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Test: Porsche Carrera GTS – Charakterschulung auf vier Rädern
Test: Porsche Carrera GTS - Charakterschulung auf vier Rädern Bilder

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Seine Sonderstellung drückt der GTS mit dem Schriftzug auf der Motorhaube aus Bilder

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Innen gibt es das gewohnte Ambiente Bilder

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Auch andere Aerodynamik-Bauteile kommen auf dem Nürburgring zum Einsatz Bilder

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Für den Einsatz auf der Rennstrecke ist der Spoiler jedoch angesagt Bilder

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Serienmäßig ist kein Heckflügel an Bord Bilder

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Der Antrieb läuft über die Hinterräder Bilder

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Der Boxermotor bringt es auf 300 kW/408 PS Bilder

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Der Porsche 911 GTS ist der stärkste der Carrera-Modelle Bilder

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Das Leben ist hart und es gibt Autos, die einen daran immer wieder erinnern. Der Porsche Carrera GTS, der bei uns zum Alltagstest antrat, gehört fraglos in diese Kategorie. Die erste Härte offeriert er gleich beim Einsteigen. Unser Auto kommt besonders sportlich daher. Neben einem festen Heckflügel – von Spoiler zu sprechen wäre eine Untertreibung – ist er mit Sportschalensitzen ausgestattet.

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Einmal drinnen, passt der Sitz wie angegossen

Lässt man sich einfach ins Auto fallen um hernach die Beine einzufädeln, macht sich die Schale mit ihrer deutlich spürbaren Kante sofort am unteren Ende des Rückens bemerkbar. Autsch, aber man lernt ja, und [foto id=“372562″ size=“small“ position=“left“]fädelt sich beim nächsten Mal vorsichtiger ins Auto. Einmal drinnen, passt der Sitz wie angegossen. Das ist auch gut so, denn verstellen lässt er sich gar nicht und verschieben nur in der Länge. Weil man, anders als in den ebenfalls lieferbaren normalen Sitzen, die Lehne nicht klappen kann, ist dieser GTS ein echter Zweisitzer. Hinter den Sitz passt nur der Helm, den wir zur artgerechten Bewegung des Sportwagens eingepackt haben. Schließlich wird über den Porsche 911 gerne berichtet, dass man auf dem Weg zum Brötchenholen noch eine schnelle Runde über die Nordschleife des Nürburgrings drehen kann und dann entspannt zum Bäcker fährt.

Unterwegs zur Nordschleife

Also den Schalthebel des Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) auf D und los. Der 3,8-Liter Boxer klingt gut. Das heißere Kreischen, das er in den oberen Drehzahlen ausstößt, bleibt auf dem Weg zum Ring ungehört. Die Automatik schaltet schon knapp über Stadttempo in den siebten Gang und hält somit Drehzahl und Verbrauch niedrig. Gelassen zügig rollen wir über Landstraßen und ein kurzes Stück Autobahn [foto id=“372563″ size=“small“ position=“left“]in die Eifel. Der Bordcomputer zeigt einen Durchschnittsverbrauch von 9,2 Litern an und unterbietet damit den Normwert um einen glatten Liter. Nicht schlecht für einen 3,8-Liter Sechszylinder mit 300 kW/408 PS.

Die meisten Pferde im Stall und damit alle Tempolimits und die Regeln der Vernunft gelten zu lassen, gehört zu den härteren Prüfungen, die das Autofahrerleben bereithält. Extra für die letzte Edition der Baureihe 997 hat Porsche dem Elfer eine Leistungsspritze verpasst und die mag man natürlich auch nutzen, wenn man den GTS, diese Mischung aus sportlichen GT- und den zivilen S-Modellen ordert. Dazu bietet die Nordschleife reichlich Gelegenheit. Den Sprint am Start absolvieren wir mit Hilfe der Launchcontrol des Sportpakets. In 4,2 Sekunden ist die 100 km/h Marke durcheilt und weiter geht es, bis die Schikane am ehemaligen Starthäuschen zum Bremsen zwingt und zeigt, wie rasch Bewegungsenergie abseits der Landstraße vernichtet werden kann.

