Nani Roma: Von zwei auf vier Räder

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(adrivo.com) Joan, oder auch Nani, Roma war gerne auf zwei Rädern unterwegs. Als 19-jähriger holte er sich 1991 den zweiten Platz in der spanischen Junioren-Enduro-Meisterschaft und von da an begann ein wahrer Erfolgslauf durch diverse Klassen des Offroad-Zweirad-Sports. Er wechselte zu den Erwachsenen, war nach drei Jahren bereits Enduro-Europameister und holte die Goldmedaille bei den International Six Days, einem der wichtigsten Rennen im Enduro-Bereich.

Die Langstrecken-Bewerbe begannen zu locken und 1997 war Roma schließlich zum ersten Mal bei der Dakar dabei. Obwohl er noch keine Erfahrung mit solchen Wettbewerben hatte, erreichte er in dem Feld der Routiniers immerhin zwei Etappensiege. Von da an hatte ihn das Langstrecken-Fieber gepackt, obwohl er immer noch an Enduro-Bewerben teilnahm. So wurde er 1997 noch spanischer Meister im Enduro und holte 1999 noch einmal die Goldmedaille bei den Six Days.

Doch sein größtes Ziel war ein Sieg bei der Rallye Dakar. Und bereits bei seiner zweiten Teilnahme 1998 kam er dem sehr nahe. Bis zur Halbzeit des Rennens lag Roma in Führung, doch bis ins Ziel schaffte er es nicht. Bei anderen Bewerben in Ägypten und Dubai zeigte er aber mit zweiten Plätzen, wie gut er wirklich war. Schließlich gewann er noch die Baja Espana und die Baja Italien.

Im Jahr 2000 folgte sein internationaler medialer Durchbruch. Zwar beendete er die Rallye Dakar nur als 17., aber eigentlich war er der moralische Sieger. Roma hatte vier Etappen gewonnen und lag weit in Führung, als zwei Tage vor Ende des Rennens sein Motor den Dienst verweigerte. Eine ganze Nacht musste er danach auf den Hilfs-Truck warten und danach brannte der Wunsch nach dem Sieg in ihm heißer als je zuvor. Doch 2001 bis 2003 stellten sich Unfälle in den Weg des Spaniers und dank der exzessiven Berichterstattung konnte die ganze Welt daran teil haben, wenn sich wieder einmal die Sieghoffnungen von Roma in einer Wolke Sand auflösten.

Abseits der Dakar fuhr er aber ein starkes Ergebnis nach dem anderen ein, weswegen es immer nur eine Frage der Zeit schien, bis endlich auch der Sieg im bekanntesten Langstrecken-Rennen folgen sollte. Am 18. Januar 2004 war es schließlich so weit und Roma konnte die Ziellinie in der Hauptstadt des Senegal als Sieger überqueren. Damit schrieb er auch gleichzeitig Geschichte, denn er war der erste Spanier, der in 26 Jahren Dakar auf dem Motorrad gewann.

Doch 2004 hielt auch Tiefen für Roma bereit. Er verletzte sich am Knie und musste das erste Rennen der Langstrecken-WM in Tunesien auslassen und beim zweiten in Marokko aufgeben. Das beschleunigte einen Wechsel, den er schon bei seinem Sieg in Dakar beschlossen hatte. Er stieg vom Motorrad auf das Auto um. Zwar hatte er immer daran gedacht, weitere Erfolge auf zwei Rädern zu sammeln, doch ein Test in einem hochkarätigen Auto hatte ihm gezeigt, dass er auch dort konkurrenzfähig war.

Er kam zu Mitsubishi, wo er 2005 an der Seite des ehemaligen Motorrad-Seriensiegers und Titelverteidigers bei den Autos, Stephane Peterhansel, des Siegers von 2003, Hiroshi Masuoka, Luc Alphand und Andrea Mayer fuhr. Roma erreichte das Ziel und holte einen respektablen sechsten Platz während Peterhansel das Rennen gewann und Alphand Zweiter wurde.

Im weiteren Verlauf des Jahres holte Roma schließlich bei der Baja Aragon auch seinen ersten Langstrecken-Sieg im Auto und entwickelte sich mit jedem Kilometer weiter. Der Triumph war für Roma umso wertvoller, da er bei dem Rennen seinen routinierten Teamkollegen Peterhansel hinter sich gelassen hatte. Einen kleinen Dämpfer erfuhr die Vorbereitung auf die nächste Dakar dennoch, da er beim letzten Test, der UAE Desert Challenge, eine Lebensmittelvergiftung hatte. Doch er biss sich durch und sammelte noch wertvolle Testkilometer.

Bei seiner zweiten Teilnahme auf vier Rädern erreichte Roma sein anvisiertes Ziel für die 2006er-Ausgabe der Dakar. Er wollte auf das Podium kommen und am Ende stand er dort auch. Zwar war er die meiste Zeit des Rennens auf Rang vier gelegen, doch der Ausfall seines Markenkollegen Stephane Peterhansel verhalf ihm zu dem Platz auf dem Treppchen.

Zunächst ging das Jahr auch gut für Roma weiter. Er wurde bei der Patagonien-Atacama Rallye Zweiter und wiederholte dieses Resultat bei der Transiberico Rallye, wo er mit Giniel de Villiers über das ganze Rennen gekämpft hatte. Doch Anfang Juni verstarb bei einem Unfall in Marokko Romas Co-Pilot Henri Magne. Danach zog sich der Spanier während der Sommermonate zu Tests zurück, mit denen er sich auf die Dakar 2007 vorbereiten wollte. Diese bestritt er mit seinem neuen Co-Piloten Lucas Cruz Senra. Aufgrund von Unfällen war jedoch nicht mehr als ein 13. Platz für das spanische Duo drin. "Ich benötige noch mehr Erfahrung, um die Dakar zu gewinnen", weiß Roma, "aber ich bin glücklich, dass ich Lucas dabei habe. Wir sprechen die gleiche Sprache und ich kann mich zu 100% auf ihn verlassen. Wir sind ein starkes Team und werden unser Bestes geben."

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