Crossover-SUV aus Wolfsburg

VW T-Roc: Rockt auf Sparflamme
Mit dem T-Roc hat VW sein SUV-Angebot nach unten erweitert. Bilder

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Mit dem T-Roc hat VW seine SUV-Familie nach unten erweitert. Das ist eigentlich zeitgemäß, denn Autokäufer fahren auf kompakte Crossover ab. Leider hält der neue Wolfsburger nicht, was das schicke Außendesign verspricht.

Die gelungene Hülle verspricht (zu)viel

Wer den T-Roc umrundet, wird feststellen, dass er alle VW-Zutaten enthält, die ihn zu einem rundum gelungenen Auto machen könnten. Die Front mit dem breiten, fließend in die LED-Scheinwerfer übergehenden Kühlergrill wirkt imposant, und sie lässt das kompakte SUV größer erscheinen, als es tatsächlich ist. Mit 4.234 Millimeter Länge ist der T-Roc 24 Millimeter kürzer als der Golf, wirkt aber auf den ersten Blick größer und vor allem wuchtiger. Das hat er auch den optisch betonten Kotflügeln zu verdanken, die breiter ausgestellt sind. Dazu kommen in der Ausstattung "Sport" serienmäßig 17-Zoll-Alufelgen und rot lackierte Bremssättel - in Kombination mit der Zweifarblackierung mit schwarzem Dach ein richtig schickes kompaktes SUV mit VW-Emblem.

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Ganz anders der Innenraum

Hier dominiert schwarzes Hartplastik, das weder besonders ansprechend aussieht, noch haptische Highlights setzt. Das macht die Konkurrenz besser, etwa Hyundai im Kona. Da können auch die recht schicken Zierelemente in Hochglanz-Grau, die rote Ambiente-Beleuchtung und das volldigitale Kombi-Instrument mit seinen zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten nur kurz die getrübte Freude aufhellen.

Ein Knopfdruck am Lenkrad, und schon poppt die Navigationskarte zwischen den Rundinstrumenten auf. Keine Lust auf Rundinstrumente? Egal, dann eben weiterklicken zur numerischen Anzeige. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei, allerdings kostet der Pixel-Spaß namens "Active Info Display" 500 Euro extra, zumindest theoretisch. Denn in der Praxis gibt es das Digital-Instrument nur in Verbindung mit dem besseren Audiosystem oder dem Navigationssystem für 440 beziehungsweise 565 Extra-Euro, was rund 1.000 Euro Zusatzausgaben ergibt.

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Kritik gibt es auch für den adaptiven Tempomat

Für das ACC muss der Kunde erstmal 320 Euro auf den Tisch legen. Im Paket mit unter anderem adaptivem LED-Licht, Totwinkel-, Spurhalte-, Park- und Stauassistent fallen 1.625 Euro bei der Sport-Ausstattung an. Zwar kann ACC eine echte Hilfe sein. Aber nur, wenn alles passt. Muss der Fahrer mehrmals selbst die Bremse treten, weil das System trotz inzwischen wenig Abstand zum Vordermann keine Reaktion zeigt, dann muss man eine schlechte Note vergeben. Zudem bremst und beschleunigt das ACC unharmonisch. Und dass ein neues Navi mit Internetverbindung zwei Jahre alte Bundesstraßen nicht kennt, die Google Maps und Co. schon längst in ihr Kartenmaterial aufgenommen haben, spricht auch nicht für das Volkswagen-System. Schickes Auto hin oder her: hierfür gibt es Minuspunkte.

Dazu kommt ein unausgewogenes Sportfahrwerk, das in der Variante Sport serienmäßig an Bord ist. Leider rumpelt der T-Roc so gerüstet über Bodenwellen und schickt die Schläge direkt nach innen. Das ist vorne unangenehm, auf der Rückbank äußerst lästig. Bei schnellen Kurven mit unebener Straßendecke neigt das Auto dazu, dass sein Hinterteil unruhig wird. Gut: Dank der unterschiedlichen Fahrmodi plus Individual-Modus lässt sich die eher weiche Lenkung straffer einstellen, während beispielsweise die Gasannahme in der Komfort-Einstellung bleibt.

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Auch die Vordersitze sind nur bedingt langstreckentauglich

Die Polster sind etwas zu weich geraten und die Sitzfläche für Fahrer jenseits von 1,75 Meter zu kurz. Und es stellt sich die Frage: warum wird die Lehne des Fahrersitzes per Drehrad verstellt, auf der Beifahrerseite kommt aber ein Kipp-Hebel zum Einsatz? Hier war scheinbar der Sparfuchs am Werk. Alles nur Kleinigkeiten, die besonders auffallen, wenn man besseres von VW gewohnt ist.

Harmonisch agieren der 190-PS-Benziner und das 7-Gang-DSG miteinander. Das Triebwerk produziert in jeder Lebenslage genug Schub, es ist zudem angenehm leise. Die Gänge schalten VW-DSG-typisch ruckfrei durch, hier zeigt sich VW von seiner besseren Seite. Allerdings sind neun Liter Durchschnittsverbrauch bei gemäßigter Autobahnfahrt und einem Teil Landstraße etwas zu viel - hier ist ein Teil des Durstes vielleicht auch dem Allradantrieb "4Motion" geschuldet, der bei der Motor-Getriebe-Variante Serie ist.

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Bleibt als Fazit: Das können die Wolfsburger besser

Der T-Roc ist außen superschick, innen aber – trotz technischem Schnickschnack, den es gegen Aufpreis gibt – zu schlicht für die Preisklasse. Als „Sport“ mit 190 PS und DSG kostet er mindestens 30.800 Euro.

Technische Daten

VW T-Roc Sport TSI 4Motion Fünftüriges, fünfsitziges Kompakt-SUV mit Allradantrieb
Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimetern 4.234/1.819/1.573/2.590
Leergewicht 1.495 kg
Zuladung 495 kg
Gepäckraumvolumen 392 – 1.237 l
Tankinhalt 55 l
max. Anhängelast 1.900 kg
Bodenfreiheit 155 mm.
Motor Vierzylinder-Turbobenziner
Hubraum 1.984 ccm
Leistung 140 kW/190 PS bei 4.180 – 6.000 U/min
max. Drehmoment 320 Nm bei 1.500 – 4.180 U/min
Beschleunigung 0 – 100 km/h 7,2 s
Höchstgeschwindigkeit 216 km/h
Normverbrauch 6,7 Liter Super je 100 km
CO2-Emissionen 153 g/km
Testverbrauch 9,4 Liter Super je 100 km
Preis ab 30.800 Euro.

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TE VW

August 16, 2018 um 2:15 pm Uhr

Zur Ihrer Frage:

Frage: warum wird die Lehne des Fahrersitzes per Drehrad verstellt, auf der Beifahrerseite kommt aber ein Kipp-Hebel zum Einsatz?

Dies ist technisch bzw. der Ausstattung bedingt. Sie hatten auf der BFS eine „Durch-Lade-Funktion“. D.h. Sie können die Lehne nach vorne schnell umklappen. Mit einem Drehrad würde dies einig Zeit dauern.

Mit der Bitte diesen Arikel zu überarbeiten, da hier nicht der Sparfuchs am Werk war, sondern eine technisch gute Lösung angeboten wird.

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