Nicky Hayden: Ohne Plan B
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(adrivo.com) Du hattest da draußen ein Bremsproblem?
Nicky Hayden: Ja, die Bremsen haben nicht funktioniert. Sie haben die Maschine erst aus Japan eingeflogen. Ich bin mir sicher, sie ist eine Zeit herumgestanden. Die Vorderbremse war in Ordnung, aber die Vorderbremsen sind aus Karbon. Wenn sie kalt sind, funktionieren sie nicht. Es ist schon OK. Da kommt der Puls am Morgen etwas in Schwung, ich wurde also wach, aber sonst war alles perfekt.

Wie schnell warst du unterwegs?
Nicky Hayden: Ich weiß nicht genau. Ich hatte keine Zeit, nach unten zu schauen, da waren doch ein paar Leute da. Deswegen weiß ich es nicht, aber vielleicht, vielleicht 178, 180 [Meilen, rund 290 km/h]. Schnell genug für kalte Reifen und kalte Bremsen und alles.

Wie schnell werdet ihr im Rennen sein?
Nicky Hayden: Im Rennen werden wir hier 200 [rund 320 km/h] erreichen. So macht es den Eindruck, wenn man die Länge der Geraden mit der von anderen Strecken vergleicht. Wir werden recht langsam hinaufkommen, sie ist dann aber ziemlich lange. Ich denke nicht, dass sie so lange ist wie in China, doch sie ist gut bei einigen anderen dabei.

Du hast diesen Sport beinahe dein ganzes Leben gemacht und entschieden, dass du das machen willst. Aber warum will man eine Maschine bei 200 Meilen pro Stunde an einer Mauer entlang fahren, ohne zu wissen, ob die Bremsen funktionieren, ob man kalte Reifen hat und das ganze Zeug?
Nicky Hayden: Ich habe sicher Leidenschaft für diesen Sport. Es ist nicht etwas, dass ich nur wegen der Bezahlung mache oder so. Ich bin mit diesem Sport aufgewachsen. Mein Vater ist Rennen gefahren, meine Brüder fahren und ich hatte als Kind nicht wirklich einen Plan B oder so. Ich wusste, ich würde Motorradrennen fahren. Das war die einzige Sache, bei der ich als Kind gut war. Damals, als ich jung war, habe ich mein Leben dieser Sache gewidmet und ich schätze mich glücklich, dass ich meinen Lebensunterhalt mit etwas verdienen kann, das ich liebe.

Nicky, du warst Weltmeister und bist quasi nebenan in Kentucky aufgewachsen, also muss das ein Traum sein, der für dich wahr wird. Willst du dazu was sagen?
Nicky Hayden: Ja, da wird wirklich ein Traum wahr. Eigentlich ist es schon ein Traum für mich, in der MotoGP und überhaupt Motorradrennen zu fahren. Aber in meinem Hinterhof zu fahren und Teil davon zu sein, ist unglaublich. Und die Geschichte des Indianapolis Motor Speedway ist unvergleichlich. Es gibt auf der Welt keinen berühmteren Ort, um ein Motorrad oder ein Auto zu fahren. Es ist also eine große Sache, nicht nur für mich, sondern für unseren Sport. Ich weiß, dass die MotoGP und alle Fahrer im Paddock aufgeregt sind, hier sein zu können und diese Möglichkeit zu haben. Für uns ist das eine große Sache. Deswegen habe ich auch hart gearbeitet, um ein bisschen Werbung zu machen, aber viele Leute, die Dorna, Red Bull und Indy selbst haben viel Zeit und Mühen investiert. Hoffentlich kommen viele Leute, haben wir gutes Wetter und können eine gute Show zeigen.

Hi Nicky. Du hast hier im April getestet; stimmt das?
Nicky Hayden: Naja, ich habe nicht wirklich getestet. Ich bin die 100 Jahre alte Indian gefahren und bin auf einer Serienmaschine ein paar Runden gefahren. Also nein, es war kein echter Test, aber ich konnte die Strecke ansehen und so Zeug.

Du hattest in Laguna ein paar Siege in der MotoGP, also waren die US-Strecken gut für dich. Ich nehme an, du hoffst, in Indy ist das auch so?
Nicky Hayden: Ja, das hoffe ich. Ich meine, die Saison ist bislang nicht großartig gelaufen. Ich bin momentan Siebter in der Punktewertung, aber wir werden jetzt sicher bald einen neuen Motor haben, den wir schon länger haben wollten. Auf dieser Strecke wird die Gerade sehr wichtig. Hoffentlich haben wir den neuen Motor dann schon und sind einfach vorbereitet und bereit, wenn wir hier herkommen. Wir haben nach den kommenden Rennen ein paar Tests. Eine wichtige Sache, wenn wir auf eine neue Strecke kommen, sind die Reifen. Das ist immer so, wenn man auf einen neuen Belag kommt. Es wird also einige Unbekannten geben und das ist recht aufregend, wenn wir hierher kommen. Es wird Freitagmorgen sein, wir werden nicht viel Zeit haben, um ein Setup, eine Übersetzung und viele andere Dinge zu finden. Es wird wie ein Schuss ins Dunkle und dann werden wir sehen, was passiert.

