Ferdinand Piech stärkt Volkswagen den Rücken gegen Porsche

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Zwei überraschende Ergebnisse brachte die Aufsichtsratssitzung der Volkswagen AG am Freitag, 12. September 2008. So bedürfen in Zukunft alle größeren Geschäfte zwischen Audi und Porsche der Zustimmung des VW-Aufsichtsrats. Die zweite Überraschung lag in der Zustimmung zu einer Satzungsänderung. Gegen den Willen des Großaktionärs Porsche legt die Unternehmenssatzung nun fest, dass 20 Prozent als Sperrminorität ausreichen

Der Beschluss über die Zustimmungspflicht für Geschäfte zwischen Audi und Porsche erfolgte auf Antrag der Arbeitnehmerseite und war möglich geworden, nachdem Ferdinand Piech, der VW-Aufsichtsratsvorsitzende, bei dieser Abstimmung nicht anwesend war. Damit konnte IG-Metall-Chef Jürgen Peters als Stellvertreter die Sitzung leiten und sich in dessen Namen der Stimme enthalten. Die Arbeitnehmerseite hatte damit eine Stimme Mehrheit.

„Ich bin entsetzt über das Abstimmungsverhalten des Aufsichtsratsvorsitzenden“, rügte Wolfgang Porsche, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Holding Porsche SE seinen Vetter Ferdinand Piech. „Piech hat überzogen“ meint am Sonntag, 14. September 2008, der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Nun organisiere Wolfgang Porsche den Widerstand gegen Ferdinand Piech mit dem Ziel einer schnellen Entmachtung.

Experten werten das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung als einen weiteren Beweis, dass Ferdinand Piech dabei ist, seine eigene Strategie umzusetzen und die Dominanz über die Familie zu behaupten. Gelingt ihm das, dürften auch für den Vorstandsvorsitzenden bei Porsche, Wendelin Wiedeking, unruhige Zeiten anbrechen. Sein Pressesprecher Anton Hunger hatte am Freitag zwar noch einmal darauf hingewiesen hatte, dass Porsche jetzt so viele Aktien nachkaufen werde, das die Mehrheit in der nächsten Hauptversammlung sicher sei. Doch das Tuch zwischen Piech und Wiedeking scheint zerschnitten.

Während im Werk Wolfburg der IG-Metall-Vorsitzende die Sitzung des Aufsichtsrats leitete, demonstrierten auf dem Werkgelände zwischen 30 000 und 40 000 VW-Mitarbeiter für die Umsetzung des neues Entwurfs des VW-Gesetzes, das ebenfalls eine Sperrminorität von 20 Prozent vorschreiben soll. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sprach bei dieser Gelegenheit dem EU-Wettbewerbskommissar Charlie McCreevy erneut das Recht ab, sich beim VW-Gesetz einzumischen. McCreevy müsse akzeptieren, dass es „ein paar Gesetze“ gebe, wo Brüssel keine Mitsprache habe. Der Gewerkschaftsvorsitzende Bertold Huber nannte die Situation bei VW vorbildlich. Das VW-Gesetz sei „ein Leuchtturm der Mitbestimmung“.

Beobachter spotteten angesichts dieser Gemengelage, plötzliche seien weder der sonst gegenüber Porsche eher aufmüpfig agierende Ministerpräsident noch die Gewerkschaft Unruheherde. Heute seien sie im Gegensatz zur Familie Porsche feste Pole mit klar erkennbaren Strategien. Diueselben Beobchter weisen aber auch darauf hin, dass Ferdinand Piech bisher noch immer das durchgesetzt habe, was ihm wichtig war.

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