Griechenland ermittelt gegen deutsche Automobilhersteller
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Ins Visier griechischer Steuerfahnder sind deutsche Automobilhersteller geraten. Sie sollen ihre Modelle zu Dumpingpreisen nach Griechenland liefern. Gegen mehrere Konzerne ermittelt laut einem Spiegel-Bericht die griechische Behörde zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität (SDOE).

Dabei konzentrierten sich die Fahnder vor allem auf hochpreisige Fahrzeuge, weil dort der vermutete Schaden am größten ist. Ausgangspunkt für die Ermittlungen waren die extrem niedrigen Preise, zu denen die griechischen Opel-, BMW- und Mercedes-Benz-Händler die Autos verkaufen. Für ein S-Klasse-Fahrzeug des Typs S 500 Blue Efficiency stellt beispielsweise Mercedes-Benz dem hauseigenen Importeur laut interner Preisliste nur 22 135 Euro in Rechnung ? rund ein Viertel des offiziellen Verkaufspreises. Nicht anders bei BMW Hellas, das für einen X3 sDrive nur rund 12 000 Euro zahlen soll, ein Drittel des Ladenpreises. Der Importpreis ist Grundlage für eine Reihe von Steuern, von der Mehrwert- bis zur Luxussteuer.Dass es sich bei den Geschäften um einen Steuertrick handeln könnte, schließen die Ermittler nach Spiegel-Angaben auch aus der Tatsache, dass die Importpreise in anderen Ländern je nach Modell um bis zu 60 Prozent höher liegen. Griechenland seien deshalb im Laufe mehrerer Jahre bis zu 200 Millionen Euro Einnahmen entgangen. „Wir ermitteln gegen eine Reihe internationaler Automobilfirmen wegen möglicher Steuervergehen“, heißt es von Seiten der SDOE.

BMW und Mercedes-Benz bestätigen, dass die SDOE bei ihnen vorstellig wurde, sehen in den niedrigen Abgabepreisen aber kein Delikt: Die Verrechnungspreise basierten auf internationalen Steuerstandards und stünden in Einklang mit den OECD-Regeln und dem europäischen Recht. Gerade mal 7 895 Autos exportierten deutsche Fahrzeughersteller im vergangenen Jahr nach Griechenland. Der Automobilmarkt war dort infolge der Finanzkrise zusammengebrochen. Beispielsweise verkaufte BMW 2007 noch mehr als 10 000 Fahrzeuge, 2012 waren es weniger als 2 300 Autos. Bei weiter sinkenden Verkäufen müssten viele Händler ihr Geschäft aufgeben, heißt es bei BMW.

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