Mir wurde gesagt, dass Arie Luyendyk schnell zu dir kam und mit dir gesprochen hat. Worum ging es da?
Nicky Hayden: Ja, ich hatte ihn schon vorher in Goodwood in Englang vor ein paar Jahren getroffen. Ich würde nicht sagen, dass ich ein riesiger Autonarr bin, aber ich mag den Rennsport. Ich muss sagen, dass es eigentlich eine Schande ist, dass dies das erste Mal ist, dass ich bei den Indy 500 bin. Dafür gibt es keine Ausrede. Das hier ist drei Stunden von zuhause weg, also hätte ich schon einmal hier sein müssen, aber das ist normalerweise eine stressige Zeit für uns. Ich kann es nach dieser Pressekonferenz also nicht erwarten, aus der Kombi zu kommen und dann rauf zu gehen, mir den Start anzusehen und alles mitzuerleben. Buddy Rice zeigte mir sein Auto und erklärte mir das Lenkrad, das war ziemlich cool. Ich hatte vor ein paar Jahren sogar die Gelegenheit, Michael Andrettis Auto zu fahren.

Noch einmal zur Frage von vorher. Wenn du das nicht dein ganzes Leben gemacht hättest, wenn du nicht damit aufgewachsen wärst, würde es dann Sinn für dich machen, mit 200 Meilen an einer Betonmauer entlang zu fahren?
Nicky Hayden: So denke ich da eigentlich nicht darüber. Unser Sport verlangt sicher nach Mumm und Nervenstärke und diesen Sachen. Man muss einfach mutig sein. Man braucht aber ein größeres Hirn als Eier, denn sonst ist man nicht lange genug dabei, um bis zu diesem Niveau zu kommen. Ich denke also, man muss wissen, wann man sich hinein wirft, wann man Risiken nimmt und wann man sich zurückhält. Man muss klug sein, denn es ist eine lange Saison und man will eine lange Karriere haben. Ich halte mich nicht für einen Draufgänger oder Idioten oder jemanden, der das Leben nicht zu schätzen weiß. Ich weiß, dass man bereit sein muss, den Preis zu zahlen, denn man wird stürzen, wenn man zu schnell fährt und das muss man auch ertragen können. Der Sport hat auch eine schlechte Seite. Vielleicht hört sich das krank an, aber ich nehme an, auch deswegen mag man den Sport. Es ist nicht einfach, das ist nicht so ein einfacher kleiner Sport, den jeder machen kann. Man braucht da sicher auch eine Seite in sich, der es nichts ausmacht, den eigenen Körper diesem Risiko auszusetzen. Es ist also nicht für alle geeignet, aber sicher für mich.

Nicky, wie ist dein Gefühl – und generell das Gefühl in der MotoGP – darüber, wie erfolgreich diese Veranstaltung sein wird. Denkst du, dass so viele Leute kommen könnten wie in Europa?
Nicky Hayden: Im ersten Jahr könnte es schwierig werden. Wir kommen an Orte, wo 150.000 Zuschauer sind, als könnte es schwer werden. Aber Indy ist kein Trödelladen, die wissen, wie man Weltklasse-Events aufzieht. Ich denke, das hier hat in jedem Fall überall auf der Welt das Interesse gesteigert. Die europäischen Fans wollen auch herüber kommen und sich das Rennen ansehen. Wir fahren hier nicht auf irgendeiner Strecke in Iowa, das hier ist ein recht berühmter Ort, was für die internationalen Zuseher sicher auch ein Zugfaktor ist. Ich will keine zu großen Vorhersagen machen, aber Indy scheint zu glauben, dass sie genügend Karten verkaufen, damit es sich auszahlt. Das ist eine Sache an Indy, sie wissen in jedem Fall, wie man den Sport vermarktet, wie man alles auf die Beine stellt. Das zeigen sie beim Indy 500 und sie haben so viele Ressourcen, was ein starker Punkt bei ihnen ist.

Erwartest du mehr Zuschauer als in Laguna Seca?
Nicky Hayden: Ja, ich würde schon sagen, mehr als Laguna Seca, denn Laguna kann einfach nicht so viele Leute aufnehmen wie hier. Ich denke, für Laguna passen 60.000 Zuseher und ich denke, sie erwarten hier am Renntag mehr als das.

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