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Im Porsche-Museum lebt der Sportsgeist
Im Porsche-Museum lebt der Sportsgeist Bilder

Copyright: Porsche

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Im digitalen Zeitalter hat ein Museumsbesuch einen schweren Stand. „Langweilig“ denken viele Menschen. Doch dass dies ein Vorurteil sein kann, beweist ein Besuch im Porsche-Museum. Denn im Heiligtum des Autobauers in Stuttgart-Zuffenhausen ist Leben in der Bude. Fast alles steht im Zeichen des berühmten 24-Stunden-Rennens von Le Mans. Dort hat Porsche Rennsport-Geschichte geschrieben wie kein anderer Hersteller. 16 Siege sind es bis jetzt – ein Rekord.

Und passend zur Rückkehr in diesem Jahr überrascht das Porsche-Museum seine Besucher mit einer pfiffigen Idee: Erstmals überhaupt ist das Museum durchgehend geöffnet, genau genommen 33 Stunden ohne Verschnaufpause. Die Motoren heulen, der Geruch von Benzin liegt förmlich in der Luft, und auf der Rennstrecke werden wieder Helden geboren. Los geht’s am Samstag, 14. Juni um 9 Uhr, dann der Rennstart um 15 Uhr, 24 Stunden Vollgas. Porsche macht die Nacht zum Tag – im Museum lebt der Sportsgeist. Respekt! Und erst am Sonntag um 18 Uhr ist dieser ungewöhnliche Tag der offenen Tür vorbei.

Wer hat sich das denn ausgedacht?[foto id=“506325″ size=“small“ position=“right“] „Porsche geht nach 16 Jahren erstmals wieder mit zwei Werksteams in der Top-Kategorie LMP1 in Le Mans an den Start. Das Comeback und die Dauer dieses berühmten Rennens haben uns dazu bewogen, auch mit dem Porsche-Museum erstmals 24 Stunden an den Start zu gehen“, erklärt Museumschef Achim Stejskal dem mid. Das Rennen wird live auf mehreren Bildschirmen im und um das Museumsgelände herum zu sehen sein. Und wie teuer ist der Spaß? Stejskal: „Der Eintritt ist an diesem Wochenende natürlich kostenfrei.“

Der Countdown läuft bereits. Denn ab sofort blickt Porsche bis zum 13. Juli mit einer umfangreichen Sonderausstellung nicht nur auf seine bisherigen Erfolge beim französischen Langstreckenrennen zurück. Auch das aktuelle Le-Mans-Engagement steht im Mittelpunkt: Erstmals wird der Porsche 919 Hybrid der breiten Öffentlichkeit im Museum präsentiert. Die Mitarbeiter im Museum haben also alle Hände voll zu tun. Und was ist am Renntag? Wird da etwa rund um die Uhr geschuftet? Nein, keine Sorge, betont Achim Stejskal: „Wir werden unsere Mitarbeiter natürlich auch in den verdienten Boxenstopp schicken und uns damit entsprechend einteilen. Denn auch unsere Werksfahrer und die Mechaniker-Crew arbeiten während des Rennens nicht 24 Stunden durch und haben regelmäßig einen Schichtwechsel.“

Egal, ob auf der Rennstrecke, im Straßenverkehr oder im Museum – ein bisschen Motorsport-Fan sind sie bei Porsche alle. Das bleibt bei legendären Sportwagen wie dem 911er ja auch nicht aus. „Wir bauen nicht nur Sportwagen, um Rennen zu gewinnen, sondern um durch den Rennsport Entwicklungs-Know-how zu erlangen, das in den Serienfahrzeugbau einfließt“, sagt Achim Stejskal. Die weltweiten Erfolge im Motorsport können die Schwaben längst nicht mehr zählen. Mehr als insgesamt 30 000 Siege in allen möglichen Rennserien rund um den Globus müssen es inzwischen wohl sein, meint der Museumschef stolz.

Auch Le-Mans-Siegerfahrzeuge und berühmte Teilnehmer sind ein fester Bestandteil der Dauerausstellung. Immerhin verbindet Porsche und Le Mans eine einzigartige und erfolgreiche Historie. Wie sieht es mit Formel-1-Boliden aus? Kommt da vielleicht bald auch ein neuer Rennwagen dazu? Stejskal: „Wir haben mehr als 500 Fahrzeuge in unserer Sammlung. Darunter sind zahlreiche Exemplare, die wir der Öffentlichkeit bisher noch nicht präsentiert haben. Über einen Mangel an Ausstellungsexponaten können wir also nicht klagen.“ Nett gesagt. Das soll wohl heißen: Eine Formel-1-Rückkehr ist bei Porsche im Moment nicht geplant.

Formel 1 ist auch gar nicht nötig. Der Mythos Le Mans lebt. „24 Stunden für die Ewigkeit“ – allein der Name der Sonderausstellung macht Lust auf mehr. Über 20 verschiedene Rennfahrzeuge erzählen die einzigartige und spannende Geschichte des legendären Rennens. Neben dem aktuellen 919 Hybrid erstmals im Porsche-Museum zu sehen sind unter anderem der Porsche 908/2 Spyder Langheck von 1969, der Porsche 911 T/R aus dem Jahr 1971, der Porsche 911 3.0 RSR von 1974 sowie Porsche 936/81 Spyder von 1981. Der bereits in den Jahren 1976 und 1977 in Le Mans siegreiche Porsche 936 wird 1981 erneut für das 24-Stunden-Rennen reaktiviert. Der 936 ist mit 360 km/h auf der Mulsanne-Geraden das schnellste Fahrzeug im Feld und beschert seinen Piloten Jacky Ickx und Derek Bell den sechsten Gesamtsieg – mit 14 Runden Vorsprung.

Insgesamt umfasst diese Dauerausstellung mehr als 80 Exponate und über 200 Kleinexponate. Was ist eigentlich das älteste Fahrzeug im Porsche-Museum? Stejskal: „Das ist das Elektromobil Egger Lohner C.2 Phaeton aus dem Jahr 1898.“ Dieses Versuchsfahrzeug war übrigens die erste Konstruktion von Firmengründer Ferdinand Porsche. Und das kleinste Modell? „Das ist in einer unserer Vitrinen im Maßstab 1:8“, sagt der Museumsdirektor. Kein Scherz: Dabei handelt es sich nämlich um ein Modellfahrzeug des Porsche 901.

Ein Besuch des Museums lohnt sich nicht nur wegen der schönen Autos. Nicht selten tummeln sich berühmte Rennfahrer unter den vielen Gästen. „Unsere Besucher staunen jedes Mal, wenn ihnen Hans Herrmann oder Walter Röhrl über den Weg laufen“, sagt Achim Stejskal mit einem Lächeln.

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