Motorradmesse Eicma – Das Zweirad im Zeichen der Krise
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Weniger gut läuft es bei Aprilia, hier der Roller SVR 850 Bilder

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Ducati zählt zu den wenigen Marken, die gute Geschäfte machen. Hier die 1199 Superleggera Bilder

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Verhaltener als in den vergangenen Jahren hat nach Einschätzung von Branchenexperten die Mailänder Motorradmesse Eicma begonnen, die noch bis zum Sonntag dauert. Grund dafür dürfte in erster Linie die andauernde Schwäche des Zweiradmarktes in Europa sein, die sich besonders in den südeuropäischen Ländern Spanien, Portugal, Italien und Frankreich längst zur handfesten Krise – manche sagen auch; Katastrophe – ausgewachsen hat.

Der renommierte italienischen Hersteller Aprilia beispielsweise hat für 2014 eine Produktionszahl für Motorräder und Roller ins Visier genommen, die bei rund einem Zehntel des Produktionsvolumens liegt, das Aprilia vor fünf Jahren hatte. Da wundert es wenig, dass die Aprilia-Werker derzeit kurzarbeiten und die zum Piaggio-Stand gehörende Firma ihren Messestand ohne nennenswerte Neuheiten dekorieren musste. Dass die Geschäfte teils sehr schlecht laufen, ist auch bei anderen Marken zu sehen: So fehlt Rollerhersteller Lambretta gleich ganz, der Stand des von LSL-Vespa, wo man eine Art Vespa-Imitation feilbietet, ist vom letzten zu diesem Jahr dramatisch geschrumpft, zudem dominieren dort „Diskont“-Schilder.

Angesichts des weltweit anhaltenden Rückgangs des Marktvolumens über 500 Kubikzentimetern Hubraum erstaunt es nicht, dass das meistgehörte Wort in wirtschaftlichen Analysen „Marktanteil“ heißt. Wer es nämlich als Hersteller schafft, in diesen äußerst schwierigen Zeiten seinen Ausstoß mehr oder weniger auf der Höhe des Vorjahres zu halten, darf sich zu den Gewinnern zählen – er steigert immerhin den Marktanteil, also seine relative Bedeutung. Nur wenige Hersteller zählen zu den glücklichen, die derzeit außer dem Marktanteil auch noch das Produktionsvolumen im Verbund mit Umsatz und Gewinn steigern können; zu ihnen gehören BMW, KTM und Triumph – alle wollen das laufende Geschäftsjahr besser abschließen als das Vorjahr. Gute Geschäfte meldet auch Ducati; beim italienischen Sportmotorradhersteller haben momentan insbesondere jene Oberwasser, die sich für das Projekt „1199 Superleggera“ stark gemacht haben: Die auf 500 Exemplare limitierte Kleinserie des [foto id=“488611″ size=“small“ position=“left“]mit 177 Kilogramm superleichten und mit über 200 PS Motorleistung superstarken Exklusivbikes ist bereits ausverkauft, war am Dienstag zu hören – der Preis von 65.000 Euro scheint also eher zu niedrig angesetzt gewesen zu sein.

BMW-Chef Stephan Schaller blickt ebenfalls erwartungsfroh in die Zukunft: Die vier von BMW in Mailand präsentierten Neuheiten haben allesamt das Zeug zum Kassenfüller. Zugleich aber bekannte Schaller im Gespräch, dass die Erwartungen der letzten Jahre alle nicht eingetroffen seien; sowohl 2012 wie 2013 seien die Prognosen des Branchenverbandes wie auch die firmeninternen Erwartungen an die Entwicklung des Weltmarktes nicht eingetroffen; die reale Entwicklung schlechter gewesen, weil sich die Märkte eben nicht erholt hätten. Darunter haben, so Schaller, auch manchen Produkte aus dem Haus BMW gelitten, beispielsweise die Ende 2012 eingeführten 650 ccm-Roller. Von ihnen habe man zwar rund 10.000 Stück produzieren und absetzen können, doch sei das potenzielle Volumen bei funktionierenden Märkten in Südeuropa deutlich höher.

Von Donnerstag bis Sonntag haben in Mailand nicht mehr nur, wie bisher, Fachbesucher Zutritt, sondern auch normale Besucher. Wie viele dieses Jahr 12 Euro für die Tageskarte zu zahlen bereit sind, muss sich zeigen. Fraglich ist freilich, ob die offizielle Messestatistik jemals einen Rückgang an Besucherzahlen ausweisen wird – die italienische Statistikführung wird von Besuchern aus nördlichen Ländern schon seit jeher als sehr kreativ eingeschätzt.

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