E-Mobilität: Automobilhersteller fehlen eigene Patente

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„Wesentliche Elemente für Elektroautos werden außerhalb der klassischen Automobilindustrie entwickelt. Das macht es auch Branchenneulingen möglich, E-Autos unter eigener Marke produzieren zu lassen.“ So lautet die Schlussfolgerung einer Studie der Patentkanzlei Grünecker.

Sie stützt ihre Erkenntnisse auf die „Patentanmeldungen aller Unternehmen aus allen Branchen weltweit, die sich im Kern mit Elektro- und Hybridfahrzeugen oder Autos mit Brennstoffzellen-Antrieb befassen“. Von den gut 6 000 Patentanmeldungen, die sich 2012 auf E-Autos bezogen, stammten lediglich 40 Prozent von namhaften Automobil- bzw. wichtigen Batterie-Lieferanten, hat die Auswertung ergeben. Beim Hybrid-Antrieb liege die Automobilindustrie-Quote hingegen bei über 80 Prozent.

Das Fehlen eigener Patente macht laut Grünecker-Expertise die Fahrzeughersteller angreifbar, denn sie müssten entweder eine Lizenz für patentgeschützte Technologien erwerben und möglicherweise Kompromisse eingehen oder selbst eine alternative technische Lösung entwickeln, was Zeit koste.

Was die Zahl der Patentanmeldungen betrifft, hat das E-Auto die Hybridfahrzeuge inzwischen überholt: 6 076 Patente für das E-Mobil zu 2 486 Patente für Hybridfahrzeuge lautet das für 2012 ermittelte Verhältnis. Hinzu kommen 1 144 für schützenswert erachtete Brennstoffzellen-Entwicklungen. Klassische Zulieferer wie ZF, Continental und Schaeffler sind laut Grünecker-Studie „zwar unter den Top-Patentanmeldern bei der Hybrid-Technologie vertreten, in der Spitzengruppe der E-Auto- Forschung befinden sie sich aber nicht“. Hier liegen Hitachi (414 Patentanmeldungen), Toshiba (286 Anmeldungen) und Panasonic (281 Neupatente) vorne. Allein Bosch kann der Studie nach in beiden Technologiefeldern mithalten, wobei Bosch mit 160 E-Auto-Patentanmeldungen deutlich vor Siemens mit 124 Schutzrechten liege.

Die Auswertung geht auch auf die in den vergangenen zehn Jahren weltweit angemeldeten Innovationen ein. In diesem Zeitraum stehen laut der Studie Toyota und Hyundai hinter den meisten Patenten – „jeweils über 1 000“ – fürs Elektroauto. Es folgen Ford mit 777 Anmeldungen und Honda mit 769 Anmeldungen. Gut vertreten sind in der Rangliste die chinesischen Hersteller: Mit 191 Innovationen liegt Chery auf Augenhöhe mit dem Daimler-Konzern, der 193 Ideen samt Umsetzung für schützenswert erachtete. Chongqing Changan Automobiles meldete mit 105 Patenten gut doppelt so viele Erfindungen an wie BMW und dreimal mehr als Porsche. Der US-Autozwerg Tesla bringt es immerhin auf 79 Patentanmeldungen und überflügelt damit die Volkswagen-Entwicklungsabteilungen, aus denen 67 Innovationen hervorgingen.

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