Verkehrssicherheit – Mehr Übung für die Jugend
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Junge Fahrer leben gefährlich – lebensgefährlich. Die Mischung aus Unerfahrenheit und jugendlichem Leichtsinn der 18- bis 24-jährige Verkehrsteilnehmer führt oft zur Selbstüberschätzung und so in schwer beherrschbare Situationen. Logische Folge: das Unfallrisiko ist in dieser Altersgruppe besonders hoch. Mehr Übung und ein Bewusstsein für Gefahrensituationen senken das Unfallrisiko, davon sind Experten überzeugt. Ein Fahrsicherheitstraining ist sinnvoll, aber viele Führerschein-Neulinge nehmen das Angebot nicht wahr.

In Deutschland bieten zwölf große und rund 60 kleinere Anlagen die Möglichkeit, Brems-, Lenk- und Ausweichmanöver für den Ernstfall zu trainieren. Zum Beispiel auf dem Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring, an dem der TÜV-Rheinland beteiligt ist, und das in den kommenden Jahren für rund zwei Millionen Euro ausgebaut werden soll.

Allerdings hält sich ausgerechnet die am meisten gefährdete Zielgruppe zurück und verzichtet auf die Trainingsmöglichkeiten. „Von den 20.000 Teilnehmern, die im Jahr zu uns kommen, gehören nur 500 zur Gruppe der jugendlichen Fahranfänger“, erklärt der Geschäftsführer des Fahrsicherheitszentrums, Ralph Paulus. An den Gebühren kann es nicht allein liegen. Junge Fahrer zahlen am Nürburgring für einen eintägigen Kurs einen Sondertarif von 125 Euro, und wenn sie aus Rheinland-Pfalz stammen, spendiert das Land zusätzlich einen Zuschuss von 30 Euro.

Fahranfängerin Francesca Klein hat einen Kurs gebucht. Die 17-Jährige besitzt seit Januar ihren Führerschein und darf jetzt in Begleitung ihrer Mutter oder ihres Vater durch die Eifel fahren. Im Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring bewährt sie sich: Die Übung Bremsen und Ausweichen gelingen ihr ebenso wie ihr Auftritt auf der Schleuder-Platte. „Das war schon spannend“, kommentiert sie die bewältigten Gefahrensituationen.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Versuche, Fahranfängern die Übungen schmackhaft zu machen. Ford schenkte eine Zeit lang jungen Fahrern beim Kauf eines Neuwagens ein Sicherheitstraining. Mangels Beteiligung stellte der Hersteller die Aktion bald wieder ein. Auch der sogenannte „Proficheck für Fahranfänger“, den der TÜV anbietet, stößt auf wenig Resonanz. Bei diesem Angebot erhalten die Führerscheinneulinge nach bestandener Prüfung einen Gutschein für eine gründliche technische Überprüfung ihres ersten Fahrzeugs. Dabei werden 30 sicherheitsrelevante Teile des Autos genau untersucht.

Andere europäische Länder schreiben ein Sicherheitstraining nach bestandener Prüfung verpflichtend vor, in Österreich zum Beispiel in den ersten sechs Monaten nach der Führerscheinprüfung. „Dadurch wurden die Unfallzahlen signifikant gesenkt“, berichtet Paulus. In Skandinavien müssen die Führerscheinneulinge an Kursen teilnehmen. Luxemburg geht noch einen Schritt weiter und stellt Unfallwagen an die Übungspisten, die demonstrieren sollen, was passieren kann, wenn man versucht, die Physik auszutricksen. „Soweit muss man vielleicht nicht gehen“, gibt Paulus zu bedenken, doch es „wäre schön, wenn das Fahrsicherheitstraining Bestandteil der Führerscheinausbildung werden könnte.“

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