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Mitteldruck und fünf Zylinder: 100ster Geburtstag von Ludwig Kraus

Mitteldruck und fünf Zylinder: 100ster Geburtstag von Ludwig Kraus Bilder

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Dr. Ludwig Kraus. Bilder

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Eine der prägnantesten Persönlichkeiten in der Audi-Geschichte hätte am 26. Dezember seinen 100. Geburtstag feiern können: Dr. Ludwig Kraus. Der geniale Konstrukteur war es, der in den 1960er Jahren mit seinen wegweisenden Produkten die Abkehr vom DKW-Zweitaktprinzip hin zu einer modernen Modellpalette bewerkstelligte.

Gleichzeitig belebte er den Namen Audi wieder, der seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Dornröschenschlaf lag. Der von ihm entwickelte Audi 100 mit Fünf-Zylinder-Motor stellte die Weichen auf dem Weg zum heutigen Premiumhersteller Audi.

Am 26. Dezember 1911 wurde Kraus in Hettenhausen bei Pfaffenhofen geboren. Nach dem Maschinenbau-Studium begann er seine berufliche Laufbahn 1937 bei der Daimler-Benz AG als Konstrukteur im Motorenbau. Im Zuge einer geplanten Modernisierung der Produkte bei der damaligen Tochtergesellschaft Auto Union GmbH wurde Kraus nach Ingolstadt entsandt, wo er ab 1. Oktober 1963 als Direktor für die Fahrzeugentwicklung zuständig war. Er brachte den sogenannten Mitteldruckmotor mit, ein modernes Motorenkonzept, das in der Lage war, den Zweitakter abzulösen.

Nach Übernahme der Auto Union GmbH durch die Volkswagenwerk AG im Dezember 1964 wurde Ludwig Kraus 1965 Mitglied der Geschäftsleitung des Ingolstädter Unternehmens.

Sein größtes Verdienst war die Entwicklung einer modernen Motorenpalette auf der Basis des Mitteldruck-Prinzips, die als Nachfolger der Zweitakt DKW Modelle ab Ende 1965 auf den Markt kamen. Die von ihm geschaffenen Modellreihen Audi 50, Audi 60/Super 90, Audi 80 und Audi 100 sollten wegweisend für die weitere Entwicklung des Unternehmens sein. Im Audi Museum Mobile ist Dr. Ludwig Kraus dafür ein eigenes Kapitel gewidmet. Seit der Eröffnung im Jahr 2000 erinnert eine Installation an die Geburtsstunde des Audi 100, der Audi den Pfad zurück ins Premiumsegment ebnete.

Nach der Fusion mit der NSU Werke AG zur Audi NSU Auto Union AG wurde Kraus ab 1. September 1969 zum Vorstandsmitglied berufen, zuständig für den Bereich Technische Entwicklung.

Kurz zuvor, im August 1969, war nördlich des Ingolstädter Audi-Werks der Grundstein zum Bau der Technischen Entwicklung (TE) gelegt worden. Auf dem ehemaligen Gelände des Fort Max Emmanuel entstand ein vom sonstigen Gelände getrennter Gebäudekomplex, in dem fortan die verschiedenen Bereiche der Fahrzeugentwicklung konzentriert wurden. Im Dezember 1970 zogen die ersten Fachabteilungen der Bereiche Entwicklung und Versuch aus ihren alten Büros und Werkstätten in der Innenstadt in die neuen Gebäude am nördlichen Stadtrand von Ingolstadt. Initiator war einmal mehr Ludwig Kraus, was dem gesamten Gebäudekomplex den inoffiziellen Namen „Ludwigsburg“ einbrachte.

Am 31. Dezember 1973 trat Ludwig Kraus in den Ruhestand. Zwischen 1976 und 1985 war er Mitglied des Aufsichtsrates der Audi NSU Auto Union AG. Für seine Leistungen auf dem Gebiet des Automobilbaus wurde Ludwig Kraus 1974 die Ehrendoktorwürde der TU Hannover verliehen. Ende der 60ger Jahre hatte er den zum Teil staunenden Experten in einem Hörsaal der TU Hannover erklärt, warum ein Fünf-Zylinder-Motor nicht rund laufen kann.

Ludwig Kraus verstarb am 19. September 1997 in München.

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