Deutsche Autoexporte einer der Wachstumsmotoren
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Die Ausfuhr von deutschen Pkw stieg in den ersten zehn Monaten um mehr als ein Viertel auf 3,5 Millionen Fahrzeuge, die Inlandsfertigung legte um 12 Prozent auf über 4,6 Millionen Autos zu.

Das kräftige Wachstum im laufenden Jahr sei auch auf die Exportstärke der deutschen Automobilindustrie zurückzuführen, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), heute auf der Mitgliederversammlung in Berlin. Er fordert eine aktive Industriepolitik in Europa.

Die Ausfuhr von deutschen Pkw stieg in den ersten zehn Monaten um mehr als ein Viertel auf 3,5 Millionen Fahrzeuge, die Inlandsfertigung legte um 12 Prozent auf über 4,6 Millionen Autos zu. Das kräftige Wachstum im laufenden Jahr sei auch auf die Exportstärke der deutschen Automobilindustrie zurückzuführen, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), heute auf der Mitgliederversammlung in Berlin. Er fordert eine aktive Industriepolitik in Europa.

Die deutsche Automobilindustrie fahre schneller aus der Krise heraus als ihre Wettbewerber, betonte Wissmann. Im Gesamtjahr 2010 wird die Inlandsproduktion um 10 Prozent auf 5,45 Millionen Pkw gesteigert, der Export wird um 21 Prozent auf 4,15 Millionen Einheiten zulegen. Die weltweite Pkw-Produktion der deutschen Konzernmarken werde 2010 etwa 10,2 Millionen Einheiten betragen. „Damit zählt fast jedes fünfte weltweit produzierte Auto zu einer deutschen Konzernmarke“, erläuterte Wissmann. Der Pkw-Inlandsmarkt werde sich 2010 besser als erwartet entwickeln und ein Neuzulassungsvolumen von leicht über 2,9 Mio. Einheiten aufweisen: „Im Schnitt der beiden Jahre 2009 und 2010 sind das 3,36 Mio. Neuwagen – damit liegen wir über dem langjährigen Mittel der vergangenen Jahre.“

Während in anderen europäischen Ländern – Frankreich, Italien, Großbritannien – der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt seit sieben Jahren permanent zurückgehe und zum Teil deutlich unter der 20-Prozent-Marke liege, ist der Anteil des industriellen Sektors in Deutschland im Jahr 2007 auf über 25 Prozent gestiegen und nähere sich – nach einer „Delle“ im Krisenjahr 2009 – wieder diesem hohen Niveau an, stellte Wissmann fest. Für Deutschland bedeute dies, sich europapolitisch neu aufzustellen. Über traditionelle Allianzen – wie etwa mit Frankreich – hinaus müssten neue Verbündete gesucht und gefunden werden, beispielsweise mit unseren Nachbarn aus Osteuropa. Hier sei die Bundesregierung gefordert, die „mit Hilfe neuer Bündnisse Motor einer industriefreundlichen Politik in der EU“ sein müsse.

Bei der EU-weiten CO2-Regulierung für Pkw sei nach einem längeren Diskussionsprozess eine Lösung gefunden worden, die sehr anspruchsvoll, aber mit großen Anstrengungen erreichbar sei. Der gewichtsbezogene Ansatz berücksichtige, dass ein großer Familien-Van einen höheren Verbrauch hat als ein kleiner Zweisitzer. „Die deutsche Automobilindustrie ist bei der CO2-Reduzierung Vorreiter“, unterstrich Wissmann. So lag der durchschnittliche CO2-Wert der in Deutschland neu zugelassenen Pkw deutscher Konzernmarken im September 2010 erstmals unter der 150-Gramm-Marke (149,9 g/km CO2) und damit knapp 4 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. In neun von zehn Fahrzeugsegmenten haben die deutschen Hersteller – laut offizieller KBA-Zahlen – jeweils einen durchschnittlich niedrigeren CO2-Wert als die Importeure. Die deutsche Automobilindustrie setze alles daran, die sehr anspruchsvollen Ziel zu erreichen, denn Klimaschutz gehöre seit langem zu ihrem Selbstverständnis. Ein hoher Anteil der 21 Mrd. Euro, die die deutsche Automobilindustrie allein im Jahr 2009 in Forschung und Entwicklung (FuE) investierte, gilt dem Bereich alternativer Antriebe und der Optimierung der klassischen Verbrennungsmotoren.

Für den derzeit diskutierten Gesetzentwurf zur EU-weiten CO2-Regulierung für leichte Nutzfahrzeuge forderte der VDA-Präsident sinnvolle und machbare Regelungen. Brüssel habe willkürlich „ein überzogenes Langfristziel“ von 135 Gramm pro Kilometer CO2 festgelegt. Er begrüße daher, dass sich die Bundesregierung – basierend auf einer eigenen Machbarkeitsstudie – „für einen realistischeren Wert entschieden hat.“ Sogar der Vorschlag des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments sei realistischer als der der Kommission, betonte Wissmann. Es sei bemerkenswert, dass sich der EU-Umweltausschuss stärker für die Industrie einsetze als die Kommission.

Auch die CO2-Regulierung in Südkorea mache dem VDA Sorgen: „Wir erwarten von Südkorea nach wie vor einen freien Marktzugang ohne Diskriminierungen. Das ist die Voraussetzung für die Ratifizierung des Freihandelsabkommens“, sagte der Verbandspräsident. Nur auf Druck der deutschen und europäischen Automobilindustrie sei in dem Abkommen erstmals ein eigenes Kapitel für die Automobilindustrie verhandelt worden, in dem es um Standards gehe. Auch beim geplanten Freihandelsabkommen mit Indien müsse sorgfältig darauf geachtet werden, dass der Handel nicht mit Hilfe von Ausnahmeregelungen einseitig zu Lasten der EU erfolge.

Die Nationale Plattform Elektromobilität, die im Mai von Bundeskanzlerin Merkel gestartet wurde, wird Ende November ihren ersten Zwischenbericht vorlegen. Klar sei, dass die Industrie den Löwenanteil an den Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen trage. Allein die deutsche Automobilindustrie investiere in den nächsten drei bis vier Jahren 10 bis 12 Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe. Aus Sicht der deutschen Automobilindustrie müsse zudem die Förderung von Forschung und Entwicklung bedarfsgerecht auf hohem Niveau über die Jahre 2012 und 2013 hinaus fortgeführt werden. Bereits bestehende Förderprogramme sollten unter Beteiligung von Industrie und Wissenschaft gezielt fortentwickelt und ausgebaut werden. Angesichts massiver Förderung in anderen Ländern – etwa in China oder in den USA – sei dies notwendig, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.

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