Radfahrer gegen Lkw: Die Suche nach dem Lebensretter
Radfahrer gegen Lkw: Die Suche nach dem Lebensretter Bilder

Copyright: DRV,UDV

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Radfahrer gegen Lkw: Ein ungleicheres Duell kann es im Straßenverkehr nicht geben. Kommt es zu einem Zusammenstoß, hat der Radfahrer meist keine Chance. Vor allem rechtsabbiegende Lkw werden zur tödlichen Gefahr. Denn die Brummi-Fahrer haben dann ein großes Handicap: Sie können sich nicht mit einem Schulterblick orientieren, sondern müssen sich allein auf die Spiegel verlassen. Diese zeigen ihm viel, aber manches bleibt im toten Winkel unsichtbar. Und genau diese Lücke war 2012 ein wesentlicher Grund für 27 tödliche Radfahrerunfälle in Deutschland. Lkw-Hersteller und –Zulieferer forschen jetzt an einem elektronischen System, einem Abbiege-Assistenten für Lkw. Wann dieser Lebensretter zum Einsatz kommt, steht derzeit noch in den Sternen. Der Motor-Informations-Dienst (mid) hat sich umgehört und erklärt den aktuellen Stand der Dinge.

Bis 2009 informierte sich der Lkw-Fahrer über drei Spiegel über das Geschehen hinter ihm rechts. Ab 2009 verlangen die europäischen Gesetzgeber einen vierten Spiegel. Dieser verringert den toten Winkel, aber ganz ausschließen kann er ihn nicht. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verweist darauf, dass der vierte Spiegel rechts die Unfallzahlen europaweit gesenkt hat, ist sich aber bewusst, dass das noch nicht reicht.[foto id=“500617″ size=“small“ position=“right“]

Das Bundesverkehrsministerium lud 2012 zu einem Runden Tisch zu diesem Thema ein. Es diente der Standortbestimmung und sollte die Hersteller anspornen, die Entwicklung neuer Systeme voranzutreiben. Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2012 zeigten sowohl Lkw-Hersteller MAN als auch Zulieferer Continental mit den beiden Systemen Birdview und ProViu Anlagen, die einen 360-Grad-Rundumblick bieten. Der Haken: Diese Systeme eignen sich nur für den Rangierbetrieb, also für Geschwindigkeiten bis zu 10 km/h. MAN forscht zudem an einem Abbiegeassistenten, der mit Ultraschall arbeitet. Noch lässt sich nicht abschätzen, welches System am Ende die besseren, die sichereren Ergebnisse bringt.

Auch Mercedes-Benz hat sich diesem Thema angenommen. Wie der Konzern sagt, laufen bereits Fahrzeuge in der Wintererprobung. Daran schließt sich dann noch der Praxistest im Sommer an. Die lange Entwicklungszeit erklären die Stuttgarter mit der außergewöhnlichen Komplexität, die das Abbiegen eines Lkw nach rechts mit sich bringt. Es gehe dabei nicht um die Verbesserung technischer Werte, sondern um Leben und Tod von schwächeren Verkehrsteilnehmern. Und das erfordere mehr Entwicklungsaufwand als für andere moderne Assistent-Systeme. Zumal eine Mercedes-Benz-Lösung nicht nur eine simple Warnanlage werden soll, sondern ein System, das aktiv eingreifen und einen Lkw zum Stehen bringen kann.

Das BMVI wird im Frühjahr 2014 wieder zu einem Runden Tisch zum Thema „Abbiege-Assistent für Lkw“ einladen. Es deutet einiges darauf hin, dass es dabei nicht mehr nur um eine Standortbestimmung gehen wird, sondern Druck gegenüber der Industrie aufgebaut werden soll, ohne die Verantwortlichkeit der Lkw-Hersteller für den sicheren Gebrauch ihrer Fahrzeuge zu mindern. Und wenn es dann um gesetzgeberische Schritte gehen wird, sei das keine nationale Aufgabe mehr, sondern eine europäische, erklärt ein BMVI-Sprecher.

Doch die Situation ist so komplex, die kann der Lkw-Fahrer nicht allein lösen – auch nicht mit der besten Technik. Hier ist auch der Radfahrer gefordert. Dass die Ampel auf Grün steht, heißt ja nur, dass der Radfahrer vorrangig fahren darf. Aber eine grüne Ampel ist kein Freibrief. Der Radfahrer sollte sich immer vor Augen führen, dass er in bestimmten Situationen von Pkw- und Lkw-Fahrern schlicht „übersehen“ werden kann. Radfahrer bewegen sich oft sorglos im Verkehr. Manche meinen, dass es für sie weder konkrete Regeln gibt, noch die allgemeine Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme. Sie nehmen nicht einmal auf sich selbst Rücksicht und begeben sich in Gefahr, und das wird dann oft auch für andere Verkehrsteilnehmer zu einer Unfall-Falle. Jetzt darauf zu bauen, dass all diese Gefahren mit modernen elektronischen Systemen zu beherrschen wären, ist ein Trugschluss.

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