Mercedes-Benz

Kommentar: Der Volks-Benz für jedermann
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Von auto.de-Redakteur Ingo Koecher

Mercedes beabsichtigt nach eigenen Angaben die Herstellung preiswerter Einstiegsmodelle. Nun kann man sich die Frage stellen, was zu dieser Neuausrichtung im Unternehmen geführt haben möge.

Gretchen-Frage …

War es die Überlegung, dass die im Augenblick rückläufigen Gewinne des Konzerns optimiert werden müssen, um die dividendenhungrigen Aktionäre bei der Stange zu halten? Soll dies erreicht werden, indem bei zukünftigen Modellen auf Masse denn Klasse gesetzt wird? Oder liegt es einfach nur daran, dass man sich auf (nicht nur!) schwäbische Tugenden wie Sparsamkeit und Genügsamkeit besinnen möchte?

Ist-Zustand

Festzuhalten bleibt im Moment nur, dass der letzte große Wurf aus der hauseigenen Tuningschmiede vor wenigen Tagen (Ende Juni 2009) seine Markteinführung feierte und gegensätzlicher der angedachten Neuausrichtung nicht sein könnte: In Affalterbach hat man sich der ohnehin bereits mehr als üppig ausgerüsteten S-Klasse angenommen und sie AMG-typisch gepimpt. Herausgekommen sind der S 63 AMG und der S 65 AMG zu Preisen für 137 683 Euro bzw. 221 221 Euro für den S 65 AMG.

Von beiden Modellen können viele Autofreunde sicherlich ein Leben lang träumen, während das Leben dieses Traums nur wenigen vorbehalten bleibt.

Wo wird gestrichen …

Aber was ist nun der Grund für die Absicht, das einfache Volk mit bezahlbaren Stern-Automobilen beglücken zu wollen? Was soll der Billig-Benz, dessen Einstiegspreis bei etwa 15.000 Euro liegen soll. Was hat der Kunde da an „Auto“ aus Stuttgart zu erwarten und an welchen Stellen muss er mit Abstrichen rechnen? Vielleicht im Bereich der Sicherheit, des Service oder der Qualität im Allgemeinen.

Fest steht schon jetzt, ohne dass man auf eine profunde kaufmännische Ausbildung zurückgreifen muss: Ist ein Produkt preiswerter als ein anderes gleicher Art, muss man sich als Hersteller die Frage gefallen lassen, wie man dem bist dato an die Marke gebundenen honoren Anspruch auch weiterhin gerecht werden will, ohne an einigen Punkten Streichungen vornehmen zu müssen.

Blickwinkel ist maßgeblich

Aber vielleicht ist das bereits die völlig falsche Herangehensweise: Schließlich gibt es da ja noch das große Heer der Leiharbeiter, das in den Augen einiger weniger Profit kritischer Stimmen den „Sklavenmarkt“ des modernen 22. Jahrhunderts stellt. Hochqualifiziert, immer verfügbar, immer preiswert und mit stetig schwindenden Rechten.

Auch wenn das Unternehmen bis dato von Negativ-Schlagzeilen weitgehend verschont blieb, hat man in der Stuttgarter Konzernzentrale Erfahrungen sammeln können. So war am 9. 2. 2009 in der Märkischen Zeitung zu lesen, dass der letzte Leiharbeiter das Werk in Ludwigsfelde verlassen habe. Weiter heißt es dort, dass Mercedes-Benz seinen Leiharbeitern Bonuszahlungen hat zukommen lassen. Das ist ehrenhaft, versetzt die Mitarbeiter jedoch nicht in die Lage, nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses Hartz IV zu entgehen. Ursächlich dafür ist das geringe Grundeinkommen, dass sich nicht um die geleisteten Zuzahlungen erhöht. Dennoch muss man der Unternehmensleitung zu gut halten, dass sie zu den wenigen gehört, die eine gewisse Fairness gegenüber ihren Leiharbeitern an den Tag legen.

Nichtzuletzt ein bayerischer Automobilhersteller lebt es vor, wie Kapazitäten schnell preiswert heraufgesetzt und wenig später wieder heruntergefahren werden können. Seinen Marktstart feiert das dynamisch produzierte Produkt im kommenden Oktober, zuvor wird es natürlich auf der IAA in Frankfurt im Herbst der Öffentlichkeit präsentiert. Die Rede ist vom neuen BMW X1.

Aber auch im Premiumsegment greift das Beschäftigungsmodell der Tagelöhner immer mehr um sich. Dies betrifft natürlich nicht die Kunden Zuffenhausener Fahrzeuge, deren Leben ob des Anschaffungspreises sicherlich planbarer ist, als das derer, die den automobilen Traum zusammen schrauben. So wird derzeit der Porsche Panamera, produziert von so mancher Leiharbeiterhand am Standort Leipzig, am Markt platziert.

Thema: Zielgruppe

Sind die neuen Billig-Benz-Modelle also die Fahrzeuge, die dann von den Leiharbeitern gekauft werden sollen? Führt die große Nachfrage am Ende gar dazu, dass es zu vermehrten Festanstellungen kommen wird?

Ich muss zugeben, jetzt wird es  sehr hypothetisch: Dennoch werden wir mit Spannung beobachten, wie sich die Idee des Billig-Benz für jedermann weiterentwickeln wird. Und das auch im Hinblick auf die Herstellungspraktiken in Stuttgart.

Image & Ertrag

Denn letztlich muss auch dort die Produktion eines Automobils kaufmännischen Gesichtspunkten gehorchen. Das in heutiger Zeit jedoch das Image wesentlich zur Positionierung am Markt und in den „Herzen“ der Kunden beiträgt, steht außer Frage. Und Fahrzeuge die „klein“ wie „billig“ sind, müssen auch im Schwabenland nicht zwangsläufig zu exponentiell steigenden Ertragszahlen führen.

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Gast auto.de

August 3, 2009 um 11:02 pm Uhr

Mit der A und B-klasse hat Mercedes bereits den Weg in Richtung unatraktiver kleinerer Fahrzeuge beschritten – natürlich eine Geschmacksfrage. Schluß mit amerikanischen Geschmacksverirrungen.(R-Klasse o´Graus) Geschickter fände ich C- und E-Klasse die mit geringerem Leistungsangebot um die 100 PS, abgespeckt ohne überflüssigem Schnick-Schnack daher leistbarer.

Gast auto.de

Juli 25, 2009 um 9:50 pm Uhr

wieso überflüssig? so siehts doch aus

Gast auto.de

Juli 23, 2009 um 8:30 pm Uhr

Viel Recherche wofür?

Gast auto.de

Juli 22, 2009 um 10:45 am Uhr

Dieser Artikel ist total überflüssig: Geschreibsel! Er enthält nur Binsenweisheiten
und außer der von Daimler erklärten Absicht keinerlei verwertbare Informationen.

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