrieb kombiniert, oder der Toyota Prius, der sich im Normzyklus laut Hersteller mit 2,6 Liter Super auf 100 Kilometer begnügen soll.

Dass diese Autos derzeit vor allem von Importeuren beigesteuert werden, ist kein Zufall. Im internationalen Wettlauf um die Technik von morgen haben die deutschen Fahrzeughersteller und -zulieferer noch Nachholbedarf. Für die alternativ angetriebenen Autos braucht man Elektromotoren, Hochleistungsakkus und ganz neue Elektronikkomponenten wie beispielsweise Gleichstromwandler oder Pulswechselrichter, die die Gleichspannung der Batterie in Wechselspannung umformen, wie ihn ein E-Motor benötigt.

Die Aufholjagd um die Automobiltechnologie der Zukunft kann aber nur gemeinsam gelingen. Deshalb wollen vermeintliche Konkurrenten künftig vermehrt zusammenarbeiten. „Inzwischen wächst in der Automobilindustrie bei allem Wettbewerb die Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Längst gibt es konkrete Kooperationsprojekte – unter den Herstellern, aber auch zwischen Herstellern und Zulieferern“, berichtet Bosch-Manager Bohr. Sein Unternehmen hat mit Daimler erst kürzlich ein Joint-Venture gegründet, um Elektromotoren für E-Fahrzeuge zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben. Die E-Triebwerke laufen in Hildesheim vom Band, die passenden Energiespeicher werden im koreanischen Ulsan in Form von Lithium-Ionen-Batterien gemeinsam mit Samsung gefertigt.

Der Haken bei allem Zukunftsstreben

Die Anschaffung eines eigenen Autos, ob nun mit alternativen oder konventionellen Antrieb, ist und bleibt eine Frage des Preises. Laut einer aktuellen Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) verzichtet [foto id=“362391″ size=“small“ position=“left“]die jüngere Generation immer häufiger auf den eigenen mobilen Untersatz. Sie nutzen stattdessen einen Mix aus öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrädern und wenn es nicht anders geht, Autos, die mittels Carsharing stundenweise angemietet werden. Dies ist sicher auch auf den Fahrzeugpreis zurückzuführen.

Durch preissenkende Innovationen speziell für diese Zielgruppen könnte neues Interesse am Auto geweckt werden. Auch der Einzug des Internets ins Fahrzeug soll die Kauflust junger Leute ankurbeln. Auch Bosch arbeitet hieran. Dabei geht es um die Verknüpfung des mobilen Internets via Smartphone mit dem Auto. „Head-up“-Displays könnten laut den Bosch-Ingenieuren E-Mails oder auch Routenplaner aus dem Netz fortan in der Windschutzscheibe darstellen, was den Ablenkungsfaktor zumindest reduziert – der Fahrer fummelt nicht an seinem kleinen Smartphone herum, sondern hat alle Neuigkeiten buchstäblich im Blick.

Zukunftsmusik?

Gewiss. Aber das Beispiel zeigt: Das Automobil steht vor einem großen Wandel. Es geht sich nicht allein um den Antrieb, sondern vielmehr um die Verbindung zahlreicher nützlicher Fähigkeiten. Die ersten Ansätze jedenfalls klingen durchaus vielversprechend. Sollte die neue Technik bezahlbar bleiben, darf sich der Autofahrer schon heute darauf freuen.

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