Italienische Erfindung in deutscher Fertigung

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Im Trubel um die Elektromobilität gewinnt der altgediente Verbrennungsmotor wieder Oberwasser. Wie die zu Ende gegangene IAA erwiesen hat, reist die Reihe neuer Erfindungen nicht ab. Selbst längst bekannte Verfahren werden dank neuer Technik realisierbar, wie die von VW für kleine Vierzylinder angekündigte Zylinderabschaltung zeigt.

Besondere Aktivität findet auf dem Gebiet der Ventilsteuerung statt. Seit BMW seine Motoren mit der elektromagnetischen Hubverstellung Valvetronic erfolgreich optimiert, konzentrieren sich viele Bemühungen auf den Ventiltrieb. So nutzt Fiat das MultiAir-System für radikales Downsizing seiner Motoren. Zunächst ist der 1,4-Liter-Turbomotor mit 99kW/135 PS und 125kW/170 PS für den MiTo gekommen. Und der Zweizylinder mit 63 kW/85 PS im Fiat 500, bei dem das System „TwinAir“ heißt, krönt das Programm.

Damit ersetzt Fiat die Verlust-bringende Drosselklappe im Ansaugtrakt und variiert anstelle dessen den Hub der Einlassventile. Statt kleiner Hebel, wie bei der Valvetronic von BMW, arbeiten hier elektro-hydraulische Elemente im Zylinderkopf. Sie werden bei jeder Umdrehung des Nockens auf der Nockenwelle so unter Druck gesetzt, dass sie die Einlassventile öffnen und schließen. Und zwar so lange und so weit, wie es vom elektronische Management frei bestimmt wird. Fiat gewinnt mit dem System nach eigenen Angaben 15 Prozent mehr Drehmoment aus niedrigen Drehzahlen, senkt den Verbrauch um 10 Prozent und zwar auch unmittelbar nach dem Kaltstart.

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die komplexen Zylinderköpfe mit der hochpräzisen Technik nicht bei Fiat in Italien, sondern bei der Schaeffler-Gruppe in Herzogenaurach gefertigt werden, die mit ihren Produkten auf der IAA vertreten war. Schaeffler hat sich die Lizenzrechte am System gesichert, das generell unter dem Namen „UniAir“ läuft, baut aber nicht nur die kleinen Zylinderköpfe für die Benziner der Fiat-Pkw, sondern zum Beispiel auch für große Schiffsdiesel, bei denen es ebenfalls und in besonderer Weise auf Wirtschaftlichkeit ankommt. Knut Böttcher/mid Bild 1 Prinzip des MultiAir-Zylinderkopfes. Im oben quer liegende Hydraulikzylinder wird vom Nocken der für die Ventilöffnung notwendige Druck erzeugt((siehe: Funktionschema Fiat-Presseseite))

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