Lewis Hamilton in Jerez Schnellster: Der Wettergott hatte ein Einsehen

Lewis Hamilton in Jerez Schnellster: Der Wettergott hatte ein Einsehen Bilder

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(motorsport-magazin.com) Nach Toro Rosso am Freitag ging die Bestzeit am Samstag an McLaren Mercedes. Wie schon am Freitag verbrachte Lewis Hamilton viel Zeit damit das Aero-Mapping am MP4-25 festzulegen. Außerdem konzentriete sich McLaren auf die Bremsen, das Bremsmaterial sowie auf verschiedene Gewichtsverteilungen. Mit einem frischen Reifensatz knallte Hamilton zehn Minuten vor Schluss drei schnelle Runden hintereinander in den Asphalt.

Mit einer Zeit von 1:19.583 Minuten verwies der Brite Adrian Sutil und Rubens Barrichello auf die Plätze zwei und drei und fuhr gleichzeitig die schnellste Rundenzeit der Woche. Ein Getriebeproblem machte Barrichello jegliche Hoffnung auf die Bestzeit zunichte. "Ich hatte gehofft, dass ich am Ende des Tages die ganze Performance des Autos zeigen könnte, denn ich fühlte mich richtig gut im Auto. Leider mussten wir die Session frühzeitig beenden", erzählte Barrichello.

Warten auf trockene Bedingungen

Sam Michael nannte das Problem beim Namen: "Wir hatten ein Problem mit dem Getriebe. Die Teile haben sehr viele Kilometer auf dem Buckel, aber somit verstehen wir, wo sich die Limits befinden. Alles in allem war der Test sehr nützlich. Wir haben einige Kilometer abgespult, Zuverlässigkeitsprobleme aussortiert und Fortschritte mit dem Setup gemacht." Der Wettergott schien am vierten Testtag doch ein Einsehen zu haben. Nachdem es zu Beginn der Session noch nass war, trocknete es allmählich auf und zu Mittag kam sogar die Sonne zum Vorschein.

Mit der Sonne kamen auch die Piloten öfter aus ihren Verstecken heraus. Die Samstag-Session eröffnete der Tagesbeste vom Vortag: Jaime Alguersuari. Die nasse Strecke machte dem Toro Rosso-Piloten im Gegensatz zu vielen anderen Piloten nichts aus. "Wir fuhren einige Runden im Nassen, um das Auto zu checken und warteten dann ab, bis die Strecke auftrockente", verriet Renault-Renningenieur Alan Permane. Als sich die Bedingungen verbesserten, arbeitete Kubica am Setup.

"Wir hatten am Morgen wieder Pech mit dem Wetter, zumindest war es am Nachmittag trocken und wir konnten das Auto etwas verbessern. Das Auto fühlte sich mit jedem Tag besser an und den Fortschritt, den wir diese Woche gemacht haben, zeigt, dass wir in die richtige Richtung arbeiten", sagte der Pole, der am Ende des Tages die viertbeste Zeit vor Michael Schumacher fuhr. Wie Kubica spulte auch Schumacher im Nassen nur ein paar Runden ab, bevor er lange Zeit in der Box verschwand. Beim Auto des siebenfache Champion gab es kleinere technische Probleme. Um 13.36 Uhr ging es für Schumacher wieder auf die Strecke.

Mercedes GP-Teamchef Ross Brawn ist mit dem, was man diese Woche in Jerez erzielt hat, durchaus zufrieden. "Es war wegen den Wetterverhältnissen eine schwierige Woche, aber wir sind einige Kilometer gefahren – im Nassen und im Trockenen. Wir verstehen jetzt das Auto und die Reifen besser. Die nächsten Testwochen werden wir versuchen den MGP W01 weiterzuentwickeln, um sicherzustellen, dass Team und Piloten für das erste Rennen vorbereitet sind", sagte Brawn.

