Honda

Vorstellung Honda Civic: Generationenspiele mit Bestseller

 Heute wird der erfolgreichste aller Hondas in elf Ländern gebaut, in 160 Ländern verkauft und macht weltweit rund ein Drittel aller Honda-Verkäufe aus. Ganz besonders die Damen hatten den kleinen Japaner in ihre Herzen geschlossen. Die durchweg hübschen Karosserien, die kompakten Abmessungen, die moderaten Preise – all dieses machte den Civic als Einsteigs- und Zweitwagen enorm attraktiv. Der neue Civic der nunmehr achten Generation dringt in andere Dimensionen vor.
Honda Civic. Foto: Auto-Reporter
Er misst jetzt 4,25 Meter (vier Zentimeter weniger als sein Vorgänger), und der billigste Vertreter der Baureihe, der Civic 1.4, kostet 15 950 Euro. Nur mal zum Vergleich: Vor zehn Jahren gab es das Basisauto der damals sechsten Civic-Generation für 22 990 D-Mark. Die Zeiten ändern sich halt. Doch damals wie heute richtet sich Hondas Vorstoß eindeutig gegen VW Golf, gegen Audi A3, gegen Opel Astra, gegen Ford Focus. An Mut gebricht es den Japanern nicht, sie nehmen die härtesten Gegner an, den man sich überhaupt aussuchen kann.
Der neue Civic ist breiter und flacher und soll ein "deutliches Zeichen für mehr Sportlichkeit, Emotionen und Fahrspaß" setzen. Damit bei solch einem sportlichen Design die Praxistauglichkeit, Innenraumflexibilität und das Platzangebot im Innenraum trotzdem gewahrt bleibt, ist die Fahrgastzelle nach vorn gezogen und keilförmig gestaltet. Trotz der geringeren Gesamtlänge ist der Innenraum nicht geschrumpft.
Der Neue mit der tollen Optik soll künftig eine tragende Rolle in den expansiven Plänen der Japaner spielen, die ihre Civic-Verkäufe in Deutschland schlicht auf 15 000 Einheiten verdoppeln wollen. Dabei kalkuliert man in der Offenbacher Zentrale mit einem Eroberungspotenzial von 60 (!) Prozent. Woher die Massen neuer Kunden kommen sollen? Von den erklärten Gegnern – siehe oben.
Drei Motoren stehen zur Auswahl: ein 1,4 Liter-Benzinmotor mit 61 kW/83 PS, ein 1,8 Liter-Benzinmotor und ein 2,2 Liter-Dieselmotor mit jeweils 103 kW/140 PS. Denn: Man möchte die treuen Civic-Kunden nicht verprellen und nicht verlieren. Deshalb befindet sich im Motorenangebot auch der 61 kW (83 PS) starke 1.4-Liter-Einstiegsmotor, den man angesichts der markenpolitischen Entwicklungsplanung – "Wir wollen sportlicher werden und uns konsequent zur Premium-Marke entwickeln" – eher auf kleiner Flamme kochen möchte. Volle Aufmerksamkeit widmen die Offenbacher den beiden anderen Motoren, dem 1.8-Liter-Benziner und dem 2.2-Liter-TCDi-Diesel. Alle Motoren sind mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert, für die Modelle mit Benzinmotor bietet Honda ein automatisiertes Schaltgetriebe mit dem schönen Namen i-SHIFT an. Die hat allerdings noch einiges zu lernen, denn bei etwas forcierter Leistungsabfrage weiß sie nicht so recht, ob und wann sie schalten soll.
Wirklich überzeugend ist die Kombination von Dieselmotor und Sechsganggetriebe. Der bärenstarke Selbstzünder tritt spontan an, die Anschlüsse des Getriebes passen, und so kann er die Kraft seines maximalen Drehmoments von 340 Nm bei 2000 min überzeugend ausspielen. In 8,6 Sekunden beschleunigt er den neuen Civic aus dem Stand auf 100 km/h und bis auf 205 km/h Höchstgeschwindigkeit. Vorbildlich: der bescheidene Verbrauch von 5,1 Litern Diesel pro 100 Kilometer.
Das überarbeitete Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen vorne und einer optimierten Verbundlenkerkonstruktion hinten bietet eine ordentliche Mischung aus sportlicher Straffheit und Komfort, und so überzeugt der neue Civic mit einem tadellosen Geradeauslauf als auch mit seinem unkomplizierten Kurvenverhalten. Die elektrische Servolenkung spricht schnell und direkt an.
Neue Funktionalität prägt den Innenraum. Das neue Cockpit verzichtet auf klassische Rundinstrumenten und informiert den Fahrer in zwei übereinander liegenden Ebenen: Zwei-Zonen-Konzept oder auch Multiplex Meter nennt Honda das System. Oben über dem Lenkradkranz sieht er die Geschwindigkeit, vor dem Lenkrad befinden sich neben dem zentralen Drehzahlmesser alle anderen Informationen. Auf dem mit vielen Tasten bestückten Lenkrad gibt es auch einen Knopf, mit dem man sich die Informationen des Bordcomputers auf das Display holen kann. Bequem: die Sitze mit ausreichend langer Sitzfläche und Aufpolsterungen an den Seiten.
Der Kofferraum fasst 456 Liter und glänzt mit außerordentlicher Flexibilität. Das Zauberwort heißt "Dive down"-Rücksitze. Die können hochgeklappt werden, so dass vor den Rücksitzen ein zweiter Stauraum entsteht. Außerdem lassen sich die Rücksitze mit einem Handgriff vollständig versenken, so dass ein ebener Laderaum entsteht. Dabei müssen noch nicht einmal die Vordersitze verschoben werden, das Umklappen funktioniert sogar wenn die Vordersitze in der hintersten Position sind. Bei vollständig versenktem Beifahrersitz passen Gegenstände von bis zu 2,60 m Länge in den Innenraum. Bei Bedarf kann die Abdeckung des Laderaumbodens komplett versenkt werden.
Alle Civic-Versionen sind mit ABS und der elektronische Bremskraftverteilung EBD sowie ESP ausgestattet, das bei Honda VSA heißt. Aktive Kopfstützen (ab 1.4 Comfort) an den Vordersitzen spielen eine Schlüsselrolle bei der Verhinderung eines Schleudertraumas bei einem Unfall. Der neue Civic für Europa wird exklusiv im Honda-Produktionswerk in Swindon (England) gebaut und soll Anfang 2006 in den Verkauf gehen.
Die nunmehr achte Generation des Honda Civic könnte die Tradition des Lieblings der Damenwelt fortsetzen. Dass er sich jetzt preislich und leistungsmäßig in den höheren Regionen bewegt, mag vielleicht seine Attraktivität als Einstiegs- und Zweitwagen einschränken, nicht aber seine Qualitäten als "Frauentyp". (ar/RPB)
Von Rolf-Peter Bleeker
24. November 2005. Quelle: Auto-Reporter

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