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Test: Nissan Micra 1.2 – Deutschland ist nicht die Welt
Test: Nissan Micra 1.2 - Deutschland ist nicht die Welt Bilder

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Der 1,2-Liter-Motor kommt auf 80 PS Bilder

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Der Kofferraum fasst 265 Liter Gepäck Bilder

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Auch die Instrumente sind ohne großen Formwillen gestaltet Bilder

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Inne herrscht Nüchternheit, das optionale Navi bringt etwas Farbe Bilder

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In der Stadt fühlt sich der Micra am wohlsten Bilder

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Das Design soll weder in Europa, noch in Asien oder Südamerika anecken Bilder

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Der kleine Dreizylindermotor reicht für den Stadtverkehr völlig Bilder

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Der 1,2-Liter-Motor kommt auf 80 PS Bilder

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Weltmeister, Weltrekord, Weltstar, Weltauto. Einer der Begriffe passt nicht in die Reihe. Denn während die ersten drei wohl unumstritten positive Assoziationen wecken, ist das beim vierten nicht unbedingt der Fall. Nissan hat sich davon nicht beirren lassen und mit dem aktuellen Micra wieder ein Weltauto gebaut. Was das für deutsche Kunden bedeutet, klärt ein Test.

Von Megastadt bis Tundra

In mehr als 160 Ländern wird der Micra technisch und optisch ohne größere Anpassungen angeboten. Der Kleinwagen muss sich in den Megastädten Asiens genauso gut schlagen wie in der russischen Tundra oder in den Anden Südamerikas. Unterschiedliche Straßen, Kraftstoffqualitäten, Fahrgewohnheiten und Geschmäcker dürfen nirgends auf der Welt ein Kaufhindernis sein. Das erfordert Kompromisse.

Massengeschmack[foto id=“393869″ size=“small“ position=“right“]

Die Ausrichtung auf einen weltweiten Massengeschmack sieht man der mittlerweile vierten Micra-Generation somit gleich auf den ersten Blick an. Stach der Vorgänger mit seinem rundlichen Retro-Design noch aus dem Kleinwagen-Einerlei heraus, verschwindet der Neue komplett in der grauen Masse. Neben aktuellen Wettbewerbern wie Kia Rio, Mazda2 oder Seat Ibiza wirkt der Nissan mit seinem schüchternen Kühlergrill, den konturlosen Flanken und dem schmucklosen Heck wie ein Modell von vorgestern. Der Eindruck setzt sich im Innenraum fort. Alle Bedienelemente sind zwar logisch und griffgünstig angeordnet, im kühlen Kunststoff-Klima möchte aber keine wohnliche Stimmung aufkommen.

Optik mag Geschmackssache sein. Aber auch bei Körperkontakt kann der Micra kaum Zuneigung wecken. Wer etwa die klapprig wirkende Fahrertür öffnet, fühlt sich bereits an das 8.000-Euro-Auto Nissan Pixo oder einen Kleinwagen von vor 20 Jahren erinnert. Insgesamt ist der Japaner zu dünnblechig, zu leicht und irgendwie zu wenig Auto. Selbst, wenn man den niedrigen Einstiegspreis von 10.740 Euro berücksichtig.

Ordentlich Platz

In anderer Hinsicht hat die altmodische Machart aber auch Vorteile: So stimmt die Raumökonomie im Gegensatz zu einigen Konkurrenten, die eher als Scheinriesen auffallen. Fahrer und Beifahrer haben ordentlich Platz und sitzen luftig. Hinten können es zwei Erwachsene auch mal auf längeren Strecken aushalten, zudem fällt der Einstieg durch die großen Fondtüren leicht. Auch die gute Übersichtlichkeit vom Fahrersitz aus ist man in dieser Klasse fast nicht mehr gewohnt.

Sparsamer Antrieb

Beim Antrieb herrscht Sparsamkeit – sowohl produktionstechnisch als auch beim Verbrauch. Einen einzigen Motor gibt es weltweit, angeboten mit und ohne Aufladung – so reduziert sich die Komplexität in den Werken. Der 1,2-Liter-Dreizylinder trifft dabei durchaus den deutschen Geschmack. 59 kW/80 PS und 110 Nm Drehmoment machen zwar keine großen Sprünge möglich, reichen für den Stadtverkehr aber problemlos aus. Dort macht der Micra mit seinen kurzen Abmessungen, der leichtgängigen Lenkung und dem etwas polterigen, aber komfortablen Fahrwerk auch insgesamt eine gute Figur. Knapp sechs Liter Verbrauch im Großstadtgewusel gehen ebenfalls in Ordnung. Ein Start-Stopp-System wäre aber angemessen und würde den Durst weiter zügeln – wird aber nur für die stärkere und deutlich teurere Kompressor-Version (ab 13.440 Euro) mit 72 kW/98 PS angeboten.

Üppige Ausstattung

Was dem Micra in Sachen Flair und Ambiente mit Blick auf die preissensiblen Schwellenländer vorenthalten wurde, soll einen ungewohnt üppige Optionsliste bei der deutschen Kundschaft wieder ausgleichen. So kann der Kleinwagen mit in seiner Klasse seltenen Extras wie Lederpolstern, [foto id=“393870″ size=“small“ position=“left“]Parklückenvermessung, CVT-Automatik und Touchscreen-Navigationssystem auf westlichen Geschmack getrimmt werden. Gegen Aufpreis natürlich. In der Basisversion kommt der Micra eher nackt daher. Servolenkung, ESP und sechs Airbags sind zwar an Bord, Klimaanlage und Radio kosten aber bereits extra (1.500 Euro). Trotzdem unterbietet er die meisten asiatischen und europäischen Konkurrenten beim Preis knapp.

Fazit

Unterm Strich hat es der durchaus solide Micra aber schwer gegen die immer glamourösere Kleinwagen-Konkurrenz. Der kleine Japaner kommt viel zu brav und bieder daher, allenfalls ganz nüchterne Rechner kommen bei ihm auf ihre Kosten. Nissan mag das egal sein. Mit dem kleinen Crossover Juke haben sie eine Alternative für anspruchsvollere Kunden im Programm. Und vor allem: Deutschland ist für den Autokonzern nicht der Nabel der Welt. Was hierzulande vielleicht billig wirkt, ist in Indien, Brasilien oder Russland gerade recht.

Technische Daten – Nissan Micra 1.2

 
Fünftüriger Kleinwagen
 
Länge: 3,78 Meter, Breite: 1,68 Meter, Höhe: 1,53 Meter
Radstand: 2,45 Meter
Leergewicht: 1.030 kg
Kofferraumvolumen: 265 bis 1.132 Liter
 
1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner, manuelles Fünfganggetriebe
Leistung: 59 kW/80 PS
max. Drehmoment: 110 Nm bei 4.000 U/min
0-100 km/h: 13,7 s
Vmax:170 km/h
Verbrauch: 5,0 Liter, Testverbrauch 6,0 Liter, 
CO2-Ausstoß: 115 g/km
 
Preis: ab 10.740 Euro

Nissan Micra – Kurzcharakteristik

Alternativ zu: Mazda2, Kia Rio, Toyota Yaris

Sieht gut aus: vor 20 Jahren

Passt zu: kühlen Rechner, die ein Stück Basismobilität suchen

 

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