Unfälle voraussehen – mit Sensoren, Kameras und Hightech
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In Deutschland ereignen sich 33 Prozent aller Unfälle mit Personenschäden an Kreuzungen, 20 Prozent der Verkehrstoten gehen auf Fehler beim Abbiegen oder Überqueren von Straßen zurück. Die Ursachen sind meist auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Aber der Mensch ist auf absehbare Zeit als zentraler Entscheidungsträger im Straßenverkehr nicht völlig zu ersetzen, dennoch können seine Wahrnehmung und seine Reaktionen mit Hightech unterstützt und dramatisch verbessert werden.

Deshalb sind Sensoren und Systeme für elektronische Assistenten in der Entwicklung. Sie kooperieren miteinander, erkennen und entschärfen im Straßenverkehr kritische Situationen, noch bevor es zu einem Unfall kommt. Gearbeitet an dieser Technologie hat die Forschungsinitiative Ko-FAS (Kooperative Sensorik und kooperative Perzeption für Präventive Sicherheit im Straßenverkehr) seit September 2009 mit einem finanziellen Gesamtvolumen von 23,6 Millionen. Davon kamen 14,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi); 8,7 Millionen steuerten insgesamt 17 Projektpartner aus der Industrie bei.

Die Arbeit der Wissenschaftler und Techniker war von der Erkenntnis menschlicher Unzulänglichkeiten ausgegangen. Unfallforscher dokumentierten, dass Unaufmerksamkeit und eingeschränkte Sicht die häufigsten Ursachen für Unfälle sind. Das auf vier Jahre angelegte Forschungsprojekt arbeitete deshalb daran, technische Erkennungssysteme und ebenso die Kommunikation der Verkehrsmittel untereinander zu verbessern.

So erkannte bisher zwar eine kamerabasierte Anlage in einem Fahrzeug dessen Umfeld. Aber für ein komplexes Verkehrsgeschehen, empfehlen die Forscher, sollten die Wahrnehmungen mehrerer Fahrzeuge verbunden werden. Schon jetzt werden per Sensor zum Beispiel Fußgänger erkannt, die der Autofahrer an der Kreuzung noch gar nicht sehen kann, weil ihm zum Beispiel ein parkendes Auto die Sicht versperrt. In Zukunft könnten somit etwa Handys, die Menschen im Straßenverkehr meist bei sich tragen, mit Sensoren bestückt werden.

Kleinere Sender-Empfänger-Einheiten signalisieren dann dem Gesamtsystem etwa die Annäherung eines Radfahrers, noch bevor dieser in die Einmündung der Straße überhaupt abbiegen konnte. Aber das Umfeldsystem hat diesen Verkehrsteilnehmer bereits erfasst und rechnet ihn in das Verhalten von Autofahrern ein, die auf Kollisionskurs sind. Die Transponder helfen in Kooperation mit exakter Bestimmung der Fahrzeugposition dabei, die Bewegungsrichtung der Fahrzeuge nicht nur zu verfolgen, sondern sie im Voraus zu berechnen. Auch Kameras im Kreuzungsbereich liefern Informationen zur Erkennung schlecht wahrnehmbarer oder verdeckter Fußgänger. Dabei soll die über mehrere Fahrzeuge laufende Umfelderkennung dazu beitragen, kritische Verkehrssituationen ein bis zwei Sekunden früher zu erkennen. Eine kleine Zeitspanne, aber dennoch ausreichend, um den Fahrer davor zu warnen und ihn reagieren zu lassen.

Die an der Hochschule Aschaffenburg installierte Ko-FAS Forschungsinitiative ist während ihrer Arbeit mit etlichen Auszeichnungen bedacht worden. Sie zählt zu einem der größten Kooperationsprojekte im Bereich der automobilen Verkehrssicherheit Deutschlands. Für die von einem Ko-FAS Teilbereich entwickelte aktive Transpondertechnologie verleiht der ADAC Bayern den Mobilitätspreis 2013.

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