Durch das Kurvenkarussell der Eifel

Die wilde Hatz durch das Kurvenkarussell der Eifel offenbart die Stärken aber auch die – nennen wir es Herausforderungen – die der GTS bereithält. Exaktes Einlenken, druckvolles Beschleunigen und Bremsen ohne jegliches Fading gehören zu den Stärken des Elfers. Ebenso die hohe Querbeschleunigung, die mehr Potential bietet, als wir in den ganz schnellen Ecken ausloten wollen. Entsprechend kommen wir auch nicht [foto id=“372564″ size=“small“ position=“left“]an die Rundenzeiten von unter acht Minuten heran, die der GTS durchaus ermöglicht und begnügen uns mit einer neun vor dem Komma.

Nach zwei Runden fängt es an zu regnen und jetzt macht der GTS so richtig Laune. „Wenn der Reibwert sinkt, steigt der Fahrspaß“, hat Rallye-Weltmeister Walter Röhrl einmal gesagt und er hat durchaus Recht damit. Ein ums andere Mal schwenkt der Elfer mit dem Heck und es macht Spaß, in wieder einzufangen. Es macht aber auch Mühe und nicht jedem ist die Balance zwischen schnell und zu schnell gegeben.

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Video: Porsche 911 Carrera GTS

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Ein bisschen mehr Respekt

Im Nassen hilft ein bisschen mehr Respekt vor den Grenzen der Technik deutlich weiter und weil der Autor nicht mehr zu den jungen Heißspornen gehört, bleibt das Auto auch nach etlichen Regenrunden noch in der Form, in der es ausgeliefert wurde. Übrigens genehmigt sich der GTS im Renntempo 25 Liter auf trockener und 17 auf nasser Fahrbahn, wenn man dem Bordcomputer Glauben schenkt. Weil diese Trinksitten nach sechs bis acht Eifelrunden die Fahrt zur Tankstelle nötig machen, verlassen wir die Rennstrecke und widmen [foto id=“372565″ size=“small“ position=“left“]uns dem Alltagstrott. Brötchenholen erledigt man am einfachsten beim Tanken, dann muss man nicht zweimal aussteigen, was der Schalensitze wegen – wie schon erwähnt – nicht ganz ohne Mühen ist.

Ab nach Hause…

Ab nach Hause, diesmal über ein trockene Autobahn. Um die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 304 km/h auszuprobieren, sind die Lücken im Verkehr zu klein. Wahrscheinlich genügt es dem GTS-Eigner zu wissen, dass man so schnell fahren könnte. Beeindruckender ist ohnehin der Wechsel aus Beschleunigen und Bremsen sowie die Souveränität, mit der dieser Elfer den Abstand zum Hintermann auf der linken Spur vergrößert. [foto id=“372566″ size=“small“ position=“left“]

Fazit

Bei aller Sportlichkeit ist der GTS durchaus komfortabel und langstreckentauglich. Dann pendelt sich der Verbrauch bei Werten um 10,5 Liter ein, die Geräuschkulisse bleibt so, dass es sich lohnt, das serienmäßige Soundsystem einzuschalten und selbst Telefongespräche über die Bluetoothverbindung sind noch verständlich. Porsche hat den GTS zum preiswertesten Elfer gemacht – zumindest wenn man seine Serienausstattung berücksichtigt. Gegenüber einem Carrera S kostet er rund 10.000 Euro Aufpreis. Alleine die Leistungssteigerung liegt normalerweise in dieser Größenordnung. Inklusive PDK ergibt sich ein Preis von 108.647,80 Euro. Viel Geld für jede Menge Fahrspaß und zu den Härten des Lebens gehört auch, dass nicht jedes Konto ausreichend gefüllt ist, um diese Sportmaschine bestellen zu können.

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Datenblatt: Porsche Carrera GTS

Zweisitziger Sportwagen
Länge/Breite/Höhe: 4,43 Meter/1,86 Meter/1,30 Meter
Radstand: 2,35 Meter
Kofferraumvolumen: 105 Liter
Leergewicht: 1.450 kg
   
Antrieb: 3,8-Liter-Sechszylinder-BoxerBenzinmotor, 300 kW/408 PS
max. Drehmoment: 420 Nm bei 4.200 U/min
0-100 km/h: 4,2 s
Vmax: 304 km/h
Verbrauch: 10,2 Liter
CO2-Ausstoß: 240 g/km
Testverbrauch: 10,8 Liter
   
Preis: 108.648 Euro

Kurzcharakteristik: Porsche Carrera GTS

Alternative zu: Porsche Carrera S, Audi R8 GT, BMW M3 CLS
Passt zu: Menschen, die gerne sitzend Sport treiben
Sieht gut aus: in Gelb oder Weiß auf einer Zielgeraden

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