Sebastian Vettel: Ich bin kein Beamter
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(motorsport-magazin.com) Du kommst zum ersten Mal als Formel-1-Pilot an den Nürburgring. Ein gutes Gefühl?
Sebastian Vettel: Ja, ich habe viele schöne Erinnerungen an den Nürburgring. Ich bin schon mit dem Go-Kart über die Nordschleife gefahren. Außerdem bin ich am Nürburgring viele Rennen gefahren in der Formel BMW, Formel 3 und auch in der Renault World Series.

Welches war Dein erstes Rennen auf dem Nürburgring?
Sebastian Vettel: Das war 2003 in der Formel BMW.

Und welches war Dein erfolgreichstes?
Sebastian Vettel: Siege in der Formel BMW im Rahmenprogramm des Formel 1-Rennens, Siege in der Formel 3 Euroserie, Siege in der Renault World Series 3.5.

Gibt es eigentlich heutzutage bei Rennen noch so etwas wie einen Heimvorteil?
Sebastian Vettel: Ja, ich würde sagen, es ist wie im Fußball, wenn man ein Heimspiel hat. Man gibt immer 100 Prozent, aber die Motivation ist bei einem Heim-GP noch einmal größer, weil man sich zuhause einfach immer besonders wohl fühlt. Unweit vom Nürburgring habe ich mit dem Kart in Kerpen viele Erfahrungen gesammelt und deshalb auch viele Freunde aus der Gegend.

Nimmt man als Fahrer die Zuschauer wahr – wird man beeinflusst?
Sebastian Vettel: In den 90 Minuten, in denen ich das Rennen fahre, denke ich nicht darüber nach, in welchem Land ich mich gerade befinde, sondern konzentriere mich voll auf das Rennen. Aber die Zeit davor und danach ist immer etwas Besonderes und zuhause ist es am schönsten.

Bekommst Du von der Euphorie der Fans und der Stimmung an der Rennstrecke überhaupt etwas mit?
Sebastian Vettel: Auf jeden Fall. Ich finde es gut, dass es so viele Motorsport-Fans gibt, die uns Fahrer mit ihren Tröten, Fahnen und was es sonst noch gibt anfeuern. Das hebt gewaltig die Stimmung. Es gibt nichts Schöneres als eine Ehrenrunde nach einem Sieg vorbei am Publikum.

Ein Sieg beim Heim-Grand-Prix ist sicherlich etwas Besonderes. Erlaubst Du Dir gelegentlich, davon zu träumen?
Sebastian Vettel: Ja, aber das sind mehr Tagträume… Ich freue mich grundsätzlich über jeden Sieg, aber wenn man als Deutscher in Deutschland die deutsche Nationalhymne hört, ist das schon was ganz Spezielles.

Welcher Streckenabschnitt des Nürburgrings gefällt Dir am besten?
Sebastian Vettel: Der Abschnitt von der Ford-Kurve bis unten zur großen Kehre! Und außerdem die Warsteiner-Kurve zusammen mit der Linkskurve davor!

Welche Kurven sind die heikelsten?
Sebastian Vettel: Die Ford-Kurve und die Warsteiner-Kurve zusammen mit angesprochenen Linkskurve sind meiner Meinung nach die heikelsten.

Wo gibt es eine Möglichkeit zum Überholen?
Sebastian Vettel: Die NGK-Schikane als Hochgeschwindigkeitskurve mit ihrer anspruchsvollen Links-Rechts-Kombination lädt zu Ausbremsmanövern geradezu ein, denn nach dem schnellen Hatzenbachbogen muss hart verzögert werden, bis auf rund 100 km/h.

Gibt es neue Teile für Deinen Wagen?
Sebastian Vettel: Die Jungs in der Fabrik arbeiten hart und wir bringen zu jedem Rennen neue Teile mit…

Du machst Druck, um Dich zu verbessern, Du fährst Rennen, und Du hast Sponsoren-Termine – wie viele Stunden arbeitest Du eigentlich pro Woche?
Sebastian Vettel: Da ich kein Beamter bin, muss ich über meine Arbeitsstunden nicht Buch führen oder mit einer Stechuhr arbeiten. Außerdem macht mir die Arbeit so viel Spaß, da merke ich gar nicht, wie schnell die Zeit verfliegt.

Träumt man da ab und an von einem Job zwischen 9 und 17 Uhr?
Sebastian Vettel: Nee, der Typ bin ich jetzt wirklich nicht. Ich bin einer der glücklichen Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben.

Gibt es beim Testen am Freitag und beim Weiterentwickeln eine Arbeitsteilung zwischen dir und deinem Kollegen Mark Webber?
Sebastian Vettel: Neue Teile, die getestet werden sollen, werden zwischen mir und Mark aufgeteilt. So testet einer z. B. den Front-Flügel und der andere die Aufhängung. Zudem tauschen wir Daten über die Reifen untereinander aus.
Mark und ich haben einen ähnlichen Fahrstil, was für das Team die Sache einfacher macht, weil man nur in eine Richtung entwickeln muss.

Was ist einfacher: Sich fahrerisch weiterzuentwickeln, oder ein Formel 1-Auto schneller zu machen?
Sebastian Vettel: Es ist eine Kombination aus beidem. Der Fahrer entwickelt sich weiter und passt seinen Fahrstil gegebenenfalls dem Auto bzw. den Reifen an, und genauso wird das Auto weiterentwickelt, um es schneller zu machen und es dem Fahrstil des Fahrers anzupassen.

Formel-1-Piloten schieben den Grenzbereich immer weiter raus. Wie viel Prozent Deines potenziellen Leistungsvermögens hast Du bisher genutzt? Reicht das, um 2009 den Grand Prix von Deutschland zu gewinnen?
Sebastian Vettel: Ein Formel 1-Fahrer geht nie über seine Grenzen, sondern maximal immer genau an die Grenze. Man kann nur dann mit Sicherheit sagen, ein bestimmtes Rennen gewinnen zu können, wenn man das richtige Material, d.h. das hierfür geeignete Auto hat. Mit anderen Worten: Wir werden sehen.

Man spricht oft vom Mythos Nürburgring. Stellen die Strecke, das Umfeld und die Nordschleife auch für Dich etwas Einzigartiges dar?
Sebastian Vettel: Die Nordschleife ist eine wunderschöne Strecke, eine der besten überhaupt. Es geht bergauf und bergab, es gibt sehr viele schnelle Kurven, und es macht einfach Spaß, dort zu fahren. Die Eifel ist mit Sicherheit was Besonderes, weil das Wetter jederzeit umschlagen kann – auch wenn das Rennen im Sommer stattfindet.
Die Nordschleife prägt diesen Mythos auch zu Recht. Der neue Nürburgring ist eine der besseren unter den neuen Rennstrecken. Auch die Schnitzel in den kleinen Kneipen sind legendär…

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