Vorsicht Feinstaub: Direkteinspritzende Benzinmotoren in der Kritik
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Vor neuerlichen Gesundheitsgefahren durch Feinstaub aus Autoabgasen warnen jetzt Umweltverbände und Wissenschaftler. Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung der Direkteinspritzung bei Benzinmotoren. Bisher galt die Gesundheitsgefahr durch die lungenschädlichen Feinstaubpartikel als ein typisches Diesel-Problem. Durch die vor einigen Jahren eingeführte Steuerbegünstigung für Diesel mit Rußpartikelfiltern, staatliche Förderung der Nachrüstung und die Einführung der Umweltzonen schien diese Gefahr gedämmt zu sein. Zumindest solange, bis bei den Benzinmotoren seit einigen Jahren immer öfter die Direkteinspritzung als Spritsparrezept verordnet wird.

Der technische und rechtliche Hintergrund dieses Problems ist in gewisser Weise paradox: Um die Verbräuche zu senken und die ab 2012 EU-weit in Kraft tretenden Grenzwerte für den CO2-Ausstoß zu erreichen, haben die Automobilhersteller in den vergangenen Jahren fast durch die Bank auf das Prinzip des „Downsizing“ gesetzt. Das bedeutet: Verbrauchsreduzierung durch kleinere Hubräume bei gleicher oder gesteigerter Motorleistung. Um dies zu erreichen, muss der Verbrennungsprozess effizienter gestaltet werden. Hierzu kommt neben effizienterer Turboaufladung und verbessertem Motormanagement immer öfter auch bei Ottomotoren die Direkteinspritzung zum Einsatz. Dabei wird der Kraftstoff direkt in die Brennkammer eingespritzt, wodurch insbesondere im Teillastbereich der Wirkungsgrad des Motors erhöht wird. Dadurch können zwar die Normverbräuche und CO2-Werte signifikant gesenkt werden. Zugleich geht dies aber offensichtlich massiv zu Lasten der Partikelbelastung des Abgases.

Kürzlich erst haben Messungen des ADAC im Auftrag des Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu Tage gefördert, dass moderne Benzinmotoren mit Direkteinspritzung einen Ausstoß von ultrafeinen Partikeln aufweisen, der bis zu 30 mal über dem für Diesel zulässigen Wert liegt. Im Test auf dem Prüftstand mit einem 1er BMW und einem VW Golf mit einem an sich sparsamen 1,2-Liter-TSI-Motor lagen die gemessenen Feinstaubwerte um ein Vielfaches über den aktuellen Grenzwerten für Dieselmotoren. Das ernüchternde Ergebnis: Besonders im Geschwindigkeitsbereich jenseits der im Normzyklus abgerufenen Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h steigt der Feinstaubbelastung exorbitant an.

Diese Erkenntnis droht jetzt bei der Festsetzung der Grenzwerte der ab 2014 geltenden „Euro 6“-Schadstoffnorm zum politischen Zankapfel zu werden. Angeblich planen die Herstellerverbände einen Grenzwert für direkteinspritzende Benziner, der bis zu zehn Mal weniger streng ist als der für Dieselmotoren. Ein Plan, der bei Umweltlobbyisten auf harsche Kritik stößt, die der Autoindustrie „Verweigerungshaltung“ vorwerfen: „Obwohl sie die von ihren Motoren ausgehenden Gesundheitsgefahren genauso kennt wie die mögliche technische Lösung, will sie sich die damit verbundenen Kosten sparen“, wettert etwa DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Schützenhilfe erhalten die Umweltlobbyisten dabei von Professor Erich Wichmann, Leiter des Institutes für Epidemiologie des Helmholtz Zentrum München. „Wenn Benzinmotoren mit Direkteinspritzung die Emissionsgrenzwerte für Diesel-Pkw überschreiten, müssen sie aus gesundheitlicher Sicht genauso streng behandelt werden wie Dieselfahrzeuge“, meint der Professor. Das sei „nur logisch“. Auch nach Ansicht des ADAC müssen Benzinfahrzeuge genau so sauber sein wie Diesel. Daher ist es nach Ansicht des Clubs notwendig, dass der Gesetzgeber im Rahmen der Euro 6-Verordnung auch für Ottomotoren mit Direkteinspritzer einen Partikelzahl-Grenzwert festschreibt, die sich am Richtwert für Dieselfahrzeuge orientiert.

Man nehme das Problem ernst, heißt es hierzu aus Reihen der Autobauer und arbeite permanent an technischen Lösungen zur Schadstoffreduzierung.

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