LA Design Challenge – Ein bisschen spinnen wird ja wohl erlaubt sein
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Toyota hat sich den Kranich zum Vorbild genommen Bilder

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BMW will Wasserwege nutzen Bilder

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Der Reparaturroboter ist einer Seidenraupe nachempfungen Bilder

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Auf Ameisenstraßen gibt es keine Unfälle, Kängurus kommen im Gelände überall hin und der Kranich kennt kaum Windwiderstand. So gesehen können moderne Autos von der Tierwelt noch einiges lernen. Wie das Ergebnis intensiver Biologie-Studien aussehen könnte, zeigt in diesem Jahr die traditionelle Design Challenge auf der LA Auto Show (22. November bis 2. Dezember).

Bei der aktuellen Auflage spinnen gleich neun Design-Studios internationaler Autohersteller ihre Zukunftsvisionen und versuchen dabei eine Antwort auf die Frage zu finden, wie die Mobilität im Jahr 2025 aussehen könnte. Die Aufgabenstellung diesmal: Lernen von der Natur. Ansonsten existieren nur wenige Vorgaben. Denn einen Anspruch auf direkte technische Umsetzbarkeit gibt es für die futuristischen Zeichnungen nicht.

Anders als in den vergangenen Jahren stehen diesmal nicht alternative Antriebe und neuartige Raumkonzepte im Fokus, sondern vor allem intelligente Verkehrssysteme. Abgeguckt hat man sich dabei vor allem die sogenannte Schwarm-Intelligenz, zum Beispiel von Fischen. BMW etwa hat auch gleich deren Lebensraum, das Wasser, als neuen Verkehrsweg entdeckt. Kleine U-Boote, optisch eine Mischung aus Orca und Pinguin, so die Vision, könnten in Zukunft das Kanalsystem von Los Angeles als [foto id=“489370″ size=“small“ position=“left“]Verkehrsweg nutzbar machen. Die einzelnen Schwimmzeuge würden sich dabei zu größeren Schwärmen zusammenschließen und den feuchten Verkehrsraum in allen drei Dimensionen sicher und kollisionsfrei nutzen.

Auch Insekten stehen in Sachen Bewegungsintelligenz hoch im Kurs. Die Designer von Mazda etwa haben sich für ihren Entwurf „Auto Adapt“ die Ameise zum Vorbild genommen. Wie die kleinen Arbeitstiere kann sich das Auto in den Schwarm einklinken. Stehen individuelle Aufgaben an, wird sich einfach wieder ausgeklinkt. So sollen auch in einer von autonomen Autos geprägten Zukunft Sicherheit und Fahrspaß noch zusammenfinden. Der chinesische Hersteller SAIC bindet die Ameise sogar (auf Englisch) in den Namen seines Entwurfs „Mobili-Ant“ ein und entwickelt auch gleich ein platzsparendes Parkkonzept nach dem Vorbild eines Ameisenhaufens. Changfeng Motors hingegen nimmt sich den Grashüpfer zum Vorbild und konstruiert ein Auto mit verformbarer Karosserie aus flexiblen Schilfrohren, die Bewegungsenergie aufnehmen und wieder abgeben können.

Zu den ambitioniertesten Entwürfen zählt der des aufstrebenden chinesischen Herstellers Qoros, der sich von der Seidenraupe inspirieren ließ. Gleich den ganzen Auto-Lebenszyklus haben die Designer dabei bedacht: Zunächst wird das Auto gebaut – oder besser gesponnen. Denn statt der heute üblichen Schweißroboter kommen dabei mechanische, mit Maulbeerblatt-Saft betankte, Seidenraupen zum Einsatz, die ein Leichtbau-Chassis mit einem Karosserie-Kokon umspinnen. Wer eins der gewebten Autos kauft, erhält zwei kleine Roboter-Raupen dazu, die Karosserieschäden bei Bedarf mit [foto id=“489371″ size=“small“ position=“right“]Seidenfäden ausbessern. Am Ende des Autolebens sollen die Seiden-Komponenten dann wieder in Maulbeerblatt-Saft umgewandelt werden – aus dem dann erneut ein Auto gesponnen werden kann.

Aber nicht nur von Schwarmtiere und Insekten lassen sich Tricks abgucken. Toyota etwa hat sich den Kranich genauer angesehen und dessen extrem windschnittige Form erkannt. Diese findet sich auch in der Karosserie des Pendlerauto-Entwurfs „E-Grus“ wieder, wo sie für geringen Energieverbrauch auf der Autobahn sorgen soll. Für platzsparendes Parken vor dem Büro kann das Fahrzeug so zusammengeschoben werden, dass es wie ein stehender Kranich aussieht – und entsprechend wenig Stellfläche benötigt. Noch weniger Platzverbrauch verspricht der „Suba-Roo“, eine Art kinetischer Ganzkörperanzug, mit dem Menschen nach Vorstellung der Subaru-Designer springen sollen wie ein Känguru. Vor allem im Gelände, wie es sich für die Vision einer auf Allradfahrzeuge spezialisierten Marke gehört.

Ob einige der Ideen als Anregung für die Zukunft taugen, muss sich in den kommenden zehn Jahren zeigen. Die Entwürfe der vergangenen Jahre habe es noch nicht einmal ansatzweise in die Realität geschafft – wie etwa die Leichtbau-Polizei-Roadster von 2012 oder die Elektro-Rennautos von 2009. 

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