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Fahrbericht Suzuki Swift Sport: Beseelt vom puren GTI-Geist
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„Wenn der mal groß wird, will er bestimmt mal GTI werden“, frozelte ein Passant, als wir den Suzuki Swift Sport einparkten. Sie irren, mein Herr, sie irren.

Der Swift Sport hat auch jetzt schon viel Ähnlichkeit mit dem VW GTI, allerdings mit jenem ersten Modell, das sich fuhr wie ein Go-Kart und einst viele renommierte PS-Protzer ärgerte. Suzuki selbst möchte ihn lieber als Super-Mini anpreisen. Und in der Tat erinnert die Form mit den kurzen Überhängen, den hohen, kraftvollen Schultern und dem gerade nach hinten verlaufenden Dach an den aktuellen Mini. Aber wer sich an den Ur-GTI erinnert, wird die Parallelen erkennen.

Ladevolumen gering

Der Swift Sport misst mit seinen 3,77 Metern Länge nur rund sieben Zentimeter mehr als der Golf I mit dem rasanten Ruf. Aber mit seinen 1,50 Metern Höhe gibt er sich als modernes Auto zu erkennen, in dem man höher und steiler sitzt und damit Platz für den Kofferraum schafft. Mit den 213 Litern Laderaumvolumen, das sich bei umgeklappter Rücksitzbank auf knapp 500 Liter vergrößern lässt, bleibt er allerdings hinter dem Golf I zurück.

Neun Sekunden von null auf 100 km/h

Dafür haben beide einen 1,6-Liter Vierzylinder Benziner unter der Haube, der im Swift 92 kW / 125 PS leistet, also mehr als der Ur-GTI. Die Mehrleistung braucht er aber auch; denn Swift Sport wiegt mit gut 1100 Kilogramm rund 200 Kilogramm mehr als der alte GTI. Das reicht für einen Spurt in knapp neun Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 200 km/h – ebenfalls vergleichbare Werte.

Kurven bringen Spaß

Deutlich wird die Ähnlichkeit erst beim Fahren. Die Mannschaft, die dem Japaner seine Fahrfreude einimpfte war offenbar von demselben Geist beseelt wie damals das Löwenberg-Team in Wolfsburg. Auf jeder geraden Strecke kommt Bedauern auf, jede Kurve gerät zum Vergnügen an der exakten Lenkung, der auch dank der großen 17-Zöller sehr hohen möglichen Querbeschleunigung, der knackigen Fünf-Gang-Schaltung, dem spontan ansprechenden, mühelos hochdrehenden Motor und dessen fast sonoren Sportlerklang.

Ein richtiges Spaßgerät…

Das stramme Fahrwerk zeigt sich auf guten und geraden Straßen und in Innenstädten beim Cruisen vernünftig gefedert. Und selbst der Drehzahlmotor, der seine Höchstleistung erst bei 6800 Umdrehungen pro Minute erreicht, lässt sich bis auf 2000 Umdrehungen pro Minuten herunterbummeln. Aber eigentlich gehört der Swift Sport nicht hierher. Er ist das richtige Spaßgerät für den sportlichen Junglandwirt auf Brautschau, für den der Weg über kurvenreiche Landstraßen bis zur nächsten Disko schon das Ziel ist, wenn sonst nichts geht.

Der Platz reicht aus

Zum Vergnügen tragen auch die beiden hochgezogenen Sportsitze mit integrierten Kopfstützen bei. Die geben für die gewünschte sportliche Fahrweise den rechten Seitenhalt und sind so gut gepolstert, dass sie dem Swift Sport zu der Beschreibung: „nicht zu straff“ verhelfen. Weniger Freude bereitet lang gewachsenen Mitteleuropäern die Tatsache, dass die Lenksäule nur nach oben oder unten, nicht aber nach vorn oder hinten verstellt werden kann. Für die Langen unter den Fahrern sitzt auch der kurze Knüppel der Schaltung ein bisschen zu weit vorn.

Lenkung wie Schaltung sind so angeordnet, dass die Fraktion derjenigen, die ihre auf sportlich getrimmten Fahrzeuge lieber im Liegen fährt, im Swift diese Vorliebe nicht umsetzen können. Man sitzt aufrechter und hat damit als langer Mensch sogar die Chance, das vordere Ende der Motorhaube zu erkennen und bis zu fünf Personen ohne Protest von hinten zu transportieren.

Einstieg ab 17 500 Euro

Der Armaturenträger gibt sich eher sachlich, sportlich und schlicht im üblichen Sportler-Schwarz mit silbernen Akzenten, ebenso die Instrumentierung mit gut ablesbaren Rundinstrumenten und Anzeigen vom Bordcomputer. Die Bedienung erweist sich als unkompliziert, so wie man es gern hat, wenn man sich auf die nächste Kurve konzentrieren will. Hartplastik aller Orten und zum Teil einfache Verkleidungen lassen erkennen, dass es Suzuki nicht nur um ein niedriges Gewicht ging. Es hat wohl auch etwas mit Preisen zu tun. Der Swift kostet 17 500 Euro, inklusive umfangreicher Sport-, Luxus- und Sicherheitstechnik. Hier passt dann der Vergleich mit dem Ur-GTI nicht mehr.

Bleibt noch die Frage nach dem Verbrauch. Suzuki gibt den Durchschnittsverbrauch nach ECE-Norm mit 7,2 Litern an, was einem Ausstoß von 175 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer entspricht. In der Praxis kann bei scharfer Gangart aber auch schon einmal eine 9 vor dem Komma stehen. Die Verbräuche beim alten GTI lagen in derselben Größenordnung, mit den Tendenz nach oben beim alten GTI, allerdings verlangt es den Swift Sport nach Super Plus.

(ar/Sm)

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