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Vorstellung Hyundai Sonata: Dezenter Aufbruch Richtung Premium

Nur im so genannten Premium-Segment tun sich die Koreaner – zumindest auf dem hart umkämpften deutschen Markt – mehr als schwer. Der neue Sonata soll einen Schritt in diese Richtung tun und etablierten Vertretern wie Passat, Mondeo oder Vectra das Leben schwer machen. Das Hauptargument liefert Hyundai immer noch über den Preis: 22 990 Euro kostet der Sonata und bietet dem Kunden dafür 119 kW/162 PS und eine Komplettausstattung.
Hyundai Sonata. Foto: Auto-Reporter/Hyundai
Mit 4,80 Metern Länge zielt der Sonata genau ins Herz der deutschen Mittelklasse, ein Passat ist drei Zentimeter kürzer. Und in vergleichbarer Ausstattung (Trendline, 150 PS-Benziner) rund 3000 Euro teurer. An das Finish gerade des jüngsten deutschen Mitbewerbers aus Wolfsburg kommt der Koreaner allerdings nicht heran. Dafür ist die grau-achwarze Plastikwüste, obwohl ansprechend verarbeitet – noch nicht perfekt genug. Auch hat der Kunde hier nicht die Qual der Wahl wie der Wolfsburger: Eine Ausstattung mit zweifarbigem Plastik muss reichen, ein wenig aufgepeppt mit einem Zierstreifen aus Folie.
Das Design ist ein gelungener Stilmix aus bekannten Vertretern dieses Segments: Ein wenig Honda hier, ein bisschen Ford und Audi dort, auch von Mazda lassen sich Anleihen nicht verleugnen. Macht nichts, der Anzug sitzt, der Sonata ist von der Gestaltung mehr Europäer als alles andere und präsentiert sich als Stufenhecklimousine alter Prägung. Auf Zierat wie Holz und Chrom wartet der Fahrer innen jedoch vergeblich, Leder im "Comfort-Paket" inklusive nicht regelbarer Sitzheizung kostet erträgliche 1990 Euro Aufpreis.
Erstmal Platz genommen, entpuppt sich der Koreaner als angenehmer Reisebegleiter. Die Sitze sind bequem, drei Rundinstrumente liegen exakt im Blickfeld, die Bedienung ist einfach. Die serienmäßige und leicht zu betätigende Klimaautomatik sorgt für die richtige Reisetemperatur und Tasten am Lenkrad erleichtern die Steuerung der wichtigsten Funktionen. Dazu bietet er Annehmlichkeiten wie einen Bordcomputer oder eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung. Auch das Sicherheitspaket lässt keine Wünsche offen: Acht Airbags, ABS, ESP, aktive Kopfstützen, Bremsassistent – es wird nichts vermisst. Auch hinten lässt sich kommod reisen, die Platzverhältnisse sind ordentlich. Der Kofferraum bietet 523 Liter Volumen, das bedeutet in dieser Klasse einen guten Wert.
Zunächst kommt der Sonata mit einem 2,4-Liter-Benziner, der 162 PS leistet. Das Aggregat – eine gemeinsame Entwicklung mit Mercedes und Mitsubishi – versieht brav seine Arbeit und taugt für flotte 212 km/h Höchstgeschwindigkeit. Unter Last klingt er recht kernig, die Domäne dieses Motors ist der mittlere Drehzahlbereich, dort verfügt er auch über befriedigenden Durchzug und läuft wirklich angenehm leise bis etwa 4500 Touren. Zumindest, so lange der Kunde nicht die antiquierte Viergang-Automatik mitordert. Die raubt dem Motor ein gefühltes Drittel seiner Kraft, verleitet permanent zum Kickdown und lässt dann den Motor in den höchsten Tönen singen. Die Rechnung kommt an der Tankstelle, denn zwölf Liter fließen mit dem Wandler an Bord locker durch den Ansaugtrakt. Eindeutige Empfehlung: Handschalter nehmen, der begnügt sich mit rund neun Litern Normalbenzin und wirkt wesentlich dynamischer. Ein Diesel mit Common-Rail-Technik 98 kW/135 PS (Spätherbst) und ein 3,3-Liter-Benziner (Juni) werden die Motorenpalette ergänzen. Für den großen Motor kommt eine modernere Fünfgang-Automatik, der Selbstzünder rollt serienmäßig mit einer Sechsgang-Handschaltung zum Händler.
Für ein Auto, dass vor allem in Asien und den USA seine Kunden sucht, ist der Sonata erstaunlich straff gefedert. Kurze Stöße schluckt er klaglos, auf der Autobahn wankt er allerdings bei langen Bodenwellen gelegentlich mit. Das ist kein sicherheitsrelevantes Problem, aber eine Schwäche im Vergleich zu Passat und Co. Die Kurvenhatz ist dank der straffen Abstimmung eine stressfreie Angelegenheit, die Reserven sind hoch, bevor das ESP eingreift. In den USA, wo sich der Vorgänger im Vorjahr immerhin 110 000 Mal verkaufte, dürfte der Koreaner deutlich softer gefedert sein.
Fazit: Der Hyundai Sonata ist ein grundsolider Vertreter seiner Zunft. Überraschungen bleiben aus, sowohl beim Design als auch in der Verarbeitung. So wird der Mittelklasse-Koreaner seine Kunden weiter über den ausgesprochen günstigen Preis erobern müssen, denn da ist er nahezu unschlagbar für ein rundes Gesamtpaket. Bescheidene 2000 Einheiten will Hyundai 2005 in Deutschland absetzen, bereits am kommenden Wochenende (12./13. März) können sich die Interessenten bei den 550 Händlern von den Qualitäten des Sonata überzeugen. (ar/sb)
Von Stephan Bähnisch
11. März 2005. Quelle: Auto-Reporter

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