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Dodge Caliber CRD: Bollwerk der Kompaktklasse
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Ein Auto wie eine Festung: Der bullige Fadenkreuz-Kühler, kräftige Kotflügel, das zerklüftete Heck und der hohe Aufbau mit den niedrigen Schießscharten-Fenstern lassen den kompakten Dodge Calilber von Außen wie ein SUV wirken.

Unter dem Blech ist der Amerikaner jedoch eine konventionelle Kompaktlimousine mit Vorderradantrieb, fünf Sitzen und ausreichend Platz fürs Gepäck. Mit dem 103 kW/140 PS starken 2,0-Liter-Dieselmotor ist er ab vergleichsweise günstigen
18 300 Euro zu haben.

Reichlich Raum für Fünf

Trotz seiner großzügigen Abmessungen von 4,42 Metern Länge, 1,80 Metern Breite und einer Höhe von 1,54 Metern bietet das Innere nicht wesentlich mehr Platz als bei den deutlich kompakteren Wettbewerbern. Fünf Passagiere finden in dem Fünftürer bequem Platz, gleichzeitig reicht der Kofferraum für reichliche 524 Liter Gepäck. Bei umgeklappter Rückbank und weggeklapptem Beifahrersitz sind es 1 339 Liter. Allerdings muss beim Beladen erst eine recht hohe Kante überwunden werden.

Interieur – typisch amerikanisch

Im Innenraum zeigt der Kompakte seine amerikanische Herkunft:
Gesteigertes Wohlbefinden mag sich dort zwischen rauem Hartplastik und lieblos gestalteten Bedienelementen nicht einstellen. Akustisch
einschüchternd: Kurz nach der Anfahrt verriegeln mit unnötig lautem Knall die Türschlösser. Das sorgt für eine Schrecksekunde. Der Fahrer leidet zudem unter den schlecht anpassbaren Sitzen und der nur in der Höhe verstellbaren und zudem auf die Knie drückende Lenksäule. Pfiffig jedoch die im Diesel-Modell serienmäßige Klimaanlage mit dem gekühlten Handschuhfach. Dort haben Erfrischungsgetränke für vier Mitfahrer Platz. Im Gepäckraum findet sich außerdem eine wiederaufladbare Taschenlampe.

Motorisierung

Den Antrieb des 1,5 Tonnen schweren Fronttrieblers besorgt ein 103 kW/140 PS starker Pümpe-Düse-Diesel von Volkswagen. Nach einer kleinen Gedenksekunde bei der Anfahrt geht der Vierzylinder zwischen 1 750 Touren und 2 500 Touren mit einem maximalen Drehmoment von 310 Nm souverän zur Sache. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h gelingt in passablen 9,3 Sekunden, bei Tempo 196 stellt die Tachonadel ihren Lauf nach rechts ein.
Bei mehr als Tempo 130, der Höchstgeschwindigkeit der meisten EU-Länder, lässt der große Windwiderstand der kantigen Karosserie das Beschleunigen jedoch zu einer eher zähen Angelegenheit geraten. Akustische Unauffälligkeit entspricht generell nicht der Natur des rauen VW-Selbstzünders. Im schwach gedämmt wirkenden Dodge ist das überdeutlich zu hören. Der Testverbrauch von gut acht Litern wiederum geht durchaus in Ordnung.

Weniger stadttauglich

Unangenehm fallen während der Fahrt die deutlich wahrnehmbaren Antriebseinflüsse in der Lenkung auf. So reißt der Amerikaner bei Spurwechseln oder schnell angegangenem Abbiegen unangenehm am Steuer und verlangt nach aufmerksamen Korrekturen. Das Terrain des Kompakten im SUV-Look sind vor allem die Autobahnen und Landstraßen; dort ist er ein flotter und komfortabler Reisewagen. Trotz seiner Höhe hat das für einen Amerikaner recht straffe Fahrwerk die Wankbewegungen des Aufbaus im Griff.
In der Stadt hingegen stört neben dem gewöhnungsbedürftigen Fahrverhalten die unübersichtliche Karosserie. Dicke A- und C-Säulen und das wuchtige Heck schränken die Sicht aus den kleinen Fensteröffnungen ein. Die unruhig gestaltete Rückseite wirkt zudem schnell unsauber, da sich in ihren Stufen und Nischen das Regenwasser sammelt und beim Verdunsten kleine Schmutzlachen hinterlässt.

Preisstruktur

Glänzen kann der erste Kompakte der DaimlerChrysler-Tochter jedoch beim Preis. Die Dieselversion ist für 18 300 Euro schon ordentlich ausgestattet.
ESP und vier Airbags sind genauso an Bord wie Bordcomputer, Klimaanlage und elektrische Helfer für alle Fenster. Die Versicherung verlangt für die Kfz-Haftpflicht 599 Euro im Jahr, an Steuer fallen 308 Euro an.

Zum Kauf des ungewöhnlichen US-Kompakten reizen könnte vor allem die extrovertierte Optik des Dodge, die sich von dem ansonsten oftmals konservativen Kompaktklassendesign deutlich abhebt, sowie die pfiffigen Ausstattungsdetails, die sich bei keinem Wettbewerber finden.

Technische Daten Dodge Caliber 2.0 CRD

Fünftürige Steilhecklimousine mit Frontantrieb;
Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,42 Meter/1,80 Meter/1,54 Meter/2,64 Meter;
Leergewicht 1 500 kg, Anhängelast 1 120 kg, Zuladung 500 kg, Gepäckraumvolumen 352 Liter/1 339 Liter;
2,0-Liter-Diesel mit 103 kW/140 PS Leistung, maximales Drehmoment 310 Nm bei 1 750 – 2 500 U/min, null auf 100 km/h in 9,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 196 km/h, Verbrauch laut Hersteller 6,1 Liter/100 km (CO2-Ausstoß 161 g/km), Testverbrauch 8 Liter/100 km;
Beiträge bei der AXA-Versicherung KH 599 Euro (Typklasse 18, SF 1, Zulassung Düsseldorf, 100 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), VK 817 Euro (Typklasse 23, SF 1, 300/150 Euro SB), TK 75 Euro (Typklasse 18, 150 Euro SB);
Preis ab 18 300 Euro.

mid/hh

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