Drei rote Flaggen

Sebastian Vettel, Jaime Alguersuari und Felipe Massa fuhren inzwischen 10 bis 15 Runden am Stück, während Lewis Hamilton die trockenen Bedingungen nutzte, um gleich 26 Runden am Stück abzuspulen. Mit jeder Runde wurde der McLaren-Pilot schneller. Seine Bestzeit knallte Hamilton allerdings kurz vor Ende der Session in den Asphalt. In Sachen Longruns standen Massa und Schumacher Hamilton in nichts nach. Der Ferrari-Pilot spulte über zwei GP-Distanzen ab, wobei ihm am Nachmittag ein kleiner Fehler unterlief. Der Brasilianer kam von der Strecke ab, das Auto blieb dabei unbeschädigt.

Mit einer anderen Aktion sorgte Massa für die zweite rote Flagge des Tages: der Ferrari-Pilot blieb in Kurve zehn stehen, zuvor hatte er 40 Runden am Stück gedreht. Gleiche Szene, anderer Pilot am Vormittag: Gegen zehn Uhr blieb Sebastian Vettel in Kurve neun stehen. Der Red Bull-Pilot hatte zuvor 22 Runden in Folge abgespult. Die dritte rote Flagge ging auf das Konto von Michael Schumacher. Mögliche Erklärung: Schumacher, Vettel und Massa könnte absichtlich der Sprit ausgegangen sein, denn die Teams testen nur allzu gerne wie weit sie gehen können. "Es ist wirklich schwer zu verstehen, wo wer steht. Man kann soviel mit dem Benzin spielen, weshalb es sehr viele Spekulationen gibt. Aber das macht die Sache interessant", erklärte Schumacher.

Allerdings scheint es bei Vettel keine Spielerei mit der Spritmenge gewesen zu sein. Laut Informationen von Red Bull war es viel mehr ein Problem mit der Benzinpumpe. Das Problem soll Vettel drei Stunden gekostet haben. Dennoch ist man im Team zufrieden mit der Testwoche. "Es war eine produktive Woche mit dem RB6, trotz des Wetters und der wenigen trockenen Bedingungen. Wir sind im Großen und Ganzen zufrieden, das Auto ist vielversprechend", erklärte Renningenieur Ian Morgan.

Gute Nachricht gab es nach einer problematischen Woche am Ende doch noch für F1-Neuling Virgin: Lucas di Grassi spulte 63 Runden ohne Probleme ab. Auf die Bestzeit von Hamilton fehlten ihm 3,3 Sekunden. Bei Virgin war man am vierten Testtag auf Nummer sicher gegangen: Bevor man di Grassi überhaupt auf die Strecke schickte, hatte man den halben Vormittag an seinem Auto gearbeitet. Und auch Pedro de la Rosa dürfte nach seinem zweiten Testtag in Jerez zufrieden sein. Nachdem der Sauber-Pilot sich beklagt hatte, dass er "eingerostet" sei, drehte er am Samstag über 100 Runden.

Im Sauber-Team zog man eine zufriedene Bilanz. "Am Morgen ist Pedro 20 Runden auf Intermediates gefahren, danach arbeiteten wir am mechanischen Setup des Autos. Nach der Hälfte standen Reifenvergleiche auf dem Programm und am Ende noch ein paar aerodynamische Tests. Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen liegen wir mit unserem Programm etwas zurück, zumindest hatten wir keine größeren technischen Probleme", erklärte Sauber-Renningenieur Giampaolo Dall’Ara.

Auf der Agenda von Toro Rosso standen am Samstag, vor allem so viele Runden wie möglich im Trockenen zu fahren sowie Reifen- und Aerodynamikvergleiche. "Ich bin zufrieden wie die Tage verlaufen sind. Es war sehr nützlich, das Auto mit verschiedenen Spritmengen zu fahren und das unter verschiedenen Streckenbedingungen", sagte Alguersuari. Mit 98 Runden hatte der Spanier das Programm von Toro Rosso vollständig abgespult. "Wir haben eine Vielzahl an Daten gesammelt und werden sie bis zum nächsten Test studieren", verriet Renningenieur Laurent Mekies.

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