Stoddart auf Dennis‘ Seite – Ein unerwarteter Verbündeter
Stoddart auf Dennis' Seite – Ein unerwarteter Verbündeter Bilder

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(adrivo.com) Paul Stoddart hat sich auf die Seite von Ron Dennis geschlagen und findet das Vorgehen der FIA zu Ferrari freundlich.

…das Niedrigste vom Niedrigen…

Paul Stoddart war nie darum verlegen, die Dinge so zu sagen, wie er sie sich dachte. Er war allerdings auch nie verlegen, gegen Ron Dennis ins Feld zu ziehen, wenn ihm nicht gefiel, was der McLaren Teamchef so tat. Bevor es am Donnerstag in Paris an die Entscheidung über McLaren geht, hat sich Stoddart auf die Seite seines alten Widersachers geschlagen und das Vorgehen der FIA stark kritisiert. „Nach Indy-Gate und Melbourne [2005, Streit zwischen ihm und der FIA über ein Antreten mit alten, nicht mehr regelkonformen Autos] dachte ich, dass mich nichts mehr überraschen könnte. Aber dieser spezielle Fall, mit Berücksichtigung von McLaren und seiner Punkte in Ungarn, ist das Niedrigste vom Niedrigen. Es gab keine Möglichkeit, dass das, was in Ungarn passiert ist, den Sport in ein schlechtes Licht hätte rücken können“, begann Stoddart seine Ausführungen gegenüber .

…Vorfall im Qualifying war Bullshit…

Er verglich die Vorgänge des Ungarn-Wochenendes, als McLaren nach dem Qualifying-Zwist zwischen Fernando Alonso und Lewis Hamilton die Konstrukteurs-Punkte für das Rennen aberkannt wurden, mit Renault 2006, nur dass Flavio Briatore etwas schwerer zu handhaben sei als Ron Dennis. „Flavio ist ein Teamchef, mit dem sich Max [Mosley] nicht zu sehr anlegen wird – obwohl er beweisen muss, dass er bereit ist, es ein wenig zu tun. Die ganze Dämpfer-Sache [Verbot der Massedämpfer], zusammen mit dem Vorfall im Qualifying von Monza [2006] war Bullshit.“ Im Qualifying von Monza 2006 waren Fernando Alonso die drei schnellsten Runden gestrichen worden, weil er Felipe Massa behindert haben soll.

FIA – Ferrari International Assistance

Deswegen fragte sich Stoddart, wofür die FIA in seinen Augen eigentlich steht. Er kam auf folgende Antwort: „Es steht für Ferrari International Assistance und das wurde immer wieder bewiesen. Ob es um eine Zahlung von 100 Millionen Dollar ging, als die Hersteller gedroht haben, die Formel 1 zu verlassen und ihre eigene Serie zu gründen und damit Ferraris Abstieg in der GPMA [der Vereinigung der Hersteller] einleitete oder was auch immer. Die FIA hat immer Ferrari geholfen, die ganze Zeit. Der einzige Unterschied ist, dass es zuletzt so offensichtlich gemacht wurde, dass es auch ein Blinder sehen kann“, monierte Stoddart. Das ist seiner Meinung nach die Sache, die dem Sport schadet.

Die Leute sind frustriert…

Er glaubt, die Angelegenheit wird erst vergessen sein, wenn das richtige Team am Ende des Jahres gewonnen hat, so wie es 2006 auch der Fall war. „Die Leute sind frustriert von dem, was sie als schädlich für den Sport ansehen. Voriges Jahr, als Renault und Alonso die WM gewonnen hatten und Mosleys Interventionen unnütz waren, waren die Leute zufrieden; hätten aber Schumacher und Ferrari gewonnen, dann hätten alle gesagt, es war eine Farce.“ In diesem Jahr sieht Stoddart genau dieselbe Situation. Er wiederholte, dass der Zwischenfall in Ungarn zwischen Hamilton und Alonso den Sport nicht in ein schlechtes Licht gerückt hätte. Das Einzige, was er noch verstand, waren die fünf Plätze Strafe für Alonso, aber das Verweigern der Konstrukteurs-Punkte musste er als unverständlich abtun.

Massa soll einiges vor allen anderen erfahren haben…

Worüber er sich besonders wunderte, war die Geschichte, wonach Felipe Massa bereits einige Zeit vor dem Urteil der Stewards gewusst haben soll, welche Strafe McLaren in Ungarn bekommen wird. Stoddart meinte, er habe diese Geschichte aus einer zuverlässigen Quelle erfahren und sagte: „Jemand muss fragen, wie es sein kann, dass Felipe die Entscheidung der Stewards vor irgendjemand Anderen kennt.“ Massa hatte die Sache in der Pressekonferenz nach dem Qualifying in der Türkei jedenfalls abgestritten, aber Stoddart beharrte auf seine Quelle.

Stoddart gab zu, dass es schwere Zeiten gegeben hätte

Seine Beziehung zu Ron Dennis zeichnete Stoddart nicht so schlecht, wie man in der Vergangenheit vermuten konnte. So gab er zu, dass es schwere Zeiten gab, aber er betonte auch, dass es viel Respekt füreinander gab. Und deswegen ist Stoddart auch nicht darum verlegen, zu sagen, dass Max Mosley Dennis schlecht behandelt. „Es gibt glaube ich nur eine Person im Sport, die von Max mehr gehasst wird als ich und das ist Ron. Man muss nur an Max Rücktrittsrede im Juli 2004 denken, als er von Ron und Martin [Whitmarsh] als ’nicht die schärfste Klinge in der Box‘ und seinen Handlanger sprach“, meinte Stoddart. Zudem habe Mosley Dennis bei allen Treffen immer wieder runter gemacht, wenn es möglich war, erzählte der Australier weiter.

… der Klügste der ganzen Bande…

Stoddart musste zwar zugeben, dass es sich Dennis manchmal auch selbst schwer mache, aber wenn es um den Rennsport geht, bezeichnete er ihn als einen „der Klügsten der ganzen Bande“. „Flavio ist der kommerziellste, aber Ron kennt den Sport… die beiden bewegen die Dinge und schütteln sie durch. Als wir die Situation in Indianapolis 2005 hatten, hat Ron, mehr als alle andere, an einer Lösung gearbeitet. Das war nicht nur für McLaren, sondern für den Sport. Es waren Ron, Flavio und Bernie, die am Telefon mit Max gesprochen haben, aber er wollte einfach nicht zuhören. Ich habe großen Respekt vor Ron. Ich glaube, er verdient es, die Weltmeisterschaft zu gewinnen“, erklärte Stoddart